„Ab jetzt einfach nur Fan“: Wolf tief gerührt – besonderes Geschenk für Nachfolger

Werner Wolf nach seiner letzten Rede als FC-Präsident. (Foto: IMAGO / Chai v.d. Laage)
Werner Wolf nach seiner letzten Rede als FC-Präsident. (Foto: IMAGO / Chai v.d. Laage)

Ein nahezu versöhnlicher und emotionaler Schlussakt für Werner Wolf als Präsident des 1. FC Köln: Der 69-Jährige wurde am Samstag von den Mitgliedern mit großem Applaus verabschiedet.

Die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln war gerade einmal rund eine Stunde alt, als Werner Wolf ans Podium trat. Der Präsident der Geißböcke stand kurz vor dem Ende seiner Amtszeit, eine letzte Rede würde er halten, dann würde der 69-Jährige mit der Wahl des neuen Vorstands aus seinem Amt scheiden. Und er bekam den emotionalen Abschied, den er sich erhofft hatte.

Wolf fand vereinende Worte, blickte auf die sechs Jahre seit seiner Wahl 2019 zurück, zeigte sich teils zufrieden, teils kritisch mit der eigenen Arbeit. Er stellte die Errungenschaften der beiden Amtszeiten heraus, gestand aber auch Fehler ein. Es war die Mischung aus Lob und eigener Unzufriedenheit, die sich die über 5000 FC-Mitglieder vor Ort gewünscht hatten, um Wolf einen versöhnlichen Abschied zu bescheren.

Wolf: „Der FC wird immer mein Verein bleiben“

22 Jahre lang war Wolf Teil der FC-Gremien. Seit 2003 im damaligen Verwaltungsrat, später als Vorsitzender des Gremiums. Später im Beirat und schließlich als Vorstand und Präsident. Am Samstag nahm diese Ära beim FC ein Ende. „Ich habe das Amt des Präsidenten übernommen, weil ich dem Verein etwas zurückgeben wollte. Heute gebe ich das Amt demütig und dankbar zurück“, sagte Wolf. „Der FC wird immer mein Verein bleiben, und ab jetzt bin ich das, was ich immer gerne war: einfach nur Fan.“

Schließlich wurde Wolf mit 77 Prozent entlastet und damit auch die Nicht-Entlastung aus dem Vorjahr mit einem ordentlichen (wenn auch nicht guten) Ergebnis ad acta gelegt. Dass es nicht in jeder Hinsicht versöhnlich verlief, hatte sich Wolf dann allerdings selbst zuzuschreiben. Weil der Vorstand dem Mitgliederrat die Reden zum Jahresbericht nicht vorab hatte zukommen lassen, rechnete Mitgliederrats-Chef Fabian Schwab als Aufsichtsrat des Vorstands mit diesem gnadenlos ab. Das trübte Wolfs Stimmung noch einmal merklich, jedoch blieb es am Ende ohne Folgen für das scheidende Präsidium.

Geschenk mit einem Augenzwinkern

Letztlich konnten Wolf und Schwab sogar noch einmal Einigkeit zeigen, indem sie während der Aussprache zur Vorstandswahl gemeinsam dazu aufriefen, die Versammlung respektvoll weiter zu gestalten. Es war Wolfs letzte Wortmeldung, ehe die Wahl auf Jörn Stobbe als seinen Nachfolger fiel. Und diesem hatte er sogar noch ein Geschenk mitgebracht.

Ein dickes Buch, eine Chronik des 1. FC Köln: „Da steht alles drin, was der FC wissen muss – übrigens auch das Gründungsdatum“, sagte Wolf und bekam ein Lachen der Mitglieder geschenkt. Nach sechs Jahren ging er schließlich von der Bühne, sichtlich gerührt von diesem besonderen Tag für den FC, aber auch für ihn selbst.

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