Die Fans des 1. FC Köln bescheren ihrer Mannschaft bei der TSG Hoffenheim ein gefühltes Heimspiel. Hinterher schwärmen die Spieler von der Atmosphäre.
Lukas Kwasniok hatte es sich gewünscht. Wenn auch der 1. FC Köln am Freitagabend kein spätes, sondern frühes Tor erzielte bei der TSG Hoffenheim, „damit die Fans feiernd nach Hause fahren können“. Doch der FC-Trainer hatte den Anhängern „Danke, Danke“ sagen wollen für die außergewöhnliche Unterstützung im Kraichgau – und mit ihm die Mannschaft.
Wie viele FC-Fans es am Ende waren – ob die 8.000 angekündigten, die 10.000 kolportierten oder gar die 13.000 oder mehr Fans, von denen so mancher hinterher sprach: Es war eine Übermacht in Rot und Weiß, die den Tag der Deutschen Einheit genutzt hatten, um sich in die PreZero Arena aufzumachen und den FC lautstark zu unterstützen.
Auch FC-Präsidium mit in Hoffenheim
„Der Fan-Support war unfassbar. Das ist nicht normal, das ist unfassbar geil“, schwärmte Kapitän Marvin Schwäbe hinterher. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen hatte er nach dem Schlusspfiff vor der Kurve gefeiert, die nicht einfach nur ein Gästebereich gewesen war, sondern weit in die anderen Tribünenbereiche ausgeweitet worden war. „Unsere Fans sind der Wahnsinn, was für eine Kulisse“, ergänzte Dominique Heintz. „Das tut uns einfach gut und man hat gesehen, dass wir sie gebraucht haben.“
Auf der Haupttribüne hatte das neue Präsidium um Jörn Stobbe die Partie verfolgt und wohl verkraften können, dass erneut einige tausend Euro Strafe auf den FC zukommen werden. Diverse Pyro-Aktionen untermalten die Gesänge immer wieder, eine Stimmung, die von der ersten Minute an auf das Spielfeld überging und von den Kölner Spielern wieder auf die Ränge gelangte.
Auch deshalb konnten wir noch mal Extra-Meter machen oder eine Grätsche auspacken
Joel schmied
Selbst später, als die Ersatzspieler noch ihre einsamen Läufe absolvieren mussten, während die Stammspieler schon in der Kabine waren, feierten die Fans die FC-Profis noch. Für den Sieg bei der TSG, für die zehn Punkte aus sechs Spielen, für den vorübergehenden Sprung auf Rang vier, für eine einmal mehr kämpferische und leidenschaftliche Leistung.
Einer, der dafür stand, war Joel Schmied. Der Schweizer hatte in der zweiten Hälfte nach mehreren Fouls mit einer Blessur zu kämpfen, doch der 27-Jährige biss auf die Zähne und hielt durch. „Ich habe heute nur unsere Fans gehört. Auch deshalb konnten wir noch mal Extra-Meter machen oder eine Grätsche auspacken“, sagte der Schweizer, der in der zweiten Hälfte gegen Toure eine solche ausgepackt und so ein Gegentor verhindert hatte.
Das Schöne an einer Grätsche vor den Fans
„Das ist das Schönste für einen Verteidiger, wenn man noch reingrätschen kann und dann abgeschossen wird. Genau dafür machen wir die harte Arbeit“, fuhr Schmied fort. „Dieser Sieg geht defintiv an die Fans. Ich hatte im Spiel Krämpfe, aber dann ging es plötzlich wieder und die Beine waren wieder frisch vor den Fans. Das war wirklich geil. Genau das macht den FC aus.“ Davon konnten sich die Zuschauer am Freitagabend überzeugen. 30.000 Menschen waren gekommen. Womöglich waren knapp die Hälfte aus Köln.







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