Zehn Verträge laufen beim 1. FC Köln im Sommer 2026 aus. Nur mit einem Spieler würde der FC aktuell sofort verlängern – aber nicht um jeden Preis.
Der Herbst einer jeden Fußballsaison ist der Startschuss für die sportlich Verantwortlichen, sich um die nächsten Transferphasen zu kümmern. Das gilt auch für Thomas Kessler. Der Sportdirektor muss mögliche Wintertransfers vorbereiten, und weil der FC nach sechs Spieltagen mit zehn Punkten gut dasteht, könnte sich das eine oder andere Gespräche einfacher gestalten.
Dazu gehören aber auch Gespräche mit Spielern, deren Verträge im kommenden Sommer auslaufen. Beim FC sind dies aktuell zehn Kontrakte: Mit den vier Leihspielern (Lund, Özkacar, Krauß, Kaminski) muss Kessler nicht reden. Mit diesen wurden allesamt Kaufoptionen vereinbart, und weil dazu die Anschlussverträge bereits ausgehandelt wurden, besteht kein akuter Handlungsbedarf.
Welche Ansprüche hat Martel im Winter?
Darüber hinaus jedoch muss sich der Sportdirektor um Eric Martel, Timo Hübers, Dominique Heintz, Florian Kainz, Luca Kilian und Neo Telle kümmern. Priorität haben aus Leistungsgründen Martel und Hübers, und da muss Kessler nun die Strategie festlegen. Martel hat bereits erklärt, er wolle sich bis zum Winter überlegen, wie es für ihn weitergehen soll. Martel hat sportlich hohe Ansprüche. Aktuell erfüllt der FC diese. Doch reicht das?
Martels Berater Michael Reschke hat öffentlich bereits hohe Ansprüche an einen Verbleib gestellt. Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell müssten sich die Geißböcke gewaltig strecken. Doch kann der FC das überhaupt? Und wäre Kessler bereit, Martel zum Topverdiener der Mannschaft zu machen? Am Ende wird der 39-Jährige entscheiden müssen, wie viel eine Verlängerung kosten würde – und ob ein potenzieller Ersatz zu kriegen wäre.
Martel wird ein Test für die Gehaltsstruktur
Sportlich nimmt Martel eine zentrale Rolle ein. Der Sechser ist einer der zweikampfstärksten und laufstärksten Spieler der Bundesliga. Seine Defizite im Passspiel, gerade im Spiel nach vorne, konnte er verringern. Passen die Ansprüche des Spielers und die Ansprüche des Clubs im Winter zusammen, könnte es zu einer Einigung kommen. Diese aber würde teuer werden. Der FC will die gerade erst bereinigte Gehaltsstruktur nicht sofort wieder gefährden. Martel wird der erste Test.
Dies wird sich bei Timo Hübers anders gestalten. Der Ex-Kapitän spielt eine bislang gute Saison nach einer starken Vorbereitung. Sein Vertrag jedoch läuft 2026 aus. Schon im Sommer 2025 hatte sich der FC darauf vorbereitet, dass der 29-Jährige den Verein verlassen könnte. Es kam anders, Hübers blieb, gab seine Spielführer-Binde ab und überzeugte bislang in der Dreierkette.
Umbruch in der Innenverteidigung
Doch Hübers hat bereits offen erklärt, dass er sich eine Veränderung 2026 vorstellen könnte. Und so könnte es sein, dass nach dieser Saison mit Hübers, Heintz, Kilian und Telle gleich vier Innenverteidiger ablösefrei gehen könnten. Ein Umbruch, dem man beim FC allerdings gelassen entgegen sieht, weil man mit Rav van den Berg und Cenk Özkacar bereits zwei neue Spieler verpflichtet hat und mit Julian Pauli und Elias Bakatukanda zwei Eigengewächse von ihren Leihen zurückkehren werden.
Der FC wird zwar das Gespräch mit Hübers suchen. Eine Entscheidung wird jedoch nicht zeitnah erwartet. Schon gar nicht würden die Geißböcke finanziell ans Maximum gehen, um den 29-Jährigen zu halten. Hübers gilt als wichtiger Spieler, aber nicht als unersetzlich. Und so könnte es im Sommer 2026 auf der Innenverteidiger-Position zu einem gewollten, größeren Umbruch kommen, der bereits im Sommer 2025 bewusst eingeläutet wurde.








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