„Unpopuläre Entscheidung“: Darum musste Bülter schon zur Pause raus

Marius Bülter spielte gegen Borussia Dortmund nur eine Halbzeit. (Foto: Bucco)
Marius Bülter spielte gegen Borussia Dortmund nur eine Halbzeit. (Foto: Bucco)

Marius Bülter hat am Samstag sein Startelf-Comeback für den 1. FC Köln gefeiert. Zur zweiten Halbzeit blieb der Angreifer aber schon wieder in der Kabine. Trainer Lukas Kwasniok erklärte hinterher die Gründe.

Dieses Startelf-Comeback fiel vergleichsweise kurz aus: Nach seiner Achillessehnen-Reizung vor der Länderspielpause stand Marius Bülter in Dortmund zum ersten Mal wieder vom Beginn an auf dem Platz. Schon nach der ersten Halbzeit blieb der Angreifer jedoch wieder in der Kabine. Stattdessen schickte Lukas Kwasniok Tom Krauß auf das Feld.

Nach der Partie erklärte der Trainer den Grund dafür: „Wohlwissend, dass wir etwas Körpergröße verlieren, hatten wir in der ersten Halbzeit mit dem Ausweichen von Pascal Groß ein paar Probleme auf unserer linken Verteidigerposition. Nicht auf der Position an sich, sondern in dem Raum.“ Tatsächlich hatte der FC in der ersten Halbzeit große Mühe, Dortmunds Überladungen auf der linken Abwehrseite zu kontrollieren.

Kaminski mit viel Defensiv-Arbeit

Über Kristoffer Lund und Cenk Özkacar suchte der BVB immer wieder Überzahlsituationen. Pascal Groß wich in den Halbraum aus, Karim Adeyemi attackierte mit Tempo – eine Kombination, die den FC mehrfach vor Probleme stellte. Im 3-4-2-1-System mussten die Schienenspieler häufig tief verteidigen, wodurch Jakub Kaminski gezwungen war, weit zurückzuarbeiten.

„Kuba musste in der ersten Halbzeit immer rückwärts verteidigen – das wollte ich nicht“, erklärte Kwasniok nach dem Spiel. Dadurch verlor Köln die Ordnung im Mittelfeld und hatte zu selten Zugriff im zweiten Drittel. Zur Pause reagierte der Trainer: Krauß kam für Bülter, das System wurde zu einem 5-3-2 verschoben. „Meine Aufgabe ist es dann, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, die aber spieltaktisch wichtig sind, um das eigene Tor zu schützen“, sagte Kwasniok.

FC verliert durch Wechsel Offensiv-Power

Mit Krauß bekam die linke Seite mehr Stabilität, das Zentrum wurde enger verteidigt und Kaminski konnte weiter nach vorne schieben. „Mit Tom haben wir einen defensiveren Spieler, der vorwärts verteidigen kann. Kuba sollte mehr Aktionen nach vorne bekommen“, erklärte Kwasniok seine Gedanken. Tatsächlich hatte Dortmund danach deutlich weniger Raum über Adeyemi und Groß – das Kölner Mittelfeld agierte kompakter und aggressiver.

Offensiv verlor der FC durch den Wechsel aber an Tiefe und Durchschlagskraft. Ohne Bülter fehlte ein groß gewachsener Zielspieler für die Umschaltmomente, während Kaminski und El Mala gegen die Dortmunder Abwehr zunehmend in der Luft hingen. „Nach hinten hat es funktioniert, nach vorne nicht ganz so optimal“, fasste Kwasniok zusammen.

Kwasniok hatte sich mit seinem Wechsel also für Kontrolle statt Risiko entschieden und damit auf die Dortmunder Überlegenheit im linken Halbraum reagiert. Dabei erfüllte die Anpassung auch zum Großteil ihren Zweck: Der FC stabilisierte sich, konnte den Druck der Dortmunder lange vom eigenen Tor fernhalten und hätte beinahe auch in Unterzahl nach der Verletzung von Timo Hübers die Null gehalten. Am Ende fehlte nur eine einzige Minute, ehe der Defensiv-Plan aufgegangen wäre.

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