„Ich wäre gerne er“: So schwärmt Kwasniok von keinem anderen Trainer

Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz. (Foto: Bucco)

Unter Vincent Kompany erscheint der FC Bayern München gerade unschlagbar. Der 1. FC Köln wird es im DFB-Pokal probieren. Lukas Kwasniok schwärmt von seinem Gegenüber.

Lukas Kwasniok hat eine positive Bilanz gegen den FC Bayern München. Der Trainer des 1. FC Köln steht bislang bei zehn Spielen gegen die Bayern mit vier Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen. Mit dem Karlsruher SC traf Kwasniok einst mit der U17 und U19 auf die Bayern-Talente, mit dem 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga auf Bayerns zweite Mannschaft. Nun steht das erste Duell auf höchster Stufe an.

Für Kwasniok eine besondere Partie, zumal er seinen Gegenüber schätzt wie kaum einen anderen Trainer. Das wurde am Dienstag deutlich, als der 44-Jährige auf Vincent Kompany angesprochen wurde. Die Antwort des Kölner Trainers wurde immer länger – und endete mit den Worten: „Ich komme aus den Lobeshymnen nicht mehr raus. Ich wäre gerne er.“

Guardiola-Zögling und Titel-Sammler

Kompany ist 39 Jahre alt, seit Sommer 2024 Cheftrainer der Bayern, wurde beim RSC Anderlecht groß, wechselte aus Belgien zum Hamburger SV, von dort zu Manchester City und später in Richtung Karriereende wieder zurück zu seinem Heimatclub. Dort wurde er zunächst Spielertrainer und schließlich Cheftrainer. Elf Jahre spielte der Verteidiger für City, gewann zwölf Titel mit den Engländern, spielte drei Jahre dort unter Pep Guardiola.

Drei Jahre Anderlecht als Trainer, zwei Jahre FC Burnley – dann holte der FC Bayern den 1,90 Meter großen Kompany überraschend als Nachfolger von Thomas Tuchel nach München. Und nun schickt sich Kompany an, mit dem Rekordmeister nach dem Triple zu greifen. Das ist das große Ziel der Münchner in dieser Saison. Mit 13 Siegen aus 13 Spielen zu Saisonbeginn hat der FCB ein erstes Ausrufezeichen gesetzt.

Die Bayern waren satt – dann kam Kompany

„Die Bayern sind gierig. Da ist ein extremer Fokus, eine extreme Gier. Und das ist eine große Kunst des Trainers, so etwas in eine Mannschaft zu pressen, obwohl alle Spieler schon erfolgreich waren. Die haben den Willen, das Triple zu holen“, schwärmte Kwasniok am Dienstag. „Das macht es so schwer gegen sie. Die brauchen keinen Wettbewerb, um alles zu geben. Da musst du keinen antreiben – zumindest nicht, seitdem Vinc Kompany da ist.“

Kwasniok kennt Kompany von einer Fortbildung. „Er war unfassbar sympathisch. Er hat aus dem Nähkästchen geplaudert. Du hast zugehört mit großen Augen. Er ist so ein Bär, so ein Riese, aber mit einem ganz weichen Herz“, fuhr Kwasniok fort. Und vor allem bewundert der FC-Coach seinen Gegenüber für die Arbeit mit dessen Mannschaften, vor allem nun beim FC Bayern. Im Mittelpunkt: das Engagement auf dem Rasen und die Begeisterung der Spieler für die taktischen Vorgaben des Trainers.

Warum auch Harry Kane Kompany folgt

„Es war klar, dass er nicht der allergrößte Name war, aber genau darin liegt die große Chance“, sagte Kwasniok. „Die Gier, die er auf Titel hat und die er als Spieler schon verkörpert hat, hat er in eine Mannschaft reingetragen, die vielleicht ein Stück weit satt gewesen ist.“ Und dann beschrieb er, was den FC am Mittwochabend im DFB-Pokal erwarten wird. „Er hat eine absolute Identität geschaffen, eine brutale Arbeit gegen den Ball, die agieren komplett Mann gegen Mann, lassen dir keine Luft zum Atmen. Da es gibt kein Pardon. Das ist auch der Grund, weshalb Harry Kane auch mal am eigenen Strafraum verteidigt, weil er seinen eigenen Gegenspieler verfolgt.“

Und auch mit dem Ball habe Kompany die Bayern verändert und unberechenbar gemacht. „Sie können auf unterschiedlichen Positionen agieren. Tom Bischof spielt auch mal als Linksverteidiger, aber einfach, weil er dann auch nur ein Teil eines Dreiecks auf der linken Seite ist. Weltstars davon zu überzeugen, dass das der richtige Weg ist, ist eine brutale Qualität als Trainer.“ Eine Qualität, die Kwasniok mit seiner Mannschaft am Mittwochabend auffangen und bekämpfen muss. Ab 20.45 Uhr wird klar werden, ob dem FC das gelingen kann.

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