Florian Kainz hat seinen Stammplatz beim 1. FC Köln verloren. Dennoch unterstreicht Lukas Kwasniok, wie wichtig der Ex-Kapitän für die Geißböcke ist. Zu „Beachfußball an der Copacabana“ rät er dem Routinier längst noch nicht.
Auch nach dem großen Umbruch im vergangenen Sommer ist er die Konstante im Kader des 1. FC Köln: Seit inzwischen fast sieben Jahren läuft Florian Kainz für die Geißböcke auf, was ihn im aktuellen Profi-Team mit Abstand zum Rekordspieler macht. Mit bislang 138 Partien ist der im Januar 2019 von Werder Bremen gekommene Österreicher im internen Ranking der FC-Profis mit den meisten Bundesliga-Einsätzen mittlerweile auf Rang 38 geklettert.
Mit seinem 139. Spiel, womöglich am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV, wird Kainz mit keinem Geringeren als Lukas Podolski gleichziehen. Im Anschluss warten mit Miso Brecko (140), Thomas Häßler (149) und Landsmann Toni Polster (150) noch weitere Kölner Größen.
Kwasniok erklärt Kainz‘ neue Rolle
Den überwiegenden Teil seiner künftigen Einsätze, um an all diesen Ikonen vorbeizuziehen, wird der 33-Jährige wohl als Joker absolvieren. Denn spätestens seit dieser Saison hat Kainz, der rund 82 Prozent seiner Bundesliga-Spiele für den FC von Beginn an bestritten hat, eine neue Rolle. Er ist als der späte Taktgeber und Dirigent eingeplant.
„Die Kommunikation ist in der heutigen Zeit der wichtigste Part“, sagt Lukas Kwasniok vor dem HSV-Heimspiel, um dann bezüglich Kainz zu erklären: „Wir haben sehr klar miteinander kommuniziert, dass diese Rolle für ihn jetzt erst mal angedacht ist, weil er der Mannschaft vor allem am Ende eines Spiels Impulse geben kann.“ Speziell, wenn der FC aktiv gefordert ist.

„Die Bundesliga ist mittlerweile ein Abnutzungskampf mit extrem viel Physis. Mit zunehmender Dauer der Fußballerlaufbahn wird es etwas schwieriger, die Akzente von Beginn an zu setzen“, legt der Trainer dar, warum ein langjähriger Stammspieler nun von der Bank kommt.
An den ersten acht Bundesliga-Spieltagen wurde Kainz fünfmal eingewechselt, kam so bislang auf 79 Minuten. In den Pokalpartien gegen Regensburg und Bayern betrat er jeweils nach 75 Minuten den Rasen. Kwasniok stellt zufrieden fest: „Er nimmt diese Rolle fantastisch an.“
Kwasniok schickt Kainz nicht nach Brasilien
Was nicht heißt, dass Kainz ausschließlich Joker bleibt – im Gegenteil. „Er hat den Ehrgeiz, uns auch von Beginn an zu helfen“, sagt Kwasniok und verspricht: „Es wird Spiele geben, wo das der Fall sein wird.“ Zudem sei Kainz merklich enttäuscht, wenn er wie zuletzt in Dortmund mal über 90 Minuten zuschauen muss. Auch das nimmt Kwasniok gerne zur Kenntnis und schmunzelt: „Sonst würde ich ihm raten, Beachfußball an der Copacabana zu spielen.“
Für die brasilianische Küste ist der Routinier, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, also noch nicht reif. „Der ist Leistungssportler“, weiß Kwasniok die Qualitäten des Mittelfeld-Allrounders weiterhin zu schätzen, spricht von einer „guten Mischung“ bei Kainz, der einerseits als Joker helfen, aber auch demonstrieren wolle, „dass es einen Ticken mehr sein darf“.








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