Florian Kainz hat am Sonntag gegen den Hamburger SV nicht nur zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf des 1. FC Köln gestanden, sondern auch sein erstes Freistoß-Tor in seiner Karriere erzielt. Hinterher hat der Österreicher über seine aktuelle Situation gesprochen.
Direkte Freistoßtore sind beim 1. FC Köln zu einer echten Seltenheit geworden. Zuletzt hatte Max Finkgräfe im Februar 2024 beim 1:1 in Hoffenheim einen Freistoß direkt verwandelt. Fünf Jahre zuvor war Mark Uth beim 5:0-Sieg bei der Hertha aus Berlin erfolgreich gewesen. Zwei Freistoßtore in fünfeinhalb Jahren sind dabei freilich kein Wert, auf den man stolz sein kann. Spezialisten wie Leverkusens Alejandro Grimaldo erzielen diese gerne auch mal in einem einzigen Spiel.
Umso schöner für den FC, dass die Durststrecke am Sonntag mit dem 2:0 durch Florian Kainz ein früheres Ende fand als zuletzt zwischen den Treffern von Uth und Finkgräfe. Zudem war es in dieser-Bundesliga-Saison das erste Tor nach einem ruhenden Ball, nachdem der FC schon im Pokal gegen die Bayern nach einer Ecke getroffen hatte.
Kainz guckt Heuer Fernandes aus
„Der Freistoß sollte genau dahin“, berichtete der Torschütze am Sonntag nach dem Spiel. Kainz hatte den Ball aus 17 Metern gefühlvoll über die Mauer in den rechten Knick gehoben. Dabei hatte eigentlich Isak Johannesson, der im ersten Durchgang aus ähnlicher Position deutlich drüber geschossen hatte, noch einmal antreten wollen.
Kainz hatte jedoch gesehen, dass HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes weit in seiner Torwartecke stand. „Da habe ich gesagt, dass er mich schießen lassen soll. Ich habe ihn gut getroffen“, befand der Österreicher, für den es überhaupt das erste Freistoß-Tor seiner gesamten Karriere war. 462 Profi-Spiele, 197 davon für den 1. FC Köln, hat der 33-Jährige dafür nun gebraucht.
„Schwimmer“: Kainz‘ Rolle gegen den HSV
Auch Sportdirektor Thomas Kessler freute sich hinterher für seinen ehemaligen Mitspieler. Zumal die Situation für den dienstältesten FC-Profi zuletzt alles andere als einfach gewesen war. In der Bundesliga war Kainz bislang nur fünf Mal zu kurzen Joker-Einsätzen gekommen. Gegen den HSV stand er zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf. „Der Trainer hat eine sehr gute Kommunikation mit der ganzen Truppe. Du kannst dich immer über die Trainingsleistungen in die Mannschaft spielen, aber Lukas reagiert auch auf den Gegner“, sagte Kessler.
Kainz agierte dabei als Zehner hinter Linton Maina und Ragnar Ache im Angriff. Der gebürtige Grazer sollte dabei die Rolle des „Schwimmers“ übernehmen, wie Trainer Lukas Kwasniok hinterher erklärte und die beiden spielerisch in Szene setzen. Gemeinsam mit Johannesson und Denis Huseinbasic habe er dabei „eine gewisse Spielfreude durchs Zentrum gebracht.“
Kwasniok kommuniziert klar
Der FC-Profi selbst sprach in Bezug auf seine aktuelle Saison derweil von einer „neuen Situation“. Die Erfolge würden dem Trainer bei seinen Entscheidungen Recht geben. „Ich versuche mein Bestes zu geben – egal, in welcher Rolle“, meinte Kainz. Diese würde aktuell jeder Spieler im Kader annehmen. Eine Stärke, die den FC bislang zu unberechenbar macht. „Natürlich will man als Spieler auch mal von Anfang an spielen. Aber es war immer klar kommuniziert, wie die Situation ist.“

Bereits vor dem Spiel hatte Kwasniok erklärt, dass Kainz seine neue Rolle vorbildlich annehme. Und auch nach dem 4:1 hob der Trainer noch einmal hervor: „Er weiß, dass er nicht mehr jedes Spiel über 90 Minuten machen kann.“ Schon in den vergangenen Jahren seit seiner schweren Knieverletzung im Jahr 2020 hatte Kainz selten Spiele über die volle Distanz absolviert.
Mit solchen Highlights wie am Sonntag bleibt der Österreicher aber ein wichtiger Bestandteil des Kölner Kaders. Davon würde Lukas Kwasniok auch gerne mehr sehen. „Wir hoffen, dass wir nicht so lange auf das zweite Freistoß-Tor von ihm werden warten müssen wie aufs erste“, sagte der Trainer zum Abschluss mit einem Schmunzeln.








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