Der 1. FC Köln war zuletzt zu abhängig von „Highlight-Spieler“ Said El Mala. Die Geißböcke wollen wieder variabler im Angriff werden.
Der 1. FC Köln hat in den letzten drei Bundesliga-Spielen nur zwei Tore erzielt. Beide Treffer gingen auf das Konto von Said El Mala. Auffällig in diesen Spielen: Der 19-Jährige war einer der wenigen Aktivposten im Kölner Angriff, versuchte immer wieder Akzente zu setzen. Von seinen Teamkollegen kam dagegen nur wenig.
Dieses Problem hat Trainer Lukas Kwasniok am Donnerstag vor dem letzten Heimspiel des Jahres gegen Union Berlin offen angesprochen. Auf der Spieltags-Pressekonferenz brachte der 44-Jährige sein Gefühl zum Ausdruck, „dass wir den Ball zu Said spielen und dann die Daumen drücken“. El Mala sei zwar ein „Highlight-Spieler, der keinen Partner um sich herum braucht. Aber Fußball besteht aus einem Zusammenspiel.“
Was El Mala verändert hat
Zuletzt aber glich das Kölner Angriffsspiel einem gefährlich ausrechenbaren Muster: Fast alle Angriffe liefen über die linke Seite. Fast immer bekam schließlich El Mala die Kugel und sollte mit einem Dribbling in den Strafraum gelangen. Kwasniok erklärte das Verhalten der Mitspieler entsprechend: „Wenn du so einen Individualisten auf dem Feld hast, ändern sich Kleinigkeiten. Da überläuft der Linksverteidiger vielleicht nicht mehr direkt, weil er denkt: Bis ich da bin, ist entweder das Tor gefallen oder wir haben den Ball verloren und ich fehle hinten.“
Jan Thielmann auf der rechten Außenbahn konnte sich in den letzten Spielen kaum einmal offensiv einschalten. Marius Bülter im Zentrum hatte ebenfalls die Tendenz auf die linke Seite zu ziehen, und Luca Waldschmidt auf rechts mit seinem linken Fuß suchte auch eher seine Chance im Zentrum. So war die rechte Seite praktisch verwaist.
Kwasniok gesteht: „Wir mussten basteln“
Kwasniok sieht das Problem. „Wir sind nicht auf den Kopf gefallen. Wir sehen, dass sich die Dinge etwas verändert haben. Nicht dramatisch, aber in Nuancen. Wir sind auf der Suche nach der perfekten Balance“, erklärte der FC-Trainer. In der Vorbereitung habe seine Mannschaft sechs Wochen Zeit gehabt, sich zu finden und Abläufe zu entwickeln. Durch die zahlreichen Ausfälle in den vergangenen Wochen sei das Team derart durcheinander gewürfelt worden, „dass wir hinten basteln mussten, was uns vorne etwas eingeschränkt hat“.
Nun will der FC zu alter Stärke zurückfinden – mit weniger ausrechenbaren Angriffen, mit mehr Variabilität, mit weniger Fokus alleine auf El Mala. „Wir sind auf der Suche nach Verbesserungen. Ich habe nicht die optimale Marschroute in den letzten Wochen gefunden“, gab sich Kwasniok selbstkritisch. Das soll am Samstag gegen Union Berlin wieder anders aussehen.







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