Was verändert die Krise zu Weihnachten beim 1. FC Köln auf dem Transfermarkt? Thomas Kessler braucht erst einmal Abstand, um die Situation zu bewerten. Ein Hinweis auf mehr Transfers als ursprünglich angenommen?
Thomas Kessler war bedient nach der neuerlichen Niederlage des 1. FC Köln zum Abschluss des Jahres. Das 0:1 gegen Union Berlin war ein weiteres Signal an den Sportdirektor, dass im Kader längst nicht alles ausgewogen ist und so mancher Spieler aktuell die Erwartungen nicht ansatzweise erfüllt. Kessler weiß: Im Januar ist auch er wieder gefragt.
„Es benötigt jetzt ein wenig Abstand. Wir sehen uns ein paar Tage nicht, aber wir können im Hintergrund weiter daran arbeiten, Themen nach vorne zu treiben“, sagte Kessler am Samstag nach der Niederlage. „Wir können jetzt in Ruhe eine Analyse für das Jahr und einen Strich drunter machen – was ist uns gut gelungen, was ist uns nicht gut gelungen? Sicherlich wäre es mit einem positiven Jahresausgang vom Gefühl her schöner gewesen, diese Aufgaben anzunehmen.“
Kader war und ist noch nicht fertig
Kessler weiß: Die Krise des 1. FC Köln ist kein Gerede im Umfeld, sondern Realität. Die nackten Zahlen machen deutlich: Wer nur eines von neun Spielen gewinnt, wer nur zwei Punkte aus den letzten sechs Spielen holt, wer wochenlang schwache Leistungen zeigt, der steckt nicht nur in einem Ergebnistal, sondern in einem Leistungstal. Und genau da müssen die Geißböcke so schnell wie möglich wieder raus. Auch durch weitere Veränderungen am Kader.
Im Sommer hatte der Sportdirektor den Kader umfangreich verändert, aber mit dem Hinweis und in dem Wissen, dass längst nicht alles möglich gewesen war. Und auch mit der realistischen Erwartung, dass nicht jeder Neuzugang einschlagen würde. „Wir machen uns jetzt unsere Gedanken, werden ganz nüchtern und rational bewerten“, sagte Kessler am Samstag. „Dann werden wir an den Themen arbeiten, damit wir in Heidenheim wieder drei Punkte holen.“
Baustellen in fast allen Mannschaftsteilen
Ganz oben auf der Transfer-Wunschliste von Trainer Lukas Kwasniok steht ein Innenverteidiger. Die Rote Karte von Rav van den Berg hat die kurzfristige Not einmal mehr erhöht. Joel Schmied muss Anfang Januar erst einmal ohne Rückschlag bleiben, ehe der Schweizer wieder in Form kommen kann. Und Cenk Özkacar wird wohl nicht mehr viele Chancen bekommen, sich zu beweisen – wenn er schon jetzt in der höchsten Personalnot nur unregelmäßig zu Spielzeiten kommt.
Doch darüber hinaus tun sich weitere Baustellen auf. Kristoffer Lund hat jegliche Form des Saisonstarts verloren, sein Back-up Alessio Castro-Montes konnte diese nicht nutzen und hat aktuell auch keinen Platz. Jusuf Gazibegovic wurde abgegeben, dahinter will der FC zunächst Cenny Neumann testen, aber ein U19-Talent ist keine Sofortlösung im Kampf um den Klassenerhalt. Und im Angriff sind Marius Bülter und Jan Thielmann seit ihren Verletzungen aus dem Rhythmus und suchen ihre Form.
Nur wenig Geld für Wintertransfers
Viel Arbeit also in der Analyse für Kessler, der alle Mannschaftsteile bewerten muss. Viel Geld hat der 39-Jährige allerdings nicht zur Verfügung. Nach GEISSBLOG-Informationen hat der FC für mehrere Leihgeschäfte die finanziellen Mittel. Ablösesummen können die Geißböcke aber nur schwerlich in Millionenhöhe aufbringen. Kessler muss also kreativ werden – sobald er Abstand noch den enttäuschenden letzten Wochen genommen hat.








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