Erst kein Innenverteidiger, dann vier: Zwingen Ausfälle Kwasniok zur Dauer-Lösung?

Joel Schmied hat gegen die TSG Hoffenheim hintenraus als rechter Schienenspieler agiert. (Foto: Bucco)
Joel Schmied hat gegen die TSG Hoffenheim hintenraus als rechter Schienenspieler agiert. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat die nächsten beiden Ausfälle auf ähnlicher Position zu verkraften. Gegen die TSG Hoffenheim reagierte Lukas Kwasniok mit einem vierten Innenverteidiger. Ein Konzept auch für das Spiel beim FC Augsburg?

Beim Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart hatte Lukas Kwasniok nach 68 Minuten plötzlich gar keinen Innenverteidiger mehr auf dem Feld. Beim Stand von 0:1 aus Kölner Sicht wechselte der Trainer Joel Schmied und Cenk Özkacar aus, brachte dafür die beiden Angreifer Said El Mala und Luca Waldschmidt. Es war eine überraschende Auflösung der Abwehrreihe, die bis zum 1:1 von Ragnar Ache durchaus aufzugehen schien, am Ende jedoch mit zwei weiteren Gegentoren bestraft wurde.

Gegen die TSG Hoffenheim wählte der Trainer – zum Teil gezwungenermaßen – die gänzlich andere Variante. Mit Schmied und Özkacar sowie Rav van den Berg hatte der FC bereits vom Start weg drei zentrale Abwehrspieler auf dem Feld. Als nach 70 Minuten dann Sebastian Sebulonsen angeschlagen ausgewechselt werden musste, brachte Kwasniok mit Rückkehrer Jahmai Simpson-Pusey einen vierten Innenverteidiger.

Darum spielte Schmied auf der Sebulonsen-Position

Schmied übernahm dafür die rechte Schiene des Norwegers. „Seb war ein bisschen am Anschlag. Dann wollte der Coach einen schnellen Spieler gegen Bazoumana Touré setzen“, erklärte der Schweizer hinterher die Überlegung des Wechsels. „Ich habe versucht, diese Rolle einzunehmen. Ich glaube, das hat heute auch mit vier Innenverteidigern gut funktioniert“, zeigte sich Schmied zufrieden mit den letzten 20 Minuten gegen die TSG.

Dass der FC diese Option überhaupt zur Verfügung hatte, liegt auch daran, dass inzwischen fünf der sieben Innenverteidiger wieder einsatzfähig sind, nachdem zwischenzeitlich einzig Özkacar verblieben war. Mittlerweile fehlen jedoch nur noch die beiden langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian. Dominique Heintz schaffte es gegen Hoffenheim sogar gar nicht in den Spieltagskader.

Beide Schienenspieler brechen auf der rechten Seite weg

Doch was während des Spiels am Samstagnachmittag zunächst nicht direkt deutlich wurde: Sebulonsens Auswechslung hatte keine konditionellen Gründe. Der Dauerbrenner aus Norwegen hat sich genau wie Jan Thielmann eine muskuläre Verletzung zugezogen und wird dem FC vorerst fehlen. Heißt: Dem FC sind an einem Spieltag gleich beide Optionen für die rechte Schiene weggebrochen.

Da auch Alessio Castro-Montes am Freitagabend in Augsburg wohl noch keine Option sein wird, ist Lukas Kwasniok in der WWK-Arena einmal mehr zum Improvisieren gezwungen. Entsprechend könnte die Variante mit Schmied auf der rechten Schiene neben drei weiteren Innenverteidigern tatsächlich auch eine Möglichkeit für den kommenden Spieltag sein. Der 27-Jährige verfügt zumindest über eine hohe Grundgeschwindigkeit für diese Position. Auch Linton Maina, sollte er rechtzeitig fit werden, oder Jakub Kaminski dürften genau wie die Youngsters David Fürst und Cenny Neumann Optionen sein.

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