„Steht mir besser zu Gesicht“: Kessler plant keine Rückkehr

Thomas Kessler war bekannt für seine emotionalen Diskussionen mit den Schiedsrichtern. (Foto: IMAGO / Chai v.d. Laage)
Thomas Kessler war bekannt für seine emotionalen Diskussionen mit den Schiedsrichtern. (Foto: IMAGO / Chai v.d. Laage)

Thomas Kessler wird auch nach dem Trainerwechsel nicht zurück an den Spielfeldrand wechseln. Der Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln will seine Rolle weiterhin – im wahrsten Sinne des Wortes – mit Abstand ausüben.

Die Frage, ob er nun nach der Trennung von Lukas Kwansiok wieder auf der Bank am Spielfeldrand Platz nehmen würde, überraschte Thomas Kessler ein wenig. „Darüber habe ich mir noch keine finalen Gedanken gemacht“, sagte der Sport-Geschäftsführer. „Ich finde ohnehin, dass ich meine Rolle so interpretiere, dass ich auch sehr nah an der Mannschaft und am Trainerteam dran bin. Das wird sich in den nächsten Wochen sicherlich nicht verändern.“

Seine Entscheidung schien der 40-Jährige dann allerdings innerhalb weniger Sekunden und beim Geben seiner Antwort getroffen zu haben. „Ich gehe nicht davon aus, dass ihr mich wieder auf der Bank sehen werdet, weil die Plätze auf der Tribüne stehen mir dann doch besser zu Gesicht“, sagte Kessler nach dem Wechsel hin zu René Wagner. 

Kessler sitzt seit dieser Saison auf der Tribüne

Seit seiner Beförderung zum sportlichen Verantwortlichen hat sich Kessler bewusst zurückgezogen und verfolgt die Spiele von der Tribüne aus. Zuvor war der Sport-Geschäftsführer regelmäßig Teil der Bank – und damit näher dran am Geschehen, näher dran an den Emotionen, Diskussionen und Entscheidungen.

Nicht ohne Konsequenzen: Kessler war im Herbst 2024 der erste Verantwortliche in der Bundesliga-Geschichte, der außerhalb des Trainerteams aufgrund von vier Gelben Karten gesperrt wurde. Ein Novum – und gleichzeitig ein deutliches Zeichen dafür, wie präsent der ehemalige Torhüter an der Seitenlinie agierte. Der Austausch mit dem vierten Offiziellen, die unmittelbare Reaktion auf Spielsituationen, all das gehörte zu seinem Auftreten.

Das war der Wendepunkt

Womöglich wurde bereits die Sperre zum Wendepunkt für Kessler. Auch, weil sie nicht nur sportliche, sondern auch persönliche Auswirkungen hatte. „Ich habe mir meinen Kindern zuliebe vorgenommen, weniger zu machen. Meine Tochter geht inzwischen zur Schule. Sie wird dort angesprochen, wenn der Papa eine Gelbe Karte bekommen hat. Ich habe ihr versprochen, dass das nicht mehr so oft vorkommt“, sagte Kessler damals.

Seit dieser Saison ist Kessler während der Spiele nun zumindest räumlich ein wenig distanzierter vom Spielgeschehen. Dies soll nun auch unter dem neuen Trainer René Wagner so bleiben. Seine Kinder werden es ihm wohl danken. 

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