René Wagner sprach nach dem 2:2 des 1. FC Köln bei Eintracht Frankfurt von einer Achterbahnfahrt. Und diese spiegelt sich auch in der Einzelkritik wider. Nach dem Debüt des neuen Cheftrainers am Ostersonntag fallen die Noten der FC-Profis gemischt aus.
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
Auch unter Wagner der Kapitän – und hellwach. Ob bei einem Ausflug ins Halbfeld, um weit vor seinem Strafraum zu klären, oder bei Frankfurts hochkarätigen Chancen. Erst gegen Knauff noch mit den Fingerspitzen dran (24.), dann im Eins-gegen-eins-Duell mit Kalimuendo der Sieger (34.). Nach der Pause folgte eine Fußabwehr gegen Brown (52.) und einen Schuss von Amaimouni-Echghouyab hielt Schwäbe fest (64.). Dann war er bei den Gegentoren machtlos.
GEISSBLOG-Note: 2,0
Sebastian Sebulonsen
Erstmals seit sechs Wochen in der Startelf, nach Muskelfaserriss und Gelbsperre. Ließ sich prompt übel von Kalimuendo vernaschen, was der Eintracht die erste Chance ermöglichte (5.). Hatte generell einen arbeitsreichen, aufreibenden Sonntagabend gegen den Linksaußen, wobei sich die Duelle fortan ausgeglichener gestalteten. Guter Ballgewinn samt Pass auf El Mala vor dessen erster Chance (26.). Insgesamt kamen jedoch nur 63 Prozent seiner Pässe beim Mitspieler an.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Rav van den Berg
Der Niederländer bildete mit Özkacar über weite Strecken ein stabiles Zentrum gegen die individuell hochklassige Eintracht-Offensive, hatte allerdings schon Glück, als er Brown nicht folgen konnte (52.). Beim 0:1 dann lange mit Blick auf Torschütze Burkardt, bis er ihn doch aus den Augen verlor (66.). Noch schwächer vor dem 0:2, mit völlig falschem Timing im Kopfballspiel, wodurch Burkardt von der Grundlinie ins Zentrum flanken durfte (69.).
GEISSBLOG-Note: 4,5
Cenk Özkacar
Harte Zweikämpfe, manchmal an der Grenze. Özkacar gewann zwar 71 Prozent seiner Duelle, doch vor dem 0:1 kam er gegen Chaibi gar nicht erst in den Zweikampf. Gegen den Frankfurter Vorlagengeber sah der FC-Innenverteidiger alt aus, leistete nur Geleitschutz. Leitete mit einem Pass auf Lund jedoch den 2:2-Ausgleich ein.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Kristoffer Lund
In der Anfangsphase linker Schienenspieler. Nach 20 Minuten stellte Wagner jedoch von Fünfer- auf Viererkette um, sodass Lund nun den klassischen Linksverteidiger gab. In dieser Rolle entwischte ihm Knauff, aber immerhin konnte er den Frankfurter beim Abschluss noch etwas bedrängen (24.). Vor dem 0:2 zwar mit einer Klärungstat gegen Amaimouni-Echghouyab, doch diese wurde zur Vorlage für Kalimuendo. Offenbarte schwere technische Mängel, flankte aber vor dem 2:2 in den Frankfurter Sechzehner.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Mittelfeld
Jan Thielmann
Gegen Gladbach mit seinem Comeback nach einem Muskelfaserriss, nun kehrte Thielmann auch in die Anfangsformation zurück und ersetzte Maina. Erst in der Fünferkette hinten schwach gegen Kalimuendo. Dann stabiler im rechten Mittelfeld. Hier war Thielmann als Bewacher von Brown gefragt, trug offensiv aber nur wenig bei. Irrer „Klärungsversuch“ vor die Füße von Kalimuendo (53.).
GEISSBLOG-Note: 4,5
Tom Krauß
Nach seinen Knieproblemen vor dem Derby wieder dabei. Sein starker Seitenwechsel auf Kaminski eröffnete die Partie. Führte viele Zweikämpfe und gewann diese mehrheitlich. Nach 56 Minuten mit einem Versuch aus der Distanz, nach dem er mit Theate zusammenprallte und am bereits getapten rechten Knie behandelt werden musste. Zwischen guten Ballgewinnen und -verlusten. Mit schwachem Konter (63.), insgesamt jedoch mit 86 Prozent angekommenen Pässen einer der besseren Kölner diesbezüglich.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Denis Huseinbasic
Die größte Überraschung in Wagners erster Startelf. Begann erstmals seit dem Jahresauftakt in Heidenheim – wegen Hüftproblemen und Formschwäche zuletzt nur mit sechs Minuten in elf Partien. So recht nutzen konnte er diese Chance nicht. Weder konnte Huseinbasic seine in der Vergangenheit bereits demonstrierte Passsicherheit an den Tag legen, noch konnte er etwas kreieren. Kaum Mut für Vorwärtspässe.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Jakub Kaminski
Kam im linken Mittelfeld sofort zu seinen Situationen. Scheiterte zunächst aus 14 Metern an Zetterer (1.) und verpasste bei einer Überzahlsituation den richtigen Moment zum Abspiel auf El Mala (14.). Als es El Mala später besser machte und den Polen in Szene setzte, legte sich dieser den Ball zu weit vor, sodass Zetterer wieder zur Stelle war (41.). Nach der Pause in die Arme des Torhüters (65.). Nach dem Aus in den WM-Playoffs wirkte Kaminski etwas fahrig, hatte im letzten Drittel Probleme mit der Entscheidungsfindung. Doch er gab nicht auf, blieb ein ständiger Unruheherd und brachte den FC mit einem Dribbling à la El Mala wieder auf 1:2 heran, wenngleich sein Schuss noch entscheidend abgefälscht wurde (70.).
GEISSBLOG-Note: 2,5
Isak Johannesson (ab 67. Minute)
Nach seinem Länderspiel-Trip mit der isländischen Nationalmannschaft nach Kanada musste Johannesson zunächst auf die Bank. Kam zwischen dem 0:1 und dem 0:2 für Huseinbasic in die Partie und verlieh dem Kölner Mittelfeld sowohl mehr Passsicherheit als auch Robustheit. Das 1:2 leitete er mit einem Ballgewinn im Halbfeld ein.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Linton Maina (ab 75. Minute)
Der für Thielmann eingewechselte Maina sorgte in der Schlussphase für mehr Gefahr und mehr Betrieb als sein Vorgänger. Insbesondere mit seinem Steckpass auf El Mala (81.).
GEISSBLOG-Note: keine Note
Alessio Castro-Montes (ab 82. Minute)
Feierte nach zweifacher Muskelverletzung endlich sein Comeback, kam für Krauß und erzielte direkt nach seiner Einwechslung das 2:2 (83.). Das lässt darauf hoffen, dass er an die formstarke Phase vor seiner Verletzung anknüpfen kann.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Angriff
Ragnar Ache
Der gebürtige Frankfurter hatte nach 35 Sekunden die Führung auf dem Fuß, konnte Zetterer per Abstauber aber nicht überwinden. Mit einem gewonnenen Kopfballduell am eigenen Sechzehner leitete er kurz vor der Pause Kaminskis Top-Chance ein. Nach dem Seitenwechsel dann mit der Vorarbeit für Kaminskis 1:2.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Said El Mala
Als zweite Spitze neben Ache war El Mala in der Anfangsphase kaum zu sehen – doch mit seiner dritten Ballaktion trat er plötzlich brandgefährlich in Erscheinung. Der Torjäger dribbelte an der Strafraumgrenze gegen Koch und Amenda und suchte mit links den Abschluss, verfehlte das Lattenkreuz nur knapp. Dennoch wusste Linksaußen El Mala mit seiner zentraleren Rolle weiterhin wenig anzufangen, war kaum eingebunden und suchte daher nach 35 Minuten das Gespräch mit dem Trainerteam. In einer Zwei-gegen-eins-Situation genau im richtigen Moment mit dem Querleger auf Kaminski (41.), das hätte sein nächster Assist werden müssen. In der Schlussphase nach einer eigenen Chance mit Problemen am rechten Sprunggelenk ausgewechselt (81.).
GEISSBLOG-Note: 3,0
Marius Bülter (ab 82. Minute)
Bülter löste Ache ab und war mit seinem Kopfball-Assist für Castro-Montes erstmals seit seinem Treffer im Hinspiel an einem Kölner Bundesliga-Tor beteiligt.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Luca Waldschmidt (ab 82. Minute)
Waldschmidt eröffnete die Dreier-Kombination der Einwechselspieler, indem er sich im Kopfballduell mit Frankfurts Theate durchsetzte und auf Bülter weiterleitete. Sah später noch Gelb, weil er Zetterer an der Hand traf (90.).
GEISSBLOG-Note: keine Note






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