Der 1. FC Köln muss im Saison-Endspurt auf seinen besten Torschützen der Rückserie verzichten. Doch wie will René Wagner Ragnar Ache im Kampf um den Klassenerhalt ersetzen? Marius Bülter hat dabei mit seiner eigenen Flaute zu kämpfen.
Kein Spieler hat in der Rückrunde häufiger für den 1. FC Köln getroffen als Ragnar Ache. Sechs Mal war der Stürmer vor dem gegnerischen Tor erfolgreich und sorgte damit auch für die derzeit positive Ausgangslage der Kölner im Abstiegskampf. Mehr Tore werden bis zum Saisonende jedoch wohl nicht mehr hinzukommen. Schließlich hat sich der Angreifer am Freitagabend gegen den FC St. Pauli eine strukturelle Muskelverletzung zugezogen und wird aller Voraussicht nach in dieser Saison kein Spiel mehr bestreiten können.
Damit könnte auch die zarte Hoffnung des gebürtigen Frankfurters auf eine WM-Teilnahme geplatzt sein. Aufgrund seiner starken Leistungen und guten Trefferquote hatte sich Ache zuletzt wieder ins Blickfeld der ghanaischen Nationalmannschaft gespielt. Nun steht für den 27-Jährigen jedoch zunächst einmal die persönliche Rehabilitation im Vordergrund.
Bülter wartet seit 19 Spieltagen auf einen Sieg
Für den 1. FC Köln und Trainer René Wagner ist das wahrscheinliche Saison-Aus des Stürmers eine echte Hiobsbotschaft. Der Sommer-Neuzugang hatte sich in der Rückserie zu einer festen konstante im FC-Spiel entwickelt und in zwölf von 13 Spielen in der Startelf gestanden. Einzig am ersten Rückrundenspieltag gegen den 1. FSV Mainz 05 war Ache von der Bank gekommen – hatte die Partie mit seinen beiden Toren zum 2:1-Sieg jedoch noch zum Guten für die Kölner gewendet.
Nun müssen die Geißböcke ihren bulligen Zielspieler im Strafraum an den verbliebenden vier Spieltagen ersetzen. Der naheliegende Ersatz ist dabei Marius Bülter, der schon gegen St. Pauli unmittelbar für Ache eingewechselt wurde. Allerdings steckt der ehemalige Hoffenheim-Stürmer schon seit einigen Monaten in einem Formtief. Seinen letzten Treffer erzielte Bülter am elften Spieltag gegen Eintracht Frankfurt. Seitdem ist dem 33-Jährigen überhaupt nur eine einzige Torbeteiligung gelungen – ausgerechnet beim 2:2 im Rückspiel gegen die Eintracht. Auch nach seiner Einwechslung in Hamburg blieb Bülter offensiv ohne nennenswerte Aktionen – einzig seine Rettungstat auf der Linie blieb nachhaltig in Erinnerung.
Das sind die Ache-Alternativen
Überhaupt kann Bülter nicht als gleichwertiger Ersatz für Ache gesehen werden. Bülter ist in der Luft deutlich schwächer und kann auch nicht als Wandspieler im Zentrum agieren. Vielmehr weicht der ebenfalls im Sommer zum FC gewechselte Angreifer gerne auch auf den Flügel aus und zeichnet sich durch eine hohe Laufbereitschaft vor allem gegen den Ball aus. Der FC müsste seine Spiel mit Bülter in der Startelf also in den verbliebenen vier Partien anpassen.
Das gilt jedoch für alle weiteren Ache-Alternativen. Auch Luca Waldschmidt, Linton Maina, Jan Thielmann oder Said El Mala könnten in vorderster Reihe spielen, sind (wie Bülter auch) allesamt aber keine klassischen Neuner. Am nächsten kämen dieser Rolle noch die beiden Youngsters Youssoupha Niang und Fynn Schenten. Ob Wagner dem Duo in der entscheidenden Phase des Abstiegskampfes diese Rolle jedoch zutraut, ist fraglich. Immerhin hatte der Trainer beide Stürmer seit seiner Amtsübernahme nicht mehr für den Kader nominiert, hatte anders als sein Vorgänger jedoch auch wieder deutlich mehr Profi-Personal zur Verfügung.
Vorbereitung auf Leverkusen startet am Dienstag
Bis zum rheinischen Duell am Samstag mit Bayer 04 Leverkusen hat Wagner nun Zeit, den aus seiner Sicht bestmöglichen Ersatz für Ragnar Ache zu finden. Am Mittwoch und Donnerstag wird jeweils hinter verschlossenen Türen trainiert, ehe das Abschlusstraining zur finalen Vorbereitung auf die Werkself am Freitag um 11 Uhr wieder für die Fans zugänglich sein wird.








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