Der Mann der Saison mit dem Fehlschuss der Saison: Said El Mala hat beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen das leere Tor verfehlt. Trainer René Wagner und Luca Waldschmidt richteten den Youngster mit Lob wieder auf.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Marc L. Merten, Alexander Haubrichs und Martin Zenge
Es hatten wohl nicht wenige der 45.000 Zuschauer, die es am Samstagnachmittag im RheinEnergieStadion mit dem 1. FC Köln hielten, den Torschrei bereits auf den Lippen. Als Said El Mala nach 35 Minuten an Bayer Leverkusens Schlussmann Janis Blaswich vorbei- und auf das leere Tor zuging, war sein zwölfter Saisontreffer eigentlich nur noch Formsache. Eigentlich.
Denn El Mala, der zuvor einen verunglückten Leverkusener Rückpass erobert hatte, traf mit seinem stärkeren rechten Fuß nicht das leere Tor, sondern nur den Pfosten. „Ich habe von hinten natürlich nicht den Winkel gesehen, aber wenn er das Tor nicht trifft, hoffe ich, dass es ein spitzer Winkel war“, sagte Kapitän Marvin Schwäbe nach Abpfiff – und hoffte vergeblich.
Wagner: „Wird aufwachen und sich ärgern“
Der Winkel war zwar einigermaßen spitz, jedoch nicht derart spitz, dass ein Fußballer von El Malas Klasse diese Chance auslassen dürfte. Das wusste er selbst, man sah es ihm an: Der 19-Jährige konnte im Anschluss an die Szene selbst nicht glauben, dass der Ball nicht im Netz gelandet war. Und womöglich dachte El Mala auch nach Abpfiff, als er sein Gesicht vor der Südkurve im Trikot vergrub, noch an diese Situation.
Es war für alle im Stadion ärgerlich, für uns genauso wie für ihn.
René Wagner
René Wagner ließ seinen Top-Scorer in Ruhe, wollte das Offensichtliche nicht thematisieren. „Mit Said braucht heute keiner sprechen – er weiß das selbst und er macht das ja wirklich nicht mit Absicht. Es war für alle im Stadion ärgerlich, für uns genauso wie für ihn.“ Stattdessen lobte der FC-Trainer: „Um in die Situation zu kommen, muss man viel investieren, und das hat er getan. Das war nicht die einzige Chance, die Said hatte.“
Mit neun Versuchen feuerte El Mala genauso viele Torschüsse ab wie die komplette Leverkusener Mannschaft, doch es sollte an diesem Nachmittag einfach nicht sein. „Er muss weiter arbeiten und das tut Said auch jeden Tag im Training“, sagte Wagner in der Hoffnung, dass der Youngster diesen Fehlschuss der Saison schnell abhaken kann: „Wahrscheinlich wird er morgen aufwachen und sich immer noch ein bisschen ärgern. Aber irgendwann sollte er es vergessen.“
Vorlage für Waldschmidt, warme Worte von Waldschmidt
Immerhin nahm der Angreifer noch seinen 16. Scorer-Punkt mit. Vor Luca Waldschmidts 1:2-Anschluss blieb El Mala zwar zunächst in der Leverkusener Defensive hängen, beförderte den Ball aber – ob gewollt oder nicht – doch noch zum Kölner Edeljoker.
Waldschmidt war es nach Abpfiff ähnlich wie Wagner ein Bedürfnis, El Malas Leistung und nicht die vergebene Chance in den Mittelpunkt zu stellen: „Er hat ein gutes Spiel gemacht, hat sich aufgeopfert, hatte Chancen, hat Gas gegeben, hat geackert. Das ist die Basis. Dass man mal gegen den Pfosten schießt, das passiert eben. Aber das andere sollte mehr Beachtung finden, denn das ist entscheidend.“








Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!