Große Emotionen nach einer schwachen Leistung: Nach der 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim hat der 1. FC Köln drei langjährige Spieler verabschiedet. Dominique Heintz, Florian Kainz und Luca Kilian bekamen in Müngersdorf ein letztes Mal die Bühne.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge
Ein letzter Heimsieg war ihnen nicht vergönnt, doch nach dem Abpfiff trat die sportliche Aktualität in den Hintergrund. Für den 1. FC Köln galt es, drei Profis zu verabschieden, die es gemeinsam auf stattliche 433 Pflichtspiele für die Geißböcke bringen. Dominique Heintz, Florian Kainz und Luca Kilian wurden nach dem 1:3 gegen Heidenheim ein letztes Mal gefeiert, richteten bewegende Worte an die Fans.
Mitspieler, Familie, Freunde und Club-Legenden trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Maacht et joot“ und standen Spalier für das Trio. Kilian, dessen Vertrag nach drei Kreuzbandrissen nicht mehr verlängert wird, ging als erster hindurch. Für alle drei Profis hatte der FC ein Video mit Highlights aus der Karriere vorbereitet, zudem hatte Thomas Kessler würdigende Worte parat.
Kesslers Worte für Kilian, Heintz und Kainz
Er habe „selten einen Spieler erlebt, der vom ersten Tag an so viel Identifikation an den Tag gelegt hat“, sagte der Sportchef über Kilian und wünschte dem Innenverteidiger: „Komm schnell wieder auf die Beine, wir wollen dich wieder im Stadion sehen – vielleicht sogar mit einer anderen Mannschaft hier im Stadion.“ Kilian bedankte sich insbesondere bei der aktiven Fanszene, die ihn während seiner Leidenszeit immer wieder unterstützte. „Das war großes Kino. Wir sehen uns irgendwann wieder!“
Dann war Heintz an der Reihe, dessen Vertrag ebenfalls nicht verlängert wird. „Bei dir fällt es mir besonders schwer, wir haben zusammen die Kabine geteilt“, sagte Kessler und versprach: „Du und deine Familie seid hier immer zu Hause, alles Gute für die Zukunft!“
Heintz: „FC wird immer Platz in meinem Herzen haben“
Heintz, der gegen Heidenheim kurz vor Schluss unter Standing Ovations eingewechselt wurde, geht mit seinen 32 Jahren noch einmal auf Vereinssuche. Der Innenverteidiger weiß noch nicht, wie es für ihn im Sommer weitergeht. Beim FC machte der Linksfuß über zwei Perioden insgesamt 161 Pflichtspiele – für keinen anderen Club bestritt er überhaupt über 100 Profi-Spiele.
„Ich möchte mich bei der ganzen FC-Familie bedanken. Es war mir eine Ehre, für euch spielen zu dürfen“, sagte Heintz, der bei seiner Rede mit den Tränen kämpfte. „Der FC wird immer einen Platz tief in meinem Herzen haben. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Wir sehen uns – das ist kein Tschüss, sondern nur ein bis bald!“
Kainz, mit siebeneinhalb Jahren der dienstälteste Profi des FC, gebührte der Abschluss der Abschiedszeremonie. „Wir haben so viele tolle, aber auch schreckliche Momente geteilt“, blickte Kessler zurück und betonte gegenüber dem Österreicher: „Du bist immer vorneweg gelaufen, das hat mir imponiert. Vielen Dank für alles, was du in diesem Club geleistet hast. Von Herzen alles Gute, nur das Beste. Wann immer du in Köln bist, komm gerne in unser Stadion!“
Kainz: „Sind durch Dick und Dünn gegangen“
Der Routinier beendet seine Karriere, wird Köln verlassen und in seine Heimat Graz zurückkehren. Der Ex-Kapitän des FC blickt auf über 200 Einsätze im FC-Trikot zurück, seine Einwechslung gegen Heidenheim – nach 71 Minuten, ebenfalls unter Standing Ovations – war sein 205. Pflichtspiel mit dem Geißbock auf der Brust.
Auch Kainz wurde emotional, als er zum Mikrofon griff, um sich von den FC-Fans zu verabschieden. „Es waren nicht immer gute Zeiten, aber wir sind zusammen durch Dick und Dünn gegangen. Was ihr uns als Mannschaft, aber auch mir persönlich entgegengebracht habt…“ Dann brach der 33-Jährige ab, weil es lauten Applaus gab. „Wir haben vieles erlebt“, machte er weiter und wünschte „dem ganzen Verein und allen Leuten nur das Beste für die Zukunft“.
Bevor die Abschiedsparty in die Katakomben verlegt wurde, ging es für Kainz, Heintz und Kilian noch auf eine gemeinsame Abschiedsrunde durchs RheinEnergieStadion, die natürlich vor der weiterhin gut gefüllten Südkurve endete. Mit der Mannschaft im Rücken, ließ sich das Trio ein letztes Mal feiern. Capo Stephan Schell stimmte „En unserem Veedel“ an – ein letzter Gänsehaut-Moment, den die drei langjährigen FC-Profis nicht vergessen werden.








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