Die nackten Zahlen sind nach sechs Spielen ernüchternd. René Wagner hat als Cheftrainer beim 1. FC Köln einen Sieg, drei Unentschieden und zwei Niederlagen eingefahren. Warum sich die Spieler trotzdem für ihn als Dauerlösung aussprechen.
„Zwei, drei Prozent“ hätten dem 1. FC Köln am Ende im Vergleich zum 1. FC Heidenheim gefehlt, um den Sieg unbedingt einzufahren. So berichtete es Marius Bülter am Sonntagabend nach der 1:3-Niederlage gegen das Tabellenschlusslicht, das dank des Sieges in Köln keines mehr ist. Ein Grund für die zweite Heimpleite in Folge, den man auch René Wagner ankreiden muss? Immerhin schaffte es der Trainer nicht, seine Spieler bis in die Haarspitzen zu motivieren, um im letzten Heimspiel der Saison noch einmal bis ans Limit zu gehen und nicht nur für die ausscheidenden Spieler, sondern auch den Fans einen würdigen Abschied zu bescheren.
Trotz der eher durchwachsenen Bilanz von einem Sieg, drei Remis und zwei Niederlagen sprechen sich die FC-Profis jedoch für eine Weiterbeschäftigung des 37-Jährigen aus. „René hat uns Stabilität und Struktur ins Spiel gebracht, es waren schwierige Spiele mit teilweise guten Leistungen dabei“, sagte Bülter, der gegen Heidenheim zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen hatte. Mit „etwas mehr Glück“ hätte die Mannschaft sogar noch den ein oder anderen Zähler mehr holen können.
Bülter erklärt Wunsch der Mannschaft
Ob Wagner für den erneut größeren Umbruch im Sommer nun der richtige Mann ist, muss insbesondere Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler entscheiden. Die gesamte Mannschaft habe Kessler dabei allerdings nicht um ihre Einschätzung gebeten. „Ich habe aber den Eindruck“, bekräftigte Bülter, „dass wir uns als Mannschaft wünschen, dass er unser Trainer bleibt.“
Ähnlich klangen die Worte auch von Torhüter Marvin Schwäbe. Ob eine längerfristige Beförderung nach den bisherigen sechs Spielen verdient sei oder nicht, „liegt nicht in meiner Hand“, meinte der Kapitän zwar. Gleichzeitig warb Schwäbe aber auch mit Lob für eine Weiterbeschäftigung Wagners: „Er ist ein kommunikativer und positiver Mensch, der versucht, die Mannschaft mitzureißen. Er hat an Stellschrauben gedreht, die wir in dem Moment gebraucht haben. Er hat sehr gute Arbeit gemacht.“ Dabei weiß der 31-Jährige auch, dass die Mannschaft selbst mit ihrer Leistung nicht unbedingt ein Bewerbungsschreiben für Wagner abgeliefert hatte. „Wir hätten mit einem anderen Ergebnis noch mehr für ihn spielen können. Es hat leider nicht funktioniert, obwohl wir wollten.“
Kainz lobt Wagner zum Abschied: „Ein guter Trainer“
Einer, der René Wagner schon lange kennt, in der kommenden Saison aber nur noch von außen auf dem Club schauen wird, ist Florian Kainz. Der Routinier und ehemalige Kapitän beendet nach der Saison seine Karriere, arbeitete aber schon während der Amtszeit von Steffen Baumgart mit Wagner als damaligem Co-Trainer zusammen. „Ich kenne René schon sehr lange, habe viel mit ihm erlebt. Er ist ein Trainer, der ein enormes taktisches Wissen hat, uns sehr gut auf Spiele und Situationen einstellen kann. Er hat einen guten Zugang zur Mannschaft“, sagte Kainz nach seinem emotionalen Abschied aus Müngersdorf.
Ob Wagner für die Zukunft der richtige Mann an vorderster Front beim FC ist, sollen dabei jedoch „andere entscheiden.“ Aber auch Kainz bescheinigte dem 37-Jährigen „einen guten Zugang zu Spielern. Er ist ein guter Trainer.“ Ohnehin sei es aktuell schwer zu sagen, was die Mannschaft für die kommende Spielzeit brauche, denn wie in jedem Jahr würde sich der Kader auch im Sommer wieder massiv verändern. Trotzdem ist der Österreicher „positiv, dass wir eine gute neue Saison gehen werden.“ Nach siebeneinhalb Jahren dann allerdings ohne ihn selbst. Ob René Wagner Teil davon sein wird, dürfte in den kommenden Tagen final geklärt werden.





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