Der Klassenerhalt ist sicher, die Enttäuschung beim 1. FC Köln dennoch groß. Kapitän Marvin Schwäbe findet nach der Heimpleite gegen Heidenheim deutliche Worte – und legt offen, warum der FC in dieser Form auch künftig Probleme bekommen dürfte.
Der 1. FC Köln hat den Klassenerhalt geschafft. Zufrieden ist damit am Geißbockheim dennoch niemand. Vor allem Kapitän Marvin Schwäbe fand nach der 1:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Heidenheim deutliche Worte und lieferte eine schonungslose Analyse einer Saison, die trotz des sicheren Ligaverbleibs viele Fragen offenlässt.
„Wir werden die Saison analysieren und uns nochmal zusammensetzen“, kündigte der Torhüter an. „Dass es so nicht reicht, um in der Bundesliga zu bestehen, ist glaube ich klar und verständlich.“ Ein deutliches wie offenes Urteil – gerade angesichts der Tatsache, dass der FC durch die Niederlagen von Wolfsburg und St. Pauli bereits vor dem Anpfiff gegen Heidenheim und damit zwei Spieltage vor Saisonende auch rechnerisch gerettet war.
Saisonstart war vielversprechend
Dabei hatte die Saison zunächst vielversprechend begonnen. Aus den ersten drei Spielen holten die Kölner sieben Punkte, nach sieben Spieltagen standen sogar elf Zähler auf dem Konto. Der FC lag damals auf Rang sechs und schien nach dem Wiederaufstieg schnell wieder in der Bundesliga angekommen zu sein. Doch dieser Eindruck hielt nicht lange.
Bis zum Rückrundenauftakt gelang nur noch ein weiterer Sieg (4:1 gegen den Hamburger SV in doppelter Überzahl). Zwar folgten zu Beginn der Rückserie noch die beiden Heimerfolge gegen Mainz und Wolfsburg, insgesamt aber brach die Mannschaft nach dem starken Saisonstart immer weiter ein. Nach dem Wolfsburg-Spiel gewann der FC unter Lukas Kwasniok bis zu dessen Entlassung am 27. Spieltag überhaupt kein Spiel mehr, lediglich drei Unentschieden kamen hinzu.
Schwäbe: „Jetzt gilt es, die nächsten Schritte zu gehen“
Auch unter Nachfolger René Wagner stabilisierte sich die Mannschaft zwar defensiv, spielerisch blieb die Entwicklung jedoch überschaubar. In sechs Spielen unter dem neuen Trainer stehen nur ein Sieg, drei Remis und zwei Niederlagen zu Buche. Die nötigen Punkte für den Klassenerhalt waren letztlich bereits zuvor gesammelt worden – ein echter sportlicher Aufschwung blieb jedoch aus.
Schwäbe sieht deshalb vor allem den Saisonstart als entscheidenden Faktor dafür, dass der FC überhaupt frühzeitig über dem Strich blieb. „Auf der anderen Seite haben wir eine sehr gute erste Hälfte gespielt, zumindest die ersten fünf bis zehn Spiele, die uns durch die Liga getragen haben“, erklärte der 31-Jährige. Gleichzeitig richtete der Kapitän den Blick bereits nach vorne: „Jetzt gilt es, die nächsten Schritte zu gehen und nicht an den letzten Spielen anzuknüpfen.“
Minimalziel erreicht, mehr aber auch nicht
Dass die Fans nach der Heidenheim-Niederlage ihren Unmut lautstark kundtaten, konnte Schwäbe nachvollziehen. „Ich habe definitiv Verständnis für die Pfiffe“, sagte der Keeper offen. Gleichzeitig hob er hervor, dass die Stimmung nach dem Schlusspfiff noch ins Positive gekippt sei, als die ausscheidenden Spieler verabschiedet wurden. „Ich finde es aber genauso gut, dass sie den Switch gefunden haben, die Spieler vernünftig zu verabschieden.“ Mit Dominique Heintz, Florian Kainz und Luca Kilian wurden gleich mehrere langjährige FC-Profis emotional verabschiedet. Die sportliche Enttäuschung rückte dabei zumindest kurzzeitig in den Hintergrund.
Dass man sich beim FC sportlich um einiges mehr vorgestellt hatte machte Schwäbe ebenfalls deutlich. „Dass wir einen anderen Anspruch haben, auf dem Platz mehr Punkte einzufahren, ist klar“, betonte der Kapitän und fügte hinzu: „Das Minimalziel haben wir geschafft.“ Mehr aber eben auch nicht.






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