Nur vier Stars besser: Ist der perfekte Joker wirklich ein Transfer-Kandidat?

Luca Waldschmidt gegen den FC Rheinsüd
Wertvoller Offensivspieler für den 1. FC Köln: Luca Waldschmidt. Foto: imago/de Fodi

Luca Waldschmidt galt am Ende der letzten Saison und über den Sommer hinweg als Wechselkandidat. Doch seine vielfältigen Offensivqualitäten kann der 1. FC Köln eigentlich gut gebrauchen – wenn der Profi einen Fakt akzeptiert.

Eine Hochzeit wie aus dem Bilderbuch, ein entspannter Sommer: Luca Waldschmidt konnte sich ohne Zwischenfälle auf seine vierte Saison beim 1. FC Köln vorbereiten. Kritiker prophezeien ihm eine schwere Spielzeit, dabei kann der 30-Jährige für den Club unglaublich wertvoll sein. Das hat er schon längst bewiesen.

Ansätze sah man sogar im Auftakt-Test gegen den FC Rheinsüd, bei dem er traf und gut spielte. Trotzdem ist da immer ein Fragezeichen bei Verantwortlichen und Fans. Es ist ja nicht so, dass der ehemalige Profi des SC Freiburg, von Benfica Lissabon und dem VfL Wolfsburg nicht wüsste, dass er polarisiert. Eben weil er oft gefragt wird und dann auch kein Blatt vor den Mund nimmt, weil er seine Ansprüche formuliert. Aber Waldschmidt sagte zuletzt: „Ich fühle mich hier pudelwohl und plane meine Zukunft beim FC.“

Luca Waldschmidt war nie wirklich Stammspieler

Genau dort gibt es dann allzu oft eine Kluft mit der Wirklichkeit. Denn als Stammspieler konnte sich Waldschmidt, dessen Vertrag am Ende der kommenden Saison ausläuft, nicht etablieren. Als er das im Winter einforderte, kostete es ihn unter Lukas Kwasniok den Kaderplatz in Heidenheim. Aber auch unter Nachfolger René Wagner war Waldschmidt eher die erste Einwechsel-Option in der Offensive, blieb beim 1:5 in München sogar ohne Einsatzminute.

So stand er insgesamt 32-mal im Kader, kam dabei aber lediglich auf sieben Startelf-Einsätze und 17 Einwechslungen. In seinen 666 Einsatzminuten konnte er trotzdem fünf Tore und vier Vorlagen zum Klassenerhalt beitragen. Und dazu gehörten wichtige wie der Assist zum Sieg in Mainz, jener zur Führung gegen den FC St. Pauli oder das überlebenswichtige 1:1 am Millerntor im Rückspiel.

Nur vier Joker noch gefährlicher

Vier Tore und zwei Vorlagen gelangen Waldschmidt nach Einwechslungen. Mehr Scorerpunkte von der Bank sammelten vergangene Saison lediglich vier, durchaus namhafte, Bundesliga-Stars: Bayerns Michael Olise, Dortmunds Fabio Silva, Frankfurts Jonathan Burkardt und natürlich Said El Mala.

Trotzdem galt Waldschmidt zuletzt als Verkaufskandidat – weil er eben nicht als jemand gilt, der sich in Rollen fügt. Doch genau das könnte der Schlüssel sein: Coach Wagner wird gerne sehen, wenn der Routinier im Training Druck auf Said El Mala, Ragnar Ache oder wer immer da noch kommen sollte, macht.

Bleibt er dabei positiv, dann wird Luca Waldschmidt für den 1. FC Köln extrem wertvoll sein. Akzeptiert er, dass er vielleicht nur die Nummer zwölf oder dreizehn im Kader ist, haben die Geißböcke einen der vielseitigsten und gefährlichsten Joker der Liga in ihren Reihen.

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