Der FC-Spagat mit den El Malas ist mehr als nur Transfer-Kalkül

Said El Mala im Trainingslager in Kitzbühel – gut aufgelegt und in Form. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Said El Mala im Trainingslager in Kitzbühel – gut aufgelegt und in Form. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

Thomas Kessler versucht den Spagat zwischen sportlicher und wirtschaftlicher Verlockung. Dem 1. FC Köln würde ein Verbleib von Said El Mala genauso gut tun wie ein lukrativer Verkauf. Eines ist klar: Die Geißböcke setzen wie schon einst bei der Verpflichtung auf die Familie.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Thomas Kessler geriet ins Schwärmen. Der Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln setzte am Donnerstag im Trainingslager zur Charme-Offensive an. „Wir haben einen super Spieler. Ganz Köln liebt den Jungen. Trainer und Staff lieben den Jungen. Der performt im Training fantastisch. Wir hatten ganz viele Jahre keinen Spieler mit so einer öffentlichen Wahrnehmung.“ Natürlich meinte Kessler Said El Mala.

Und es ging weiter: „Schaut mal, wie der Junge trainiert, mit der Situation umgeht, wie er sich verhält. Das ist so überragend. Das macht so Spaß. Er ist so ein toller Junge. Er lacht den ganzen Tag, fühlt sich wohl. Es ist so schön zu sehen, dass er gemeinsam mit seiner Family so damit umgeht.“ An diesem Punkt begann Kesslers Schwenk vom Spieler zum Menschen El Mala mit seinen wichtigsten Bezugspersonen im Leben.

Kesslers Lob soll den FC symbolisieren

„Wir sind in einem sehr vertrauensvollen Austausch mit der Familie, und das nicht erst, seit die Saison vorbei ist. Ich finde es außergewöhnlich, wie die Familie reagiert, wenn so viele lukrative Offerten reinflattern. Es macht mir sehr viel Spaß mit ihnen zusammenzuarbeiten. Es ist jedes Mal schön, wenn wir bei mir im Büro sitzen und uns gemeinsam austauschen. Und ich würde mir wünschen, wenn wir das noch länger hätten.“

Wer Kessler kennt, der weiß: So redet der 40-Jährige nicht aus reinem Kalkül. Der Sportchef meint es so. Seit Kessler im Amt ist, arbeitet der gebürtige Kölner an einem anderen FC. An einem FC, der den Spagat hinbekommt zwischen sportlicher Ambition, für die es auch mal deutlicher zugehen muss, und familiärer Nähe, für die der FC schon immer stehen wollte. Auf dem Platz soll es auch mal scheppern, neben dem Platz dafür trotzdem herzlich zugehen.

Für beide Ausgänge braucht der FC die Familie

Und so setzt der FC unter Kessler im Poker um Said El Mala erneut auch auf die Familie. Wie 2024, als die Geißböcke Said nur verpflichten konnten, weil sie auch Bruder Malek holten. Jetzt betonte Kessler die positive Atmosphäre mit der Familie, stellte auch heraus, dass auch Malek durchaus Bundesliga-Perspektive haben kann, wenn er verletzungsfrei bleibt, verweist auf offene und vertrauensvolle Gespräche mit den Gebrüdern und deren Eltern, insbesondere mit Mutter Sabrina.

Kessler weiß: Für beide Ausgänge des Transferpokers kann der FC die Familie gut gebrauchen. Sollte sich ein Transfer anbahnen und es um die letzten Millionen gehen, können die Geißböcke keinen Druck von der Spielerseite gebrauchen, um die eigene Verhandlungsposition nicht zu schwächen. Sollte sich wiederum am Ende kein Transfer ergeben, kann der FC es ebenso nicht gebrauchen, dass mit dem Finger auf die FC-Bosse gezeigt und ihnen vorgeworfen wird, dem Jungen im Weg zu stehen.

Said El Mala belohnt das FC-Verhalten

Kurzum: Die Familie El Mala spielt im Poker um Said eine entscheidende Rolle. Es geht längst nicht nur um den Spieler, einen interessierten Verein und den FC. Es geht darum, diesen Transfer mit Herz und Verstand über die Bühne zu bringen – oder eben abzublasen und dabei keinen Scherbenhaufen zu erzeugen. Genau das gelingt dem FC bislang. Und Said El Mala zahlt es bislang mit bärenstarken Trainingsleistungen zurück.

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