Rückenwind für die Ausbau-Pläne des 1. FC Köln: Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat den Bebauungsplan zur Erweiterung des Geißbockheims für rechtmäßig erklärt. So reagieren die Verantwortlichen.
Nicht nur im Poker um Said El Mala ist am Freitag eine Entscheidung gefallen. Während Borussia Dortmund die Gespräche mit dem 1. FC Köln für beendet erklärte, wurde am nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster zur Frage des Geißbockheim-Ausbaus und der Bebauung der Gleueler Wiese verhandelt. Mit einem positiven Ende für den FC. So entschied das OVG, dass der 2020 von der Stadt aufgestellte Bebauungsplan rechtmäßig ist.
FC-Präsident Jörn Stobbe reagiert erfreut: „Wir begreifen das heutige Urteil als Startschuss für eine große, gemeinsame Aufgabe. Wir wollen den Naturschutz, den Grüngürtel und den Sport einschließlich Breitensport stärken. Dazu unsere Einladung an die gesamte Stadtgesellschaft: Lasst uns jetzt gemeinsam unseren Kölner Grüngürtel, die grüne Lunge unserer Stadt, reparieren und ausbauen!“
Stobbe: „Wir als 1. FC Köln wollen Vorreiter sein“
Der nun bestätigte Bebauungsplan sieht neben einem neuen Leistungszentrum am Geißbockheim auch drei neue Fußballplätze und vier Kleinspielfelder für die Öffentlichkeit auf der Gleueler Wiese vor. Naturschützer hatten dagegen geklagt – hatten die Versiegelung der Grünfläche moniert, sich unter anderem um das Wohl von Libellen, Grashüpfern und Tagfaltern gesorgt. Es entwickelte sich eine jahrelange Hängepartie, die jetzt zumindest aus juristischer Sicht beendet ist.
„Der Grüngürtel ist über Jahrzehnte durch Versiegelungen leider oft zu einem Flickenteppich geworden. Wir als 1. FC Köln wollen Vorreiter sein und die Diskussion führen, wie wir durch gezielte Überkompensation den Grüngürtel am Ende sogar vergrößern und gesunden lassen können“, kündigt Stobbe nach dem Urteil an. Der FC-Präsident appelliert: „Wenn wir das gemeinsam anpacken, stärken wir beides: Naturschutz und Sport. Köln kann das!“
Die Entscheidung des Gerichts ist ein Meilenstein.
Philipp Türoff
In Bezug auf die Gleueler Wiese war für den FC jedoch nicht nur die Klage problematisch, sondern bekanntlich auch die fehlende politische Mehrheit. Nachdem der Bebauungsplan 2020 beschlossen wurde, änderten sich die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat. Die Grünen, als stärkste Kraft im Rat, vereinbarten mit der CDU und Volt ein Stillhalteabkommen. Die Geißböcke erhielten dadurch keinen Pachtvertrag für die Wiese.
Mittlerweile hat die SPD dem FC zu einer Mehrheit für das sogenannte Satellitenplatz-Modell verholfen (der GEISSBLOG berichtete). Mehrere Plätze in der Nähe des Geißbockheims sollen renoviert werden und dem Club zur Verfügung stehen. Aufgeben wollen die Verantwortlichen die Gleueler Wiese jedoch nicht – erst recht nicht nach dem Urteil von Freitag.
Türoff: „Gleueler Wiese einzige vollumfängliche Lösung“
„Die Entscheidung des Gerichts ist ein Meilenstein“, sagt Geschäftsführer Philipp Türoff. „Sie beendet die jahrelange juristische Blockade und bestätigt unseren Weg. Der Stadtratsbeschluss zu den Satellitenplätzen im Juli war ein wichtiges Signal, um unseren absoluten Notstand abzufedern – doch faktisch stehen wir noch immer ohne jeden neuen Platz da, weil auch diese Ausweichlösungen durch umweltliche Prüfungen und bürokratische Schleifen müssen.“
Türoff betont: Das Satellitenplatz-Model ist keine 1a-Lösung. „Neben diesem unsicheren Faktor bleiben ausgelagerte Plätze mit täglichen Shuttle-Fahrten ein logistischer Notnagel. Die Gleueler Wiese ist und bleibt die bislang einzige vollumfängliche Lösung, die unserem Nachwuchs, den FC-Frauen und unserer Verantwortung wirklich gerecht wird. Die Kölner Politik hat nun die rechtsstaatliche Klarheit, diese Lösung für den Kölner Sport umzusetzen.“ Doch ob es auch hierfür eine Mehrheit im Stadtrat gibt, ist mehr als fraglich.








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