„Dumpfes Gefühl im Magen“: So sehr treffen Wagner die Raus-Rufe

René Wagner spricht über die Fan-Pfiffe gegen Schalke. (Foto: Bucco)
René Wagner spricht über die Fan-Pfiffe gegen Schalke. (Foto: Bucco)

Die Pfiffe und Raus-Rufe nach dem Schalke-Spiel haben bei René Wagner Spuren hinterlassen. Vor dem Pokal-Duell gegen Union Berlin sprach der Trainer des 1. FC Köln offen darüber, wie sehr ihn die Reaktionen der eigenen Fans getroffen haben. 

Die Reaktionen der eigenen Anhänger nach dem vergangenen Spiel gegen den FC Schalke 04 wirken beim 1. FC Köln noch immer nach. Nach dem enttäuschenden Auftritt hatten die Fans ihrem Unmut lautstark Luft gemacht. Pfiffe begleiteten die Mannschaft nach der Partie, es waren sogar erste „Wagner raus!“-Rufe zu hören. Eine Reaktion, die auch am Trainer nicht spurlos vorbeigegangen ist.

„Direkt nach dem Spiel und auch am Tag danach hat es einen persönlich schon getroffen“, gestand Wagner auf der Pressekonferenz vor dem Spiel im DFB-Pokal gegen Union Berlin. „Ich bin jetzt lange genug im Verein. Das sind natürlich Momente, in denen man persönlich getroffen ist, weil es nicht einfach ist. Aber wir müssen damit umgehen.“ Der Coach machte dabei deutlich, dass ihn nicht nur die Kritik an seiner eigenen Person beschäftigte. „Mir tut es auch leid für die Jungs, die nach dem Spiel mit Pfiffen begleitet wurden. Das ist nie schön, das wissen wir.“

Wagner: „Kein schönes Gefühl am nächsten Morgen“

Dabei nahm Wagner seine Mannschaft ausdrücklich in Schutz. „Ich glaube, dass die Jungs trotzdem alles reingehauen haben in dem Spiel“, sagte der Trainer. Gleichzeitig räumte er die offensichtlichen Probleme gegen die Schalker ein: „Wir haben es nicht geschafft, im letzten Drittel so gefährlich zu werden, wie wir es wollen.“ Daran müsse die Mannschaft arbeiten. Schon gegen Union Berlin soll eine Reaktion folgen. „Das wollen wir morgen beweisen, indem wir Tore schießen.“

Wie sehr ihn die Reaktionen der eigenen Anhänger beschäftigt haben, verdeutlichte Wagner wenig später noch einmal. „Natürlich ist man nach dem Spiel enttäuscht, wenn man zu Hause auf der Couch sitzt. Es ist kein schönes Gefühl, am nächsten Morgen mit diesem dumpfen Gefühl im Magen aufzuwachen, dass man Menschen enttäuscht hat. Das will man nie“, erklärte der FC-Trainer. Dass die Pfiffe und die Kritik etwas mit den Beteiligten machen, sei dabei nur menschlich. „Ich glaube, die Reaktion wird bei jedem Menschen, der da unten steht, etwas auslösen. Das ist ganz normal.“

Spieler überrascht über die Reaktionen von der Tribüne

Auch innerhalb der Mannschaft waren die Geschehnisse nach dem Schlusspfiff offenbar nicht einfach abgehakt. Wagner berichtete, dass er mit einigen Spielern über die Fan-Reaktionen gesprochen habe. Diese hätten nach der Partie teilweise gesagt, „dass sie ein bisschen überrascht waren“. Wagner erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass hinter den Profis und Trainern auch Menschen stecken. „Am Ende sind wir Menschen, die diesen Sport machen, weil wir ihn lieben, den Verein lieben und weil wir hier arbeiten oder spielen wollen“, sagte der Coach. Es mache „unglaublich viel Spaß, zu Hause im Stadion Fußball zu spielen“. Umso bitterer sei es, anschließend mit einem solchen Gefühl nach Hause gehen zu müssen.

Doch so sehr die Pfiffe Wagner und seine Spieler auch beschäftigt haben mögen, inzwischen ist der Blick beim FC wieder nach vorne gerichtet. „Das ist jetzt aber abgehakt. Das müssen wir auch abhaken“, betonte der Trainer. Die kurze Zeit zwischen den beiden Partien könnte dabei sogar von Vorteil sein. „Da hilft vielleicht auch so eine englische Woche, weil nicht so viel Zeit dazwischenliegt und wir nicht so lange darüber nachdenken müssen, was passiert ist.“

Steigerung gegen Union wird nötig sein

Statt die Enttäuschung über den Auftritt gegen Schalke weiter mit sich herumzutragen, will Wagner die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung nutzen. Das Pokal-Spiel gegen Union Berlin bietet dem FC schließlich die Chance, mit einer überzeugenden Leistung wieder für positivere Schlagzeilen zu sorgen. „Morgen gibt es eine neue Chance, die Fans glücklich zu machen. Dafür tun wir alles und das muss morgen unser großes Ziel sein“, erklärte der 38-Jährige. „Jeder Spieler, der morgen auf dem Feld stehen wird, jedes Staffmitglied und jeder Trainer wird alles dafür tun, dass wir eine Runde weiterkommen. Das ist das große Ziel.“ Dass dafür eine deutliche Steigerung nötig sein wird, dürfte nach den offensiven Problemen gegen Schalke außer Frage stehen.

Sportchef Thomas Kessler sprach seinem Trainer nach dem 0:0 „volle Rückendeckung“ aus, forderte jedoch auch Erfolge ein. Eine Trennung im Falle einer Pokal-Niederlage zeichnet sich nach GEISSBLOG-Informationen nicht ab.

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