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Das traurige Fan-Dilemma zwischen Profis und U21

Die Fans des 1. FC Köln können den ersten Spieltag kaum mehr erwarten.

Auch in der neuen Saison müssen sich die Anhänger des 1. FC Köln entscheiden: Profis oder U21 – beide Mannschaften zu unterstützen wird unmöglich sein. Auch 2015/16 achten die Verbände wieder penibel darauf, dass sich die Spiele von Profiteams und ihren Zweitvertretungen zeitlich überschneiden. Der Grund: Sicherheitsbedenken.

Köln – Auch an diesem Samstag wird es wieder soweit sein: Fans des 1. FC Köln, die beide Mannschaften der Geissböcke sehen wollen – die Profis und die U21 – werden sich entscheiden müssen. Denn: Mehr als eine Halbzeit U21 gegen Verl um 14 Uhr im Franz-Kremer-Stadion wird nicht drin sein, will man rechtzeitig zum Anpfiff im RheinEnergieStadion sein, um ab 15.30 Uhr die Partie gegen den VfL Wolfsburg sehen zu können.

Was wie Hohn und Spott für den Amateurfußball klingt, ist gängige Praxis. Von der Deutschen Fußball-Liga runter bis ins die Regional- und Verbandsligen nehmen die Spielplan-Bauer den unteren Ligen bewusst Zuschauer weg. Woche für Woche stecken große Anhängerschaften wie die des Effzeh, Borussia Mönchengladbach, Schalke 04 und Borussia Dortmund in der Zwickmühle: Profis oder U21? Beides geht nicht. Die Folge: Die Ränge in der Regionalliga West bleiben leer, im Zweifel siegt die Profimannschaft über die eigene U21/U23.

Sechs Zuschauer beim Derby Fortuna vs. Effzeh

So auch bei den Geissböcken. Beispiel gefällig? Am 2. August, als die Profis um 15.00 Uhr gegen den FC Valencia im RheinEnergieStadion um den Colonia Cup spielten, begann für die U21 von Coach Martin Heck in Velbert die neue Saison. Auf den Rängen knapp 800 Zuschauer, rund 150 davon Kölner Anhänger. Die Stimmung war gut, auch dank einigen Jungs aus der Wilden Horde, die einen Ausflug zur SSVg dem Testspiel der Profis vorgezogen hatten.

Zwei Wochen später: Mittlerweile hat auch die Saison der Profis begonnen. Köln spielt beim VfB Stuttgart, Anpfiff 17.30 Uhr am Sonntag, den 16. August. Dreieinhalb Stunden vorher hat bereits die U21 gespielt – im Derby bei Fortuna Düsseldorf. Ein brisantes Spiel. Kölner Zuschauer im Stadion: sechs, handgezählt, vier Eltern von Spielern, zwei Fans im Gästeblock. Zwei. Bei einem Derby. Der Grund von Seiten der Verbände ist immer der gleiche: die Sicherheit. Dass das enorme Sicherheitsdenken selbst in den unteren Ligen aber mittlerweile dazu geführt hat, dass sich kaum ein Mensch mehr ernstlich für diese Ligen interessiert, scheint den Machern durchzugehen.

Der GEISSBLOG.KOELN meint: So tötet der Fußball auf Dauer seine eigenen Wurzeln ab.

1 Antwort
  1. hapeen
    hapeen says:

    Hier kann ich dem GB nur voll zustimmen.
    Wir sägen mit deutscher Gründlickeit den Ast ab, auf dem wir alle sitzen.
    Das kann und wird auf Dauer nicht gut gehen.
    Wir müssen unbedingt die Amas, die Jugendmannschaften und last but not least unsere Mädchen
    unterstützen und sehen können.
    Woher sollen wir uns denn über unseren Nachwuchs einen Überblick verschaffen können? So gut mich der GB wirklich unterrichtet, aber es ersetzt mir nicht den eigenen Eindruck, die eigene Einschätzung.

    Leider, leider kann ich aber die DFL durchaus verstehen, denn das Sicherheitsargument ist eben nicht von der Hand zu weisen. Wir müssen da eine Lösung finden. Und ich fürchte, auf Dauer kommen wir um personalisierte Karten nicht herum. Was waren das noch Zeiten, als ich zum FC ging und Flocke, Overath usw. sehen konnte, ohne Angst zu haben. Andererseits, die Stimmung war auch nicht so wie heute.
    So oder so, wir werden eine schmerzhafte Entscheidung treffen müssen…….leider.

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