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Bittencourts Erinnerungen: Als 500 Fans den Bus blockierten

Leonardo Bittencourt ist zwar erst 21 Jahre alt. Das bevorstehende Derby am Samstag zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach macht ihn aber nicht nervös. Der Neuzugang hat in seiner jungen Karriere bereits drei außergewöhnliche Derby-Kulturen kennen gelernt. Die Erinnerungen daran sind nicht immer positiv.

Köln – Als 17-Jähriger lief er im Derby für Energie Cottbus gegen Dynamo Dresden auf. Das Stadion der Freundschaft kochte, der FCE siegt mit 2:1. Bittencourt stand in der Startelf – es war der Beginn seiner Karriere. Und es sollte ihn prägen für seine folgenden Klubs. Für Borussia Dortmund lief er zwar nur sieben Mal auf, dafür aber bei der 1:2-Heimpleite gegen den FC Schalke 04 im heimischen Signal Iduna Park vor 80.000 emotionalen Fans.

Kein normales Bundesliga-Spiel

Seine prägendste Erinnerung aber verbindet er mit seiner Zeit bei Hannover 96. „Ich muss sagen, dass das Derby mit Hannover gegen Braunschweig am heftigsten war“, berichtete Kölns Linksaußen dem GEISSBLOG.KOELN. 96 hatte im April 2014 einen rabenschwarzen Tag erwischt und beim späteren Absteiger Eintracht eine derbe Klatsche kassiert. „Wir verloren 0:3 und hinterher haben 500 Fans am Parkplatz auf uns gewartet. Sie haben uns nicht nach Hause gelassen und mit Raketen durch die Gegend geschossen. Da ist es im Vergleich bei Dortmund gegen Schalke ziemlich ruhig.“

Ruhe erwartet er für Samstag nicht, hofft aber auf einen positiven Ausnahmezustand. „Die Stimmung ist ganz anders, das merken wir Spieler schon Tage vorher bei den Fans. Das ist kein normales Bundesliga-Spiel.“ Bittencourt hofft, dass „die Fans uns lautstark anfeuern werden wie nie zuvor. Das ist das Derby und wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen.“ Den Fan-Boykott kann er zwar auch nicht wirklich verstehen. Er hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. „Bis Samstag sind noch ein paar Tage Zeit. Vielleicht überlegen die Fans es sich ja noch. Aber ich glaube, dass sie trotzdem alle mitsingen werden. Das steckt in ihnen drin.“

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