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Peszko macht es wie Brecko: Abflug der Altstars

Slawomir Peszko ist nicht mehr Spieler des 1. FC Köln. Am Montagabend hat auch der letzte Spieler der „alten Garde“ den Effzeh verlassen, der die turbulenten Jahre vor dem Abstieg 2012 mitbekommen hatte. Slawomir Peszko und Miso Brecko – mit ihren Abgängen sind auch die letzten Erinnerungen an eine Zeit passé, die nicht mehr zurückkommen soll.

Köln – Einzig Thomas Kessler kann aus der damaligen Profi-Mannschaft noch so einiges erzählen. Doch er war gerade in den intensiven Jahren 2010 bis 2012 erst an St. Pauli und dann an Eintracht Frankfurt ausgeliehen gewesen. Mit den Abgängen Peszkos und Breckos hat der Effzeh also seine Vergangenheit hinter sich gelassen.

Passend, dass beide Transfers ähnliche Vorgeschichten und ähnliche Abläufe hatten. Beide Spieler hatten nur noch ein Jahr Vertrag beim 1. FC Köln, hatten mit 30 Jahren (Peszko) bzw. 31 (Brecko) nicht mehr in die Altersstruktur des Kaders gepasst. Ihre Verträge wären wohl nicht mehr verlängert worden. Doch beide wollen unbedingt noch einmal ein großes Turnier miterleben, die EM 2016 mit Polen bzw. Slowenien. Um ihre Plätze in der Nationalmannschaft nicht zu verlieren, entschlossen sie sich zu einem Vereinswechsel – weil sie ihre Plätze beim Effzeh verloren hatten.

Kader so, dass wir die besten Optionen haben

Peszko hatte es in dieser Saison nicht einmal mehr in den Kader der Kölner gepasst. Nach dem Hamburg-Spiel war er deswegen nach Polen geflogen, um mit seinem Berater Nassem Touihri (berät auch Lukas Podolski) den Deal mit Lechia Gdansk perfekt zu machen. Zuvor hatte er ein Gespräch mit FC-Trainer Peter Stöger geführt, in dem Stöger dem Spieler dessen Perspektive klar aufgezeigt hatte.

„Wir haben vor dem letzten Spiel gesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass ich weiß, dass seine Situation schwierig ist, aber auch, dass der Kader nun einmal gerade so ist, wie er ist“, sagte Stöger. „Auch die Ersatzbank haben wir so aufgestellt, dass wir die besten Optionen haben. Er ist ja nicht im Kader gewesen, weil er nicht richtig trainiert hätte. Das hat er immer gemacht.“

Ich hoffe, dass ihre Überlegungen richtig sind

Peszko hatte nicht mehr zu den besten Optionen gehört. Deswegen hatte er sich – wie zuvor Brecko – für einen Wechsel entschieden. „Wie bei Miso sind wir nicht auf ihn zugegangen und haben ihm gesagt, er müsse den Verein verlassen. Aber wenn beide zum Entschluss gekommen sind, gehen zu müssen, dann hoffe ich, dass ihre Überlegungen sich am Ende als richtig herausstellen“, sagte Stöger.

Kölns Überlegungen sind dagegen klar: Nach zwei Jahren des Umbruchs unter Peter Stöger und Jörg Schmadtke ist der Wandel des Kaders nun vorerst abgeschlossen. Die alte Garde wurde Stück für Stück aussortiert, neue, junge, unverbrauchte Spieler hinzu geholt. Peszko und Brecko waren die letzten Stücke, die nicht mehr in das neue Geissböcke-Puzzle gepasst haben. Die Erinnerungen an sie bleiben. Die Zukunft gehört aber anderen.

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