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Kommentar: Die Pause kommt gerade richtig

Oft heißt es, wenn eine Mannschaft einen Lauf habe, solle sie im Spielrhythmus bleiben. Jede Pause sei dann Gift. Doch für den 1. FC Köln kommt die Länderspiel-Pause gerade richtig. Denn der Effzeh hat trotz der sieben Punkte zum Saisonstart noch eine ganze Menge Arbeit vor sich. Ein Kommentar.

Köln – „Mit etwas Glück hätten wir neun Punkte holen können, mit etwas Pech aber auch nur zwei“, sagte Trainer Peter Stöger am Montag und traf damit den Nagel auf den Kopf. Bei aller Euphorie um den gelungenen Saisonstart: Der Effzeh hätte jedes Spiel gewinnen, aber auch jedes verlieren können. Und er tut gut daran, das nicht zu vergessen.

Defensiv wie offensiv greifen längst noch nicht alle Rädchen ineinander. Wie auch – bei bis zu fünf Neuzugängen in der Startelf? Das in der Vorbereitung einstudierte 4-1-4-1 kam bislang nur eine Halbzeit in Stuttgart und die letzte halbe Stunde gegen den HSV zur Anwendung. Hinzu kommen diverse Spieler, die vor allem körperlich noch nicht annähernd auf dem Level sind, das sie haben sollten. Eine Menge Arbeit also, für die eine Länderspiel-Pause ideal ist.

Worst Case vermieden – Gewissheit als Stärke

Ja, der 1. FC Köln hatte zuletzt einen Lauf. Dank dieses Laufes ist der Worst Case nicht eingetreten: Dass Stöger in einer Zeit gestiegener Erwartungshaltung mit einer neuen, jungen Innenverteidigung und neuem Offensiv-Konzept am Tabellenende die Wende schaffen muss. Stattdessen können Spieler wie Jojic, Hosiner und Bittencourt ihre Rückstände mit der Gewissheit aufholen, auf einem guten Weg zu sein. Zudem kann sich ein verletzter Schlüsselspieler wie Dominic Maroh ins Mannschaftstraining zurückkämpfen und nicht nur Konkurrent, sondern auch Ratgeber und Lehrer für Frederik Sörensen und Dominique Heintz sein.

Der Faktor Selbstvertrauen ist entscheidend dafür, dass die kommenden elf Tage bis zum nächsten Liga-Spiel erfolgreich verlaufen werden. Der Effzeh hat die erste schwere Phase der Saison bravourös – aber auch mit viel Glück – gemeistert. Jetzt gilt es, die richtigen Lehren daraus zu ziehen und mit entsprechenden Maßnahmen für noch mehr Sicherheit im Spiel zu sorgen. Ansatzpunkte gibt es genug – trotz des besten Saisonstarts seit 19 Jahren.

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