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Hector als Rekordtransfer? "Begehrlichkeiten sind da!"

Der 1. FC Köln hat historisch betrachtet eine desaströse Transferbilanz. Gerade einmal fünf Spieler in der Vereinsgeschichte wurden für über drei Millionen Euro verkauft – zwei davon erst in diesem Sommer. Dies dürfte sich schon bald ändern. Timo Horn hat eine Ausstiegsklausel, Jonas Hector, Yannick Gerhardt und andere Talente haben sich längst auf die Einkaufszettel großer Klubs gespielt. In Sachen Hector bestätigte das nun sein Berater.

Köln – „Dass Begehrlichkeiten da sind, steht außer Frage“, sagte Hector-Berater Rainer Derber dem „kicker“. Unter anderem soll der FC Bayern den Linksverteidiger bereits mehrfach unter die Lupe genommen haben. Und nachdem Augsburgs Baba im Sommer für 20 Millionen Euro zum FC Chelsea wechselte, sind die Kurse für Linksverteidiger – insbesondere für Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft – in Größenordnungen vorgedrungen, die noch nicht einmal Lukas Podolski zu Kölner Zeiten hatte erreichen können.

Idealvorstellung von Realität noch entfernt

Die Ausstiegsklausel von Dominique Heintz im mittleren einstelligen Millionenbereich wurde gerade erst bekannt. Timo Horn verfügt über eine solche in Höhe von neun Millionen Euro. Es ist kein Geheimnis, dass die Karriereplanung des Torhüters schon bald die internationale Bühne vorsieht. Das wissen auch FC-Sportchef Jörg Schmadtke und Finanz-Genie Alexander Wehrle. Ein Abgang des Torhüters wird schon länger in den Transferplanungen einkalkuliert, ebenso mögliche weitere Abgänge. „Die Idealvorstellung ist, dass man so große sportliche Schritte macht, dass man diese Transfers gar nicht machen muss“, sagte Schmadtke dem Fachmagazin. „Aber das ist sehr schwierig.“

Peter Stöger und Jörg Schmadkte vor dem Spiel des 1. FC Köln gegen Hertha BSC. (Foto: Sebastian Wells)

Jörg Schmadkte und Peter Stöger. (Foto: Sebastian Wells)

Heintz hat seinen Verbleib in Köln über 2016 hinaus bereits erklärt. Hector äußert sich zu seinen Planungen hingegen bislang nicht, Horns Position ist eindeutig Köln-verbunden, aber realistisch und den Ansprüchen eines ambitionierten Spielers internationalen Formats entsprechend. Yannick Gerhardt sah sich schon letzten Sommer ausgiebig die Möglichkeiten bei Benfica Lissabon an. Auch Kevin Vogt hat bereits das Interesse aus der Premier League auf sich gezogen.

Zu keinen Verkäufen gezwungen

Der FC als Ausbildungsverein: So wollen Schmadtke, Wehrle und auch Trainer Peter Stöger den Klub positionieren – im positiven Sinne. Wurden vor einigen Jahren noch Spielerverkäufe als Zeichen der Schwäche interpretiert, sehen die heutigen Verantwortlichen darin die Chance, sich ähnlich wie Erzrivale Borussia Mönchengladbach Stück für Stück in der Bundesliga zu etablieren und nach oben zu entwickeln. Und da die Gesundung des Klubs dank Rekordumsatz und Rekordgewinn voranschreitet, sind die Kölner – wenn es die Spielerverträge zulassen – zu keinen Verkäufen gezwungen.

Weiterlesen: Das sind die Top-Verkäufe in der Effzeh-Geschichte

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1 Antwort
  1. Marc
    Marc says:

    Wenn der glorreiche effzeh irgendwann von seinem Schuldenberg herunter kommen will, sind Spielerentwicklung und -verkäufe der schnellste und effektivste Weg.

    Das kann aber nur funktionieren solange
    1. das Gespann Trainer/Manager für die Entwicklungsfähigen Spieler interessant bleibt
    und 2. Das Händchen hinsichtlich Spielerkauf und Spielerintegration ähnlich gut bleibt.

    Wenn arrivierte Spieler für teuer Geld verkauft werden muss natürlich ein gleichwertiger Spieler preiswerter eingekauft werden. Und der muss dann in Lichtgeschwindigkeit in den Kader integriert und an die Spielidee gewöhnt werden.

    Wie das auf gleichbleibendem Niveau dauerhaft möglich ein soll ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.

    Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass der Umschwung und die Entwicklung in guten Händen ist und wir uns wenig Sorgen machen müssen.

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