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Big Brother in der Bundesliga? Die gewollte Überwachung

Zunächst sei zu sagen: Die Mikrofone, die am Spielfeldrand zwischen den Trainerbänken aufgebaut sind, gehören zur Sportcast, dem offiziellen Mediendienstleister der Deutschen Fußball-Liga, die alle Bilder und Töne produziert, die nach außen gegeben werden. Ähnlich wie im Falle der Bilder von Joachim Löw während der EM 2016, als dieser mit einer Hand in seiner Hose gezeigt wurde. Auch diese Bilder waren von der UEFA produziert und freigegeben worden.

Bundesliga lässt sich Big-Brother-Atmosphäre gut bezahlen

Warum sind so viele Mikrofone und Kameras überhaupt in den Stadien aufgebaut? Weil die Bundesliga für ihre TV-Rechte inzwischen Milliardensummen von den Medienunternehmen verlangt und weil die Medien im Gegenzug erwarten, dass mit steigenden Kosten für die Rechte auch die Bild- und Ton-Möglichkeiten maximal ausgeschöpft werden. Es ist also in keiner Weise eine Einbahnstraße der „schuldigen“ Medien, die eine Überwachung erzeugen. Es ist die Bundesliga selbst, die höhere Einnahmen generieren möchte und dadurch eine solche „Big-Brother-Atmosphäre“ gerne in Kauf nimmt.

So auch die Töne am Spielfeldrand in Leverkusen, ein Terrain, in dem sich Roger Schmidt bestens auskennt und jenen Zentimeter genau kennt. Es darf also bezweifelt werden, dass sich der Leverkusener Trainer den Mikrofonen nicht bewusst war. Allerdings darf auch bezweifelt werden, dass Worte wie „Spinner“ und „Schnauze“ im Sport verwerflich wären. Alleine, Schmidt hätte es besser wissen müssen, hätte sich erinnern müssen, dass er unter Bewährung stand. Und in einer Bewährungsphase sind eben auch die scheinbar kleineren Vergehen zu ahnden.

Die eigentliche Respektlosigkeit ist eine andere

Was in der Diskussion allerdings schnell vergessen wird, sind die Worte: „Du glaubst wohl, du hast den Fußball erfunden!“ Diese Äußerung stellt die eigentliche Respektlosigkeit dar. Vor allem von einem Mann wie Roger Schmidt, dem es in der Vergangenheit nicht an mitunter überbordendem Selbstbewusstsein mangelte. Und so ist die Zwei-Spiele-Sperre für den Leverkusener Trainer eigentlich noch ein Geschenk, konnte er eine der beiden Partien sogar noch im DFB-Pokal absitzen. Dieses Spiel verlor die Werkself am Dienstagabend aber gleich beim Drittligisten Sportfreunde Lotte.

Wie denkt Ihr über Roger Schmidt und seine Äußerungen? Diskutiert mit!


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2 Kommentare
  1. Elke L. says:

    Früher hat man bei Streitigkeiten gesagt: der Ton macht die Musik.

    Daher ist es für mich auch in diesem Fall: die Worte alleine in geschriebener Form ist das eine, aber wie Hr Schmidt diese geäußert hat, das andere.
    Zumal dieser Ausbruch für mich eher so aus sah: Trainer ärgert sich über den Spielverlauf und reagiert sich dann am nächst Stehenden ab….
    Aber seit dieser Aussage von R.Schmidt damals gegen unseren Pitter… Ist dieser Trainer eh bei mir unten durch.

  2. Rolf G. says:

    Da muss ich @Elke L. mal voll und ganz Recht geben! Es geht hier um die Art und Weise, mit der sich Schmidt mal wieder daneben benommen hat. Eben … mal wieder! Wäre es der erste Mal oder zumindest aber ein Einzelfall gewesen, hätte man über das Geschehen unter Umständen hinwegsehen können. Hier aber ist Schmidt zum wiederholten Mal ausfällig geworden und die zwei Spiele Sperre sind deshalb beileibe nicht übertrieben.
    Das kann man auch nicht mit dem „Druck“ auf den Trainer entschuldigen, wie uns das Christian Streich, den ich im Übrigen sehr schätze, weismachen will. Respektlosigkeiten haben auf dem Fussballplatz nichts zu suchen, ganz egal von wem sie kommen.
    Nur gut, dass Schmidt in Lotte nicht auf der Bank sass. Wer weiss, was wir da zu hören oder zu sehen gekriegt hätten.

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