Paschke ist davon überzeugt, dass Profisportler im Moment einer Verletzung versuchen müssen, ihre Perspektive zu verändern. Nach dem Motto: Ein gesunder Mensch hat tausend Wünsche, ein verletzter Mensch nur einen. „Es geht darum, dem Verletzten zu zeigen, dass er vielleicht an einer Stelle verletzt ist, 4000 andere Stellen aber gesund sind.“ So erklärte Risse, dass er inzwischen „Verletzungen auch etwas Positives abgewinnen kann“. Etwas, das aktuell gleich vier FC-Profis versuchen müssen. Schließlich fallen Timo Horn, Dominic Maroh, Leonardo Bittencourt und Matthias Lehmann lange aus.
Wir haben für Marcels Freistöße ein Drehbuch geschrieben
Risse ist sich sicher: „Ohne dieses Training wäre ich nicht da, wo ich im Moment bin.“ Und noch immer sieht er sich längst nicht da, wo er hinkommen will. „In Bezug auf Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung habe ich noch Luft nach oben.“ Es sind bemerkenswert selbstkritische und reflektierende Aussagen in einer Welt, in der Schwächen kaum mehr eingestanden werden. Doch Risse hat offenbar gelernt, sich auf seine Stärken zu besinnen.
Ein Umstand, der sich auch in einem besonderen Moment auf dem Fußballplatz auswirkt: bei Freistößen. Im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN gestand Paschke: „Wir haben für Marcels Freistöße ein Drehbuch geschrieben.“ Es sei dabei nicht um den perfekten Freistoß gegangen, sondern um die Visualisierung jedes einzelnen Elements, das über einen erfolgreichen Freistoß entscheide: Fußhaltung, Beinstreckung, Becken, Arme, Atmung, Winkel zum Ball, Schritte zum Anlauf.
Freistoß-Training mit verbundenen Augen
Dazu trainierten Paschke und Risse gemeinsam auf dem Platz Freistöße. Es fing mit Lattenschießen an – erst das normale Training, dann mit geschlossenen Augen. Später musste Risse auch Freistöße mit verbundenen Augen schießen – im Blindflug, um den Bewegungsablauf noch bewusster wahrzunehmen und sich nicht darauf zu verlassen, was er sah. Mit Erfolg, wie diese Saison eindrucksvoll gezeigt hat.
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