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Achsenbruch: "Das ist eine ganz schwere Phase für uns"

Der 1. FC Köln erleidet beim 0:4 in Hoffenheim einen sportlichen Einbruch und kassiert die höchste Niederlage seit dem 0:4 im Oktober 2015 in München. Die Gründe für die Pleite sind offensichtlich: Dem Effzeh fehlt die halbe Stammelf.

Sinsheim/Köln – Eine Stunde lang spielte der 1. FC Köln in der Rhein-Neckar-Arena gut mit. Und wenn die Geissböcke eine ihrer drei Großchancen (Modeste/12., Risse/13., Hartel/30.) genutzt hätten, das Spiel wäre vielleicht anders verlaufen. Doch Hoffenheim zeigte sich brutal effektiv, und so war es nicht das 0:3 nach 67 Minuten, das dem FC das Genick brach. Es war schon das 0:2.

Beim 0:2 wurde klar, was dem Effzeh verloren gegangen ist

Marcel Risse hatte sich zuvor verletzt – wieder einer mehr im Lazarett, und es sah schlimm aus, das wussten auch die Mitspieler. Die FC-Profis standen sichtlich unter Schock. Und als nur noch wenige Minuten bis zur Halbzeitpause zu spielen waren, fiel das 0:2, weil der FC für einmal die Ordnung im Mittelfeld und in der Abwehr verloren hatte und sich trotz nomineller Überzahl in der Defensive ausspielen ließ. Da merkte man, was dem FC verloren gegangen war in den letzten Woche.

Es fehlte die ordnende Hand eines Matthias Lehmann, die Konsequenz eines Marco Höger, der Wille und die Erfahrung eines Dominic Maroh, die individuelle Klasse eines Timo Horn, in allerletzter Sekunde doch noch auszubügeln, was die Vorderleute nicht hatten klären können. Nein, es war wahrlich nicht der Fehler von Thomas Kessler, der den Schuss von Jeremy Toljan durch die Beine bekam. Er stand lediglich sinnbildlich für die Kette an Ereignissen, die zum 0:2 geführt hatten und die dafür sorgten, dass der FC keine Chance mehr bekam, ins Spiel zurückzufinden. Auch, weil mit Risse und Bittencourt zwei Schlüsselspieler in der Offensive fehlten.

Marcel Risse – die tragische Figur

Tragischerweise hätte ausgerechnet Risse dem ganzen Tag eine komplett andere Wendung geben können. Hätte er in der 13. Minute völlig frei vor Baumann aus elf Metern nicht ans Außennetz, sondern ins Tor geschossen, es hätte 1:1 gestanden. Risse hätte sich wohl nicht so schwer verletzt und der FC hätte an diesem Tag sogar die Chance auf Punkte gehabt. Doch „hätte, wäre, wenn“ – mit Risses Kreuzbandverletzung war das Drama komplett. Klasse-Keeper Horn, Abwehrchef Maroh, dazu das komplette Mittelfeld – das nennt man wohl einen klassischen Achsenbruch.

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3 Kommentare
  1. Ulli
    Ulli says:

    Zuerst einmal herzliche Grüße an Marcel und gute Genesung!! Das Spiel in Hoffenheim hat unsere Baustellen schonungslos offen gelegt. Seit mindestens drei Spielen hat Sörensen sein kompromissloses Spiel als RV in der Kabine gelassen. Hier haben wir immerhin den polnischen Nationalspieler Pavel Olkowski als echte Alternative für die rechte Bahn auf der Bank sitzen, die zumindest nach Marcels Verletzung hätte eingewechselt werden müssen. Rausch ist als LV wirklich nur ein dürftiger Ersatz. Seine Stärken sehe ich etwas weiter vorne, wo er zwar nicht überragend spielt, aber er rackert und rackert, was gegen technisch hochversierte Dortmunder bitternötig ist. Jonas Hector verschwendet im MF seine Fähigkeiten, seine Stärken liegen ganz klar auf der linken Bahn. Sieht übrigens unser Bundestrainer genauso. Zoller ist kein Mann für die Startelf und wird es auch nicht mehr werden, da er seine Stärken wenn überhaupt in der Spitze hat, die allerdings von Tony und Osako gut besetzt ist. Er ist ein ganz guter Joker, ebenso wie Rudnevs, der sofort im Spiel ist. Was im Winter benötigt wird ist die Alternative auf der rechten Bahn und die Alternative auf der 6. Geld soll ja vorhanden sein.

  2. cw
    cw says:

    Sehe das ähnlich. Warum man Olkowski der immerhin im Pokalspiel gezeigt hat das er mit der Hoffenheimer Offensive mithalten kann erneut draußen lässt und wieder Sörensen aufstellt, der nun wahrlich gerade nicht seinen besten Lauf hat, ist mir ein Rätsel. Vielleicht täte dem Dänen mal eine Pause ganz gut.

    Auch Rausch halte ich auf der LV nicht für die Idealbesetzung. Hier sollte nach Möglichkeit ganz klar Hector spielen und ich hoffe das er das nach der Genesung von Matze Lehmann auch wieder tun wird. Nicht das Hector nicht auch auf der 6 in der Lage ist seine Stärken auszuspielen und vielleicht gerade in der aktuellen Situation dort als ordnendes Element gebraucht wird, aber seine Paradeposition ist und bleibt nun mal hinten links.

    Zumal wir damit die Möglichkeit hätten mit Rausch links vorne Bittencourt besser zu ersetzen als mit Zoller (nicht seine Position), Rudnevs (seine auch nicht) oder Hartel/Guirassy (fehlende Spielpraxis/Erfahrung).

    Grundsätzlich halte ich unseren Kader aber für ausreichend besetzt wenn man es schafft den aktuellen Reservisten (ich gucke hier besonders in die Mladenovic/Jojic Ecke) ihre Leistungen zu entlocken. Solange Risse der einzige Langzeitverletzte bleibt können damit eigentlich etwaige Ausfälle kompensiert werden.

    Wenn man jetzt noch mal auf dem Transfermarkt aktiv wird sollte man aber gucken, dass man jemanden Gestandenes findet der der Mannschaft sofort weiterhelfen kann. Ein weiteres Talent der Marke Hartel/Guirassy die sich erst noch entwickeln müssen hilft uns in der aktuellen Situtation nicht weiter.

    • Rolf G.
      Rolf G. says:

      Grundsätzlich kann ich die von dir widergegebene Meinung teilen. Trotzdem habe ich mal einen Kernsatz rausgepickt: „Grundsätzlich halte ich unseren Kader aber für ausreichend besetzt, wenn man es schafft, den aktuellen Reservisten (ich gucke hier besonders in die Mladenovic/Jojic Ecke) ihre Leistungen zu entlocken. Solange Risse der einzige Langzeitverletzte bleibt können damit eigentlich etwaige Ausfälle kompensiert werden.“

      Diese Meinung teile ich nicht. Der Kader ist nur dann ausreichend besetzt, wenn eben nicht mehrere Langzeitverletzte auftreten. Gerade bei diesen muss man doch wohl feststellen, dass alle zur Zeit nicht spielfähigen Ausfälle bis auf Höger als Langzeitverletzte zu bezeichnen sind.
      Wir haben einen Kader von 24 Spielern, davon sind 3 Torhüter. Fallen jetzt wie in Hoffenheim 5 Feldspieler aus, bleiben nur noch 16 weitere übrig. Nach Abzug der 11 Mann auf dem Spielfeld, haben wir dann lediglich 6 Spieler auf der Bank. Darunter befinden sind mit Mladenovic, Jojic und Olkowski drei Leute, denen die Trainer offenbar einen Durchbruch nicht oder nicht mehr zutrauen und die also aussen vor bleiben. Die dann noch spielfähigen Alternativen heissen Rudnevs, Hertel und Guirassy und die haben am Samstag wenn auch nur mehr oder weniger kurzzeitig gespielt. Einer (Klünter) spielt bei der U21.
      Ich denke viel mehr, dass es sich jetzt schmerzlich aber endgültig herausgestellt hat, dass unsere Decke zu kurz ist!
      Deinen letzten Absatz kann ich dann wieder uneingeschränkt teilen.

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