Clemens: Chance mit Risiko – Mavraj wird Köln fehlen


Um 19.45 Uhr am Mittwochabend schien es, als sei das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen nur Beiwerk zu einem Tag, an dem Transfermeldungen beim Effzeh fast schon Überhand nahmen. Die ersten Winter-Aktivitäten machen jedenfalls neugierig.

Köln – Für viele Fußballfans sind Transfers das Salz in der Suppe. Der Kader des Herzensklubs verändert sich. Neue Hoffnungsträger kommen hinzu. Andere Spieler gehen. Das führt ausnahmslos immer zu munteren Stammtisch-Diskussionen. Das wird bei den FC-Transfers nicht anders sein. Denn alle haben das Potential, dass man nicht unbedingt einer Meinung sein muss.

Es hatte nichts damit zu tun, eine Rückholaktion zu starten

Christian Clemens, dieser Name sorgt für Freude und Hoffnung beim Effzeh. Wieder ein Kölner, ein Rückkehrer, der neunte (!) kölsche Jung im Kader der Geissböcke. Am Mittwochabend saß er schon im Stadion auf der Tribüne. Er soll den am Kreuzband verletzten Marcel Risse ersetzen, passt von Position, Charakteristik und Erfahrung genau ins Anforderungsprofil. „Es hatte nichts damit zu tun, eine Rückholaktion zu starten“, sagte Peter Stöger nach Bekanntwerden des Transfers. „Wir glauben, dass er mit seiner Schnelligkeit und Dynamik unser Spiel bereichern kann.“

Clemens kommt vom 1. FSV Mainz 05 und soll dem Vernehmen nach zwischen 2,5 und drei Millionen Euro kosten. Das finanzielle Risiko hält sich beim 25-jährigen Eigengewächs also in Grenzen. Der Vertrag bis 2021 gibt perspektivisch beiden Parteien Sicherheit. Und dennoch kommt Clemens beileibe nicht mit Selbstvertrauen, der Rechtsfuß hat seit dem 4. Spieltag kein Bundesliga-Spiel mehr bestritten.

Keine Spielpraxis, aber auch keine Anlaufzeit

Der variable Rechtsaußen, der auch auf der linken Seite spielen kann, laborierte von Ende September an bis in den Dezember hinein an einer Sehnenreizung. Es war eine von mehreren Verletzungen, die Clemens in den letzten dreieinhalb Jahren seit seinem Weggang aus Köln über Schalke nach Mainz verfolgt hatten. Die schlimmste war eine Schambeinentzündung, die ihn zu Schalker Zeiten ein halbes Jahr pausieren ließ. Clemens‘ Rückkehr ist also nicht ohne Risiko: Ohne Spielpraxis muss er sich erst einmal heranarbeiten. Doch andererseits kennt er den FC und die Stadt wie seine Westentasche – persönliche Anlaufzeit wird er also nicht benötigen.

Weiterlesen: Missverständnis Mladenovic – Eckpfeiler Mavraj

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