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Leidenschaft und Rudnevs – aber Reus klaut den Sieg

Großer Kampf, halber Ertrag: Der 1. FC Köln hat mit einer kämpferisch beeindruckenden Leistung Borussia Dortmund ein 1:1 (1:0) abgetrotzt. Dennoch konnten sich die Geissböcke nach 90 harten Minuten nicht wirklich über den Punktgewinn freuen. Denn der Ausgleich fiel Sekunden vor Schluss.

Köln – Blauer Himmel, ein herrlich milder Wintertag in Köln, ausverkauftes Haus in Müngersdorf, was hätten sich die 50.000 Fußball-Fans schöneres wünschen können für diesen 10. Dezember 2016? Zu Gast war eine der besten deutschen Mannschaften der letzten Jahre, mit einer Offensive, die in der Champions League in dieser Saison bislang ihres gleichen sucht. Doch das Heimteam wollte zeigen, dass die letzten zwei Heimsiege gegen eben jene Mannschaft in den letzten beiden Jahren kein Zufall waren. Die besondere Herausforderung: Der Effzeh musste versuchen diesen Beweis stark ersatzgeschwächt herbeizuführen. Es gelang eindrucksvoll.

Moment des Spiels

Es lief die 90. Spielminute. Noch 30 Sekunden waren ohne Nachspielzeit auf der Uhr, da verlor Konstantin Rausch das entscheidende Duell an der Seitenlinie gegen Ousmane Dembele. Adrian Ramos war auf und davon, konnte Marco Reus in der Mitte bedienen, und der ließ sich die Chance zum Ausgleich aus 14 Metern nicht nehmen. Der BVB raubte dem Effzeh den Sieg in letzter Sekunde.

Das Spiel in zwei Akten

Das Spiel hatte kaum begonnen, da hätte der 1. FC Köln in Führung gehen können. Artjoms Rudnevs setzte sich auf links stark durch, legte zurück an den Elfmeterpunkt. Salih Özcan kam völlig frei zum Schuss, setzte das Leder aber neben das Tor (3.). Und als Pierre-Emerick Aubameyang (9.) aus Abseits-Position traf, aber zurückgepfiffen wurde, war klar: Hier würde es hin- und hergehen. Der Effzeh betrieb eine Jagd auf jeden Gelb-Schwarzen in der Kölner Hälfte, hetzte jedem Ball und Gegner hinterher – und traf, als sich die nächste Chance bat. Rudnevs machte sich nach einem Hector-Freistoß ganz lang und köpfte zum umjubelten 1:0 ein.

Die zweite Hälfte verlief, wie man sie erwarten konnte: Der Effzeh lauerte, der BVB rannte an. Doch die Tuchel-Elf blieb kopflos, einzig Standards brachten dem Team von Trainer Thomas Tuchel Gefahr. Auf der Gegenseite vergab Anthony Modeste die Riesen-Gelegenheit zur Vorentscheidung (50.), und auch ein Konter in dreifacher Überzahl blieb ungenutzt. So kam es, wie es der Floskel nach kommen musste: Reus bestrafte den Effzeh und machte den erträumten Sieg des Effzeh zunichte.

Fazit

Die Geissböcke verdienten sich am Samstagnachmittag die Anerkennung weit über die Stadtgrenzen hinaus. Ohne fünf Stammspieler, dafür taktisch hervorragend eingestellt, machten die Kölner es den Einzelkönnern der Borussia von der ersten Minute an schwer. Der Effzeh brachte eine kämpferisch makellose Leistung auf den Rasen, emotionalisierte das Publikum und raubte so den Dortmundern den Nerv. Dass ein Fehler in der 90. Minute den Sieg kostete, war bitter. Doch das Spiel war die genau richtige Reaktion auf das 0:4 in der Vorwoche in Hoffenheim.

So spielte der Effzeh

Kessler – Olkowski, Sörensen, Mavraj, Heintz – Özcan, Höger, Hector – Osako – Rudnevs (76. Rausch), Modeste (87. Guirassy)

Tore

1:0 Rudnevs (28.)
1:1 Reus (90.)


Alles zum 1:1 des Effzeh gegen den BVB


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4 Kommentare
    • Nick
      Nick says:

      Ja…aber…drittes Jahr Bundesliga…Step by Step…letztes Jahr haben wir noch hauptsächlich gemauert, jetzt fangen wir an attraktiven Fussball zu spielen, alsnächstes machen wir die Dinger dann rein…soweit sind wir aber leider noch nicht, sonst wären wir ungeschlagen Tabellenführer…;)

  1. BÄRBELCHEN
    BÄRBELCHEN says:

    Peter Stöger ist stolz, mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Und wir sind stolz auf das, was PS & MS immer wieder aus der Mannschaft taktisch, kämpferisch und läuferisch herauskitzeln. In Extremsituationen kann man sich auf die Mannschaft immer verlassen – es gibt immer eine positive Reaktion! Kannte ich aus Köln seit … 1989 (??) nicht mehr. Ich bin so happy über dieses Trainergespann. Und das Toni Schumacher einfach mal einen anderen Weg eingeschlagen hat. Einen Trainer geholt, den kein anderer in der Liga auf der Rechnung hatte. Gut, das galt für Latour, Koller, Soldo zwar auch. Aber dieser hier nimmt es mit Tuchel, Klopp, Hasenhüttl, Weinzierl und Ancelotti auf und bietet ihnen die Stirn. Mit einer Elf von der Resterampe. Wunderbar!

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