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Debatte um FC-Fans: Wird der Graben wieder größer?

Gegen Borussia Mönchengladbach wurden die Fans des 1. FC Köln noch gelobt. Nach dem Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim sind Teile der FC-Anhängerschaft wieder scharf kritisiert worden. Der Graben zwischen dem Klub und vor allem den Ultras wird wieder größer.

Köln – Ein Banner, das jeglichen Geschmack vermissen ließ, dazu Schmähgesänge gegen Dietmar Hopp: Die Partie am Freitagabend zwischen dem Effzeh und den Kraichgauern geriet zwischenzeitlich zur Nebensache. Was geschah, wie wer reagiert und was die Folgen sein könnten – hier ein Überblick:

Der Aufhänger

Ein Banner in der Südkurve zeigte am Freitagabend eine leicht bekleidete Frau mit „SAP“-Handtasche und einer „Geburtsurkunde“, auf der geschrieben stand: „Name: Dietmar Hopp, Mutter: Hure, Vater: Nazi“. Ein Plakat, das vom 1. FC Köln nicht abgenommen war und so auch nie genehmigt worden wäre.

Das sagt der Effzeh

Sportchef Jörg Schmadtke nannte es eine „an Respektlosigkeit nicht zu überbietende Beleidigung“, nach der nicht zur Tagesordnung übergegangen werden könne. Präsident Werner Spinner nannte die Entgleisung aus der Südkurve „inakzeptabel“ und sah sich genötigt, sich bei 1899-Mäzen Dietmar Hopp zu entschuldigen.

Das sagt das Fanprojekt

„Auch wir, fans1991, kritisieren Konstrukte wie RB Leipzig, Hoffenheim, Wolfsburg. Doch diese (berechtigte) Kritik sollte sich an die Konstrukte wenden – nicht Personen persönlich beleidigen, und schon gar nicht deren Familien. […] Solche Plakate bewirken lediglich, dass Fußball-Deutschland uns, die Fans des 1. FC Köln, als die „Bösen“ betrachtet. Das Konstrukt TSG Hoffenheim wird, mit Dietmar Hopp an der Spitze, in die Opferrolle gerückt. Dies kann nicht im Sinne unserer inhaltlichen Kritik sein. […] Wir, die Fans des 1. FC Köln könnten mit anderen Formen der Kritik am System Hoffenheim Gewinner sein. Daher möchten wir an alle Fans appellieren: Sagt eure Meinung, steht ein für Kritik – aber verlasst nicht die Ebene des Respekts und der Werte, für die der FC steht!“

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11 Kommentare
  1. Alpay5 says:

    Zitat: „Die „Wilde Horde“ ließ nun wissen, dass die Forderung des Klubs inakzeptabel sei, weil sie dazu führen würde, dass eventuelle DFB-Strafen an die jeweilige Person weitergegeben werden könnten, ohne dass dieser über die gesamte Choreo die ausführende Gewalt hätte.“

    Ich finde es auch inakzeptabel, dass ich für Choreos, die ich absolut nicht unterstütze, als Fan des Effzeh pauschal verurteilt werde und es wieder heißt „Die Fans des FC…“. Ebenso finde ich es inakzeptabel, dass die möglicherweise zu erwartenden Kosten ggfs. – und sei es auch nur um 1 Cent – wieder auf die Ticketpreise niedergeschlagen werden und ich diese zahlen darf.
    Außerdem – ok, ich gebe zu, der Vergleich hinkt ein wenig – möchte die WH nicht, dass eine namentlich benannte Person evtl. in Regress genommen wird, weil möglicherweise ein anderer Scheiße baut, bzw., ohne dass diese Person die Gewalt über die Choreo hat. Heißt doch im Umkehrschluss auch, dass sie es nicht mögen, wenn Einzelpersonen als Sündenbock oder Opfer ihren Kopf für andere hinhalten müssen. Sorry, aber nichts anderes wird ja auch mit Herrn Hopp gemacht. Der muss auch seinen Kopf als namentlich benannte Einzelperson hinhalten. (Ja, ich sagte, der Vergleich hinkt ein wenig, kommt aber in Teilen aufs Selbe hinaus; auch wenn Hopp das Heft des Handelns selbst in der Hand hatte, bzw. ausführende Gewalt).

    Unterm Strich wäre es gut, wenn einfach jeder mit jedem etwas respektvoller umgehen würde. Konstrukte wie Hoffenheim mag ich auch nicht, aber ich werde es nicht aufhalten können. Kritik ja, Pöbeleien gehören auch dazu, aber ein Mindestniveau sollte sicherlich eingehalten werden.

    • Nick says:

      Wenn der Präsidentschafftskandidat beim Effzah unterschreiben müsste, dass er persönlich in Regress genommen werden kann, für alle Strafen die auf das Verhalten der Stadionbesucher folgen, dann würde auch keiner zur Präsidentenwahl antreten…von daher kann ich schon verstehen, dass niemand für eine Choreo unterschreiben möchte – wie will man denn alle Südkurvengänger im Zaun halten? Da braucht ja nur ein Depp dabei sein, der sonst nicht kommt, gar nicht weiß das eine Choreo vorbreitet ist, aber sich unbedingt vorgenommen hat „Jetzt steh ich mal in der Südkurve und da mach ich mal einen auf Hooligan und schmeiße nen Böller…“ Ganz zu schweige von Leuten, die dann evt. genau während der Choreo etwas absichtlich machen…

      Das kann daher nicht der Lösung Sinn sein. Die Choreos sind wichtig, der Verein wirbt seit Jahren mit diesen Bildern, daher kann man es sich meiner Meinung nach nicht erlauben, die Durchführung quasi unmöglich zu machen.

      Der Ansatz ist sicher richtig, aber nicht wirklich durchdacht…da wird aber bestimmt eine Lösung gefunden werden, dafür gibt es ja die AG Fankultur…

  2. Elke L. says:

    Wenn der Stadtanzeiger jetzt schreibt, dass die Hoffenheimer schwer sauer sind…“der FC hat sich schon öfters entschuldigt, aber es ist nichts weiter passiert“, dann ist das deren Sicht der Dinge, ohne dass sie wissen was der FC inzwischen gemacht hat diesbezüglich. Die Aussage von A. Wehrle, „dass sich nicht an Vereinbarungen gehalten wurde“, zeigt mir, dass das wohl nicht ausreicht, sodass der FC wohl gezwungen sein wird, härter durchzugreifen und sich in dieser Hinsicht nicht mehr auf Vereinbarungen verlassen kann.
    Das führt garantiert wieder zu mehr Uneinsichtigkeit der Betroffenen….daher die Aussage in diesem Artikel: „Fans müssen sich dringend einigen, was schädliches Verhalten ist“ gut. Die Frage ist nur, ob man sich darauf einigen kann….

  3. Nick says:

    Nur mal ein Vergleich der das Plakat und den Gesang nicht rechtfertigen soll, aber…

    Das Böhmermann-Schmähgedicht, vor einem Millionen-Publikum verlesenen, mit etwa 50 verschiedenen Beleidigungen gegen Erdogan fällt unter Kunst und freie Meinungsäußerung, es sei so überspitzt das es nicht ernst zu nehmen und deswegen auch nicht beleidigend sei…ganz Deutschland sprang ihm zur Seite…

    Und jetzt schauen wir uns mal das künstlerich gestaltete aber total überspitze Kunstwerk einer maskulin wirkenden Dame in Strapsen an, die einen Zettel hochhält, dazu gibt es einen laut gerufenen Satz, der vor 50.000 Zuschauern live präsentiert wird und natürlich vor den Sky-Live-Guckern…

    Aber wo ist den hier das Verhältniss???

    • Ziesi says:

      Es gibt hier wohl leider kein Verhältnis. Zu der ganzen Thematik gibt es zig Beispiele. Der eine macht das, da ist es erlaubt. Der andere macht was anderes, da ist es beschämend. Leider gibt es hier (noch) keine bürokratischen Maßstäbe, aber auch hier wird es wohl über kurz oder lang was geben, denn der Mensch ist ja bekannt dafür, dass er es nicht schafft, mit Freiheiten umzugehen. An den gesunden Menschenverstand kann man da nicht mehr appellieren. Irgend einer ist immer dabei, der die Grenzen überschreitet und dann kommt halt irgendwann eine Sanktion. Leider, leider ist der Mensch kein cleveres Wesen. Schon Einstein sagte: „Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir da nicht so sicher.“

  4. Klio says:

    Letztlich sind solche Aktionen so dumm, dass man kaum glauben kann, dass das von Leuten kommt, die ernsthaft behaupten, FC-Fans zu sein und was gegen Hoffenheim (oder Leipzig etc.) zu haben. Der Schaden liegt hier beim FC. Hoffenheim (oder Leipzig etc.) kann damit Sympathiepunkte sammeln. Sind diejenigen, die so agieren, geistig nicht in der Lage zu verstehen, dass sie so zu den besten Mitarbeiter der PR-Abteilungen von Hoffenheim, Leipzig etc. werden und dazu beitragen, dass diese Konstrukte erfolgreich sind?

    So was spontan zu machen, ist schon nicht sonderlich klug. Ein Banner wird aber vorbereitet! Und mal am Rande: Was für ein Frauenbild habe so welche eigentlich? Man will einen Mann beleidigen und zweifelt zu diesem Zweck die „Ehrhaftigkeit“ seiner Mutter oder Frau an. Auf der Ebene würden die sich wunderbar mit saudi-arabischen Sittenwächtern vertragen.

  5. Wildlife says:

    Die Kritik an Leipzig und Hoffenheim aktuell in der Form ist total dämlich. Das Konstrukt von Mäzen gibt es seit Jahrzehnten!Leverkusen, Wolfsburg etc… Sind halt Unternehmen und keine einzelnen Personen, wo diskreditieren einfacher ist. Aber was ist mit Viktoria Köln aktuell oder damals Fortuna mit Löring? Würden wir uns so beschweren, wenn die Bundesliga spielen?

  6. josef says:

    ich weiß gar nicht was die ganze scheiß im und ums stadion noch mit fußball zu tun hat. haben die jungs so viel langeweile? ich weiß noch als damals gewisse profis privat aufgesucht wurden und unter druck gesetzt wurden. ich weiß noch als der frühere eingang eins oberrang nordkurve sich eine minute vor beginn des spiels, sich mit den schalker hools geschlagen haben. da haben familien dazwischen gesessen. so ein schwachsinn. ihr sollt die mannschaft unterstützen. fremde fahnen klauen…. man seit ihr im kindergarten? der schwachsinn der da tagtäglich abgeht ist oft wohl nur auf anabolika, koks und speed verseuchte gelangweilte hohlhirne zurückzuführen. wenn die jungs meinen ohne sie ist keine stimmung im stadion – gut … dann hab ich lieber keine stimmung im stadion. habe fertig

  7. schmiddel1111 says:

    Letztendlich läuft es auf einen Machtkampf hinaus zwischen DFB/DFL und Ultras.Beide haben gemeinsam,daß sie eines null interessiert,den FC Köln. Beides sind Gruppen selbstverliebter A……löcher die Macht haben und demonstrieren wollen.Der FC hängt dazwischen und wird zum Spielball der Interessen.Um Sport geht es schon lange nicht mehr.Reden ist zwecklos.AG Fangkultur ein zahnloser Tiger.Polizei überfordert.Tolle Aussichten!!

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