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Fans fordern Verbleib: Köln lässt Stadionausbau prüfen

Vor dem Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem SV Werder Bremen hat es am Freitag ein anderes Aufeinandertreffen gegeben. Am Geißbockheim ging es um den möglichen Ausbau des RheinEnergieStadions und um den Erhalt des Standorts Müngersdorf – wie ihn die Fans der Geissböcke wenig später auf der Südkurve forderten.

Köln – Es war kurz vor 20 Uhr, als die Spieler des 1. FC Köln am Freitagabend auf den Rasen kamen und sich warm machten. Auf der Südkurve prangte da schon ein Banner: „Standort Müngersdorf unverhandelbar!“ Kein klares Zeichen der Effzeh-Fans an die Klub-Bosse, dass ein Umzug in ein neues Stadion ab 2024 nicht im Sinne der Anhänger wäre.

Politische Spielchen auf allen Seiten haben begonnen

Diese Diskussion ist längst entbrannt – und schon jetzt liegen die beteiligten Parteien weit auseinander. Der Effzeh prüft bereits mögliche Standorte für einen Neubau – auch, um Druck auf die Politik aufzubauen. Derweil haben sich Bürgerinitiativen aus Junkersdorf und Müngersdorf zusammengeschlossen, um gegen einen möglichen Ausbau des RheinEnergieStadions mobil zu machen. Die Politik betreibt dagegen bereits wieder ein ähnliches Spielchen wie mit dem Geißbockheim-Ausbau. Es geht um die Frage: Welche öffentliche Position wahrt einerseits die Bürgerinteressen am besten, ohne andererseits die Fans und den Klub zu verprellen?

Am Freitag kam es nun zum Gipfeltreffen der Effzeh-Bosse um Präsident Werner Spinner und Geschäftsführer Alexander Wehrle sowie Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Vertretern der Kölner Ratsparteien. Am Geißbockheim beschlossen sie, so schnell wie möglich eine Machbarkeitsstudie durchführen zu lassen, ob und unter welchen Bedingungen ein Ausbau (und damit ein Erhalt des Standorts) in Müngersdorf möglich wäre.

Das wird acht bis zehn Wochen dauern

„Wir haben heute mit der Politik beschlossen, Frau Reker und auch allen Fraktionen, dass wir zusammen die Machbarkeit eines Ausbaus prüfen. Das wird acht bis zehn Wochen dauern“, sagte Wehrle bei „Sky“. Dass ein Ausbau des 50.000 Zuschauer umfassenden Stadions nach Auffassung des Effzeh unumgänglich ist, ist schon länger bekannt. Die Gründe liegen ebenso auf der Hand wie ein möglicher Umzug in ein neu gebautes Stadion.

Weiterlesen: Das sagen Wehrle und Reker zum weiteren Vorgehen

2 Kommentare
  1. hombresiniestro
    hombresiniestro says:

    Es ist kein »Spielchen«, das die Politik betreibt, wenn sie versucht »einerseits die Bürgerinteressen am besten [zu wahren), ohne andererseits die Fans und den Klub zu verprellen«. Es ist der Inbegriff von Politik und Inbegriff der Demokratie.

    • Pitter
      Pitter says:

      Das dürfte auch wohl niemand bestreiten ;)

      Ich denke mit „Spielchen“ ist eher ein Prozedere gemeint, wie es Teile der Politik beim Ausbau des Geißbockheims gespielt haben: Wo man bewusst den Prozess der politischen Entscheidungsfindung boykottiert hat, um mit Verzögerungstaktiken den Ausbau des GBH möglichst versuchen zu verhindern – ohne sich darum zu scheren, was eigentlich die Mehrheit der Bürger für Interessen haben könnte.

      Beim Stadionausbau wird der FC wohl zum Glück nicht mehr ganz so naiv in die Verhandlungen gehen.

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