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Sofort-Kauf statt Leihe? Die Überweisung steht noch aus


Geld oder Liebe? Jürgen von der Lippe wusste schon in den 90er Jahren, vor welcher Wahl Anthony Modeste anno 2017 stehen würde. Der Franzose entschied sich für das Geld. Verübeln mag man es ihm nicht, alleine die Art und Weise, wie der Transfer zustande kam, kommt einer Schande gleich, bedenkt man den Erfolg, den der 29-Jährige mit dem 1. FC Köln hatte.

Köln/Bad Radkersburg – Als der 1. FC Köln am Mittwochabend um 19.40 Uhr vermeldete, dass Modeste „seine Karriere in der chinesischen Super League bei Tianjin Quanjin fortsetzen wird“, hatte ein fast zweimonatiges Drama seinen Abschluss gefunden. Der letzte Akt, unwürdig wie die diversen zuvor, bestand noch einmal aus allem, was die Wochen zuvor ausgemacht hatten.

Erfolgreichen Partnerschaft, die im Streit auseinander geht

Eine „Wechsel fast perfekt“-Meldung am Vormittag, ein „Ich will doch nicht wechseln“-Dementi von Modeste am Mittag, ein angeblich bereits wieder abgesagter Gerichtstermin am Donnerstag, wovon aber selbst das Gericht noch nichts wusste, ein letzter Auftritt Modestes am Geißbockheim, wo er mit seinem Mercedes-Sportwagen vorgefahren war, die Anwälte beider Seiten im Blitzlicht-Gewitter auf dem Weg in die Geschäftsstelle, erste „Wechsel nun endgültig perfekt“-Meldungen um kurz vor 19 Uhr: Es hätte niemanden verwundert, wenn der 1. FC Köln auch an diesem Abend wieder erklärt hätte, dass keine Einigung zustande gekommen sei.

Doch diesmal war sie zustande gekommen. Modeste hatte den Auflösungsvertrag unterschrieben, hatte den Klub verlassen, den er nach eigener Auskunft liebte und doch verklagt hätte, wenn man sich nicht geeinigt hätte. Der Stürmer wechselt nach China in die Super League und beschert dem Effzeh einen bislang nicht dagewesenen Millionen-Regen. Der 12. Juli beschrieb das Ende einer erfolgreichen Partnerschaft, die im erbitterten Streit auseinander ging.

Effzeh komplimentiert Modeste vom Hof

Dass sich der 1. FC Köln nicht einmal die Mühe machte, eine ausführliche Pressemitteilung zu verfassen, war Zeichen genug. Vier knappe Sätze war sie lang, im letzten komplimentierte der Effzeh seinen Stürmer der letzten Saison mit einem saftigen Tritt in den Hintern aus dem Geißbockheim. „Der 1. FC Köln dankt Anthony Modeste für seinen Einsatz im FC-Trikot und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.“ Kein Hinweis auf die 25 Tore der vergangenen Saison, auf die erfolgreichste Saison eines FC-Angreifers seit Thomas Allofs, kein Würdigen der außergewöhnlichen Leistung, die Modeste vollbracht hatte in zwei überaus erfolgreichen Jahren bei den Kölnern. Nur eine letzte Ohrfeige.

Weiterlesen: Geld noch nicht überwiesen – keine Leihe, sondern Kauf?

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