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Ballbesitz-Problem: Der FC macht aus viel zu wenig


Der 1. FC Köln hat ein paradoxes Problem: Er hat zu viel Ballbesitz. Vor allem gegen den Hamburger SV und den FC Augsburg mussten die Geissböcke das Spiel machen. Das aber misslang aus gleich mehreren Gründen.

Köln – Der Unterschied ist gravierend. In der vergangenen, so erfolgreichen Saison verzeichnete der 1. FC Köln in 34 Bundesliga-Spielen im Schnitt 43 Prozent Ballbesitz. Der Effzeh agierte, wie schon in den Jahren zuvor, meist aus einer stabilen Defensive heraus, verlegte sich mehrheitlich auf ein schnelles Umschaltspiel und konnte so die Gegner immer wieder aushebeln.

Von 43 auf 71 Prozent Ballbesitz

In dieser Saison hat sich das Blatt gewendet. Und zwar radikal. In der ersten Halbzeit des ersten Spiels gegen Borussia Mönchengladbach bestimmten die Fohlen zwar noch die Partie, während die Kölner schwach auftraten und ihre Konterchancen nicht nutzten. Nach dem Seitenwechsel und dem Rückstand musste dann die Elf von Peter Stöger ran und kam in den zweiten 45 Minuten auf über 60 Prozent Ballbesitz – allerdings ohne Erfolg.

In den folgenden zwei Spielen wurde der Unterschied noch deutlicher – und das über die vollen 90 Minuten: Gegen den HSV war Köln zu 71 Prozent im Ballbesitz, in Augsburg waren es 67 Prozent. Das Resultat ist bekannt: null Punkte, ein Tor. Viel zu wenig für die Geissböcke, deren große Schwäche offenbar wurde: das Spiel selbst zu gestalten.

Unser Spiel hat sich verändert

Kein unbekanntes Phänomen gegen die in der Bundesliga häufig defensiv gut organisierten Teams. Doch dem Effzeh fehlte es an fast allen wichtigen Elementen: Tempo im Passspiel und in den Laufwegen, Konsequenz in den Flanken und Abschlüssen sowie das Kreieren von Überraschungsmomenten, um die gegnerische Abwehrformation in Unordnung zu bringen.

„Unser Spiel hat sich verändert. Daran müssen wir uns gewöhnen. Das braucht Zeit“, sagt Manager Jörg Schmadtke und verweist auf die Probleme, die selbst Teams wie Borussia Dortmund haben. Der BVB schaffte es am Samstag in Freiburg selbst in Überzahl nicht, den Sieg herauszuspielen. Doch beim Effzeh tritt ein zweites Problem auf, das Matthias Lehmann nach dem Spiel gegen Augsburg kritisiert: die eigene Defensive.

Weiterlesen: Lehmann, Höger, Hector – es fehlt was im Zentrum

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