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Europa-Kader: So umgeht der Effzeh eine Streichliste

25 Spieler darf der 1. FC Köln für die Gruppenphase der Europa League nominieren. Somit muss Trainer Peter Stöger eigentlich zwei Spieler aus seinem 27-köpfigen Kader für die internationalen Spiele streichen. Doch die UEFA gibt dem Effzeh durch ihre Regularien eine Möglichkeit, am Ende auf alle Spieler zurückgreifen zu können. 

Köln. Bis zum 01. September musste der Effzeh seinen Europa-Kader beim Europäischen Fußball-Verband melden. Derzeit umfasst die Mannschaft von Trainer Peter Stöger 27 Spieler. Laut Paragraph 42 der UEFA-Regularien darf allerdings kein Verein während der Spielzeit mehr als 25 Akteure, von denen zwei Torhüter sein müssen, auf der sogenannten „Liste A“ eingetragen haben. Somit müsste Stöger auf zwei Spieler in der Europa League verzichten.

Drei Nachmeldungen und eine B-Liste 

Sollte der Effzeh die Gruppenphase überstehen und ins Sechzehntelfinale einziehen, darf jeder Verein drei neue Spieler für die verbleibenden Spiele nachmelden. Dies muss bis spätestens zum 01. Februar 2018 geschehen. Neben der A-Liste existiert jedoch auch eine „Liste B“. Und genau diese Liste dient dem Effzeh als Trick.

Auf dieser B-Liste dürfen beliebig viele weitere Profis stehen. Diese müssen allerdings eine Vielzahl von Bedingungen erfüllen: Die Spieler dürfen nicht vor dem 01. Januar 1996 geboren worden sein und müssen außerdem zwischen ihrem 15. Geburtstag und dem Zeitpunkt ihrer Registrierung bei der UEFA mindestens seit zwei Jahren für ihren Verein spielberechtigt sein. Diese Liste kann vor jedem Spiel verändert werden und muss bis spätestens einen Tag vor der jeweiligen Partie bei der UEFA vorliegen. Sie ist also quasi eine Spieltags-bezogene Erweiterung der A-Liste und eröffnet die Möglichkeit, Nachwuchsspielern Europa-Erfahrung zu sammeln.

B-Liste als Hintertür für kompletten FC-Kader

Der Effzeh hat derzeit drei Spieler im Kader, die für die B-Liste in Frage kommen: Lukas Klünter, Salih Özcan und Sven Müller sind allesamt nach dem 01. Januar 1996 geboren. Zwar erfüllen auch Nikolas Nartey, Jorge Meré, Joao Queiros, Sehrou Guirassy, Jannes Horn und Tim Handwerker diese Voraussetzung – sie sind allerdings im Gegensatz zu Klünter, Özcan und Müller seit weniger als zwei Jahren im Verein.

Laut UEFA-Regularien darf Trainer Peter Stöger Sven Müller als Torhüter für jedes Spiel nachnominieren, sollte sich Timo Horn oder Thomas Kessler verletzen. Deshalb muss Kölns Nummer drei nicht auf die B-Liste gesetzt werden. Auch ist es unwahrscheinlich, dass Stöger seinen derzeitigen Stamm-Rechtsverteidiger, Lukas Klünter, nicht auf die A-Liste gesetzt hat. Somit bleibt am Ende Salih Özcan, der auch von der B-Liste aus bei jedem Gruppenspiel dabei sein kann. So musste Peter Stöger erst gar nicht die unangenehme Entscheidung treffen, einen Spieler aus dem Europa-Kader für die Gruppenphase zu streichen. Der Trainer kann dank den UEFA-Regularien bei jedem Spiel auf alle ihm zur Verfügung stehenden Profis zurückgreifen.

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