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Der Effzeh ist der 15.-größte Sportverein der Welt

Zwei Niederlagen machen noch keine Krise, und auch einige Nebenschauplätze (mehr dazu hier) machen noch keinen Winter im September. Die Stimmung beim 1. FC Köln könnte zwar besser sein. Doch der zurückliegende Sommer lieferte diverse für den Klub positive Entwicklungen – nicht nur die Qualifikation für die Europa League.

Köln – Das 0:1 gegen Mönchengladbach und das 1:3 gegen den Hamburger SV hat die Euphorie rund um das Geißbockheim etwas abgekühlt. Die Spieler wissen um die Wichtigkeit der Partie beim FC Augsburg am Samstag, sportlich müssen die Kölner schleunigst in der neuen Saison ankommen. Die Rahmenbedingungen im Verein haben sich im Sommer derweil erneut verbessert.

Rekordverkauf von Anthony Modeste

Der Verkauf von Anthony Modeste wird unter den FC-Fans diskutiert wie eine Frage der Religion. Hätte der Effzeh seinen 25-Tore-Stürmer unter allen Umständen behalten müssen? Oder war der Verkauf des Angreifers spätestens nach dessen öffentlichen Äußerungen unumgänglich? Fakt ist: Nüchtern betrachtet hat der 1. FC Köln einen 29-jährigen Fußballer auf dessen absolutem Leistungslimit für eine Rekordablösesumme von über 30 Millionen Euro verkauft. In den Jahren der ständigen Ab- und Aufstiege hielten die ehemaligen FC-Verantwortlichen allzu häufig an Leistungsträgern fest, statt sie für viel Geld zu verkaufen. Diese Politik fährt man am Geißbockheim schon seit Jahren nicht mehr. Modeste ist nach Yannick Gerhardt 2016 der nächste Rekordtransfer. Geld, das die Geissböcke zwar nicht vollständig wieder in den Kader reinvestiert haben, aber…

…der Europa-Kader blieb im Kern bestehen

Der Kader der Geissböcke weist Schwächen auf (mehr dazu hier). Dennoch: Abgesehen von Anthony Modeste hat kein Leistungsträger den FC im Sommer verlassen, die Europa-League-Mannschaft des Vorjahres ist bis auf den Franzosen beisammen geblieben. Marcel Hartel (nun Union Berlin) spielte keine Rolle, Neven Subotic (zurück zum BVB) nur eine untergeordnete. Modeste als Überfigur strahlte selbstredend über allem. Dagegen erreichte Köln die Europa League trotz großer Verletzungssorgen. Marcel Risse und Leonardo Bittencourt spielten jeweils nur eine Halbserie. Timo Horn und Matthias Lehmann fehlten vier Monate. Dazu ist mit Sehrou Guirassy ein Spieler wieder fit, der letztes Jahr überhaupt keine Rolle spielte. Bleibt der FC in der neuen Saison von größeren Verletzungssorgen verschont, hat der Kader das Potential, das gesteckte Saisonziel in der Liga (einstelliger Tabellenplatz) zu erreichen.

Das nächste Rekord-Jahr liegt hinter dem FC

Die DEVK ist der neueste Großsponsor beim Effzeh mit rund zwei Millionen Euro jährlich als Ärmelsponsor. Die REWE wird bald als Hauptsponsor rund sieben statt bislang rund 4,5 Mio. Euro jährlich überweisen. Mit Uhlsport wurde zwar keiner der angesagtesten Ausrüster gewonnen, aber ein Unternehmen, das ähnliche Flexibilität verspricht wie Erima und darüber hinaus signifikant mehr bezahlt. Und dann wäre da noch das zurückliegende Geschäftsjahr der Geissböcke, das nicht nur dank des Gerhardt-Verkaufs im letzten Sommer erneut ein Umsatz- und Gewinn-Rekordjahr werden wird. Die Geissböcke dürften ihr Eigenkapital auf rund 20 Millionen Euro aufstocken können, die Verbindlichkeiten auf rund zehn Millionen Euro senken, der 1. FC Köln wäre damit nach Milchmädchen-Art praktisch wieder schuldenfrei. Fünf Jahre nach der Fast-Insolvenz gilt der Klub als saniert.

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