Kämpferischer FC verliert Euro-Rückkehr und Hector

Der 1. FC Köln hat sich bei seiner Rückkehr auf die europäische Bühne teuer verkauft, beim FC Arsenal dennoch mit 1:3 (1:0) verloren. Zu allem Unglück verloren die Geissböcke auch noch Nationalspieler Jonas Hector, der verletzt ausgewechselt werden musste.

London – Eine großartige Stimmung in der Stadt, ein beeindruckender, fröhlicher Fan-Marsch aus der Innenstadt in den Norden zum Emirates Stadium, dann aber ein versuchter Blocksturm und ein Spiel, dessen Anstoß um eine Stunde nach hinten verlegt werden musste: die Emotionen schlugen hoch am Donnerstag in London.

Ausgangslage

Sportlich rührte Peter Stöger im Emirates Beton an: ein 4-5-1 mit drei zentralen Mittelfeldspielern, mit Yuya Osako und Marcel Risse nur auf der Bank, dazu mit Jorge Meré für Frederik Sörensen – die Gunners sollten den Ballbesitz bekommen, aber der Effzeh hoffte auf Konter. Das gelang eine Halbzeit lang fast perfekt. Aber eben nur eine Halbzeit.

Moment des Spiels

Alexis Sanchez ist ein Weltklasse-Stürmer. Das bewies der Linksaußen in der 67. Minute. Von links zog er gegen drei Kölner in die Mitte, Jorge Meré störte den Chilenen nicht genug und dieser versenkte den Ball mit einem Schlenzer in den Winkel zur 2:1-Führung für Arsenal. Ein Traumtor zur Wende – es war der Knackpunkt in einem Spiel, in dem die Geissböcke mit etwas Glück einen Punkt hätten mitnehmen können.

Die wichtigsten Szenen

Die FC-Fans hatten auf einen Paukenschlag gehofft, und sie bekamen ihn. Zehnte Minute, Matthias Lehmann schlägt einen Ball lang nach vorne, AFC-Keeper David Ospina klärt außerhalb seines Strafraums vor Simon Zoller, doch zu kurz. Leo Bittencourt passte zu Jhon Cordoba, und der Neu-Stürmer der Geissböcke traf aus 30 Metern mit einem Lupfer zur Kölner Führung. Grenzenloser Jubel beim FC – und anschließend eine taktische Meisterleistung gegen Gunners, die erst zum Ende der ersten Hälfte gute Torchancen erhielten, sie aber vergaben.

Das änderte sich in der zweiten Hälfte. Der eingewechselte Sead Kolasinac hämmerte eine abgefälschte Flanke, die ihm als Bogenlampe vor die Füße viel, aus halblinker Position per Volleyschuss ins lange Eck (49.). Schon dieser Treffer von großer Kunst, doch Sanchez setzte noch einen drauf. Das 1:3 durch Hector Bellerin (82.) fällt in einer Phase, in der Köln hinten aufmacht und Arsenal einen seiner Konter so klärt, dass der bärenstarke Timo Horn zum dritten Mal chancenlos bleibt.

Fazit

Zum Lachen: Der Effzeh ist zurück in Europa – und verkauft sich stark.

Zum Weinen: Jonas Hector am rechten Fuß verletzt – gute Besserung!

Unser Held des Tages: Die friedlichen FC-Fans, die eine unfassbare Stimmung verbreiteten.

Aufstellung

Horn – Klünter (76. Osako), Meré, Heintz, Rausch – Zoller (65. Risse), Höger, Lehmann, Hector (36. Jojic), Bittencourt – Cordoba

Tore

1:0 Cordoba (10.)
1:1 Kolasinac (49.)
1:2 Sanchez (67.)
1:3 Bellerin (82.)

4 Kommentare
  1. Robert H.
    Robert H. says:

    Sehr, sehr passendes Foto – das ist das 1:2 – es spricht Bände.
    Bei ansonstem allem Respekt: dieses Tor geht auf Klünters Kappe. Er hat in dieser Szene nicht den geringsten Grund, abzudrehen und zuzuschauen. Das geht in Europa und auch sonst nicht. In dieser Szene hätte er Mere helfen und doppeln müssen, Schußbahn zustellen.

    Das 1:1 – da ist, auch hier bei allem Respekt sonst, Horn nicht schuldlos. Jemand sollte ihm dringend abgewöhnen, beim Schuß des Gegners immer mit den Armen so weit hinten auszuholen. So was macht man beim Standweitsprung. Hier hat ihm dadurch 1 cm gefehlt um den Ball vielleicht zu halten

    Ist alles konstruktive Kritik. Ansonsten eine defensiv starke Leistung der Mannschaft in der 1. Halbzeit. Glückwunsch an die Mannschaft und die letztlich tollen Fans für den Support.
    Achtbarer 1. Auftritt.

  2. C W
    C W says:

    Die erste Halbzeit zeigt genau das was man vom FC in der letzten Saison so häufig gesehen hat. Hinten stabil und vorne gelingt dann auch mal ein Treffer und schwups kann man so ein Spiel gewinnen oder zu mindest nen Punkt mitnehmen.

    In der zweiten Halbzeit zeigt sich dann leider all das was vom FC in dieser Saison so häufig gesehen hat. Hinten wird nicht konsequent verteidigt. Das fängt beim ersten Tor vor Horn schon damit an, dass keiner den Bal wegkriegt, danach ist die Frage ob der Ball nicht vielleicht haltbar gewesen wäre. Das zweite Tor hat Robert auch schon treffen anaylsiert, wobei hier auch Mere durchaus zielstrebiger zu Werke gehen darf. Ja und danach lief vorne leider wieder nicht viel.

    In Summe war das Spiel allerdings um längen besser als die ersten drei in der BL. Mere muss hier ähnlich wie Sörensen noch stabiler werden, zeigt aber gute Ansätze. Cordoba hat endlich einfach mal nicht nachgedacht und schwups ist die Kugel drin und auch der Rest hat gut gekämpft (in HZ1). Einzig bei Höger muss ich mich selber korrigieren. Ich hatte nach Hamburg behauptet so schlecht könnte er gar nicht spielen wie Lehmann und Hector in den ersten beiden Partien. Ich habe mich getäuscht. Wie oft Höger das Spiel verschleppt, langsam macht und eigentlich interessante Situationen durch einen Pass nach hinten abbricht ist erstaunlich.

    • Robert H.
      Robert H. says:

      Högers Aufgabe war auch mehr im defensiven Mittelfeld, und da hat er mir eher imponiert. Hat die Räume gut zugelaufen und war immer auch nah beim Mann. Das war nicht immer so.
      Die Schwächen im Spielaufbau und in der Offensive ziehen sich durch alle Mannschaftsteile. Wenn es eng wird, sind die Bälle meistens ruckzuck weg. Und wenn sich Räume bieten wird oft planlos in die Abwerhrreihe hineingerannt.
      Die grundätzlich langen Abschläge vom Torwart sind da eher Ausdruck von Hilflosigkeit, auch diese landen derzeit viel zu oft beim Gegner.
      Aber – es gibt auch vorne hin und wieder gute bis sehr gute Ansätze, die sich hoffentlich mal zu einer selbstbewussten Spielkultur entwickeln.

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