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Schießbude der Liga: Der Effzeh hat „ein echtes Problem“

Der Leistungsabfall in der Defensive beim 1. FC Köln im Vergleich zur letzten Saison ist dramatisch. Drei Gegentore im Schnitt kassierten die Geissböcke in fünf verlorenen Spielen am Stück. Das gab es noch nie unter Trainer Peter Stöger. Woher kommen die Probleme in der Abwehr?

Köln – Peter Stöger redete am Tag nach dem 0:5 bei Borussia Dortmund nicht um den heißen Brei herum. „Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit ein richtig schlechtes Spiel gemacht und auch in der Höhe verdient verloren“, sagte der FC-Coach. „Wir haben letzte Saison auch schlechte Spiele gemacht und verloren, aber nicht am Stück.“

Das Vertrauen in die Defensivstärke ist dahin

Das ist zu Beginn der Saison 2017/18 anders. Der Effzeh steht in der Liga nach vier Spielen noch ohne Punkt da, ist Tabellenletzter mit einem Torverhältnis von 1:12 und blickt nun auf zwei richtungsweisende Spiele gegen Eintracht Frankfurt in Müngersdorf und beim stark gestarteten Aufsteiger Hannover 96. Ein Sieg gegen die SGE am Mittwoch ist fast schon Pflicht, um endlich in der neuen Spielzeit anzukommen und wieder etwas Selbstvertrauen zu tanken.

Doch genau das ist nahezu völlig dahin. Das Vertrauen in die eigenen Stärken, vor allem in die Zuverlässigkeit der Defensivabläufe, hat sich in Luft aufgelöst. Fünf Stück in Dortmund, drei Gegentore beim FC Arsenal, vor allem aber jeweils drei Gegentore beim FC Augsburg und gegen den Hamburger SV – Köln ist bislang die Schießbude der Liga. Und es liegt, wie das Spiel beim BVB gezeigt hat, längst nicht mehr nur an individuellen Fehlern.

Das war eine Lehrstunde, wie es nicht geht

„Die Gegentore sind ein echtes Problem“, gestand Kapitän Matthias Lehmann nach der Klatsche in Dortmund. „Das war eine Lehrstunde, wie es nicht geht. Eigentlich war es eine Schablone dafür.“ Alarmierende Worte, denn sie bestätigten, dass Dortmund all jene Schwächen aufdeckte, die dem Effzeh in dieser Saison zu schaffen machen. Und das, obwohl sich das Defensivpersonal kaum verändert hat.

Weiterlesen: Vielschichtige Probleme in der Defensive

2 Kommentare
  1. Horst Simon says:

    Stimme dem Bericht voll zu.
    In der letzten Saison haben etliche Spieler an ihrer Leistungsgrenze gespielt.
    In der Winterpause wurde ohne Not Mavraj verkauft, obwohl dieser gut mit beiden IV
    harmonierte. Für diese Saison hätte ein routinierter, robuster und kopfballstarker IV geholt
    werden müssen. Statt dessen wurden für die Abwehr 4 Talente ! geholt.
    Für das Mittelfeld hätte ebenfalls ein sehr guter Spieler geholt werden müsse, welcher
    auch mal das Tor trifft. Im Sturm lediglich Cordoba zu holen und zu glauben, die anderen werden
    mehr Tore schießen (wer denn?) war naiv und grob fahrlässig. Es war doch abzusehen, daß
    Leo und Marcel Wochen oder Monate brauchen , um wieder in Form zu kommen.
    Im übrigen ist auch deren Torquote überschaubar. Von daher fehlen auch hier, wie bereits
    mehrfach erwähnt, ein oder zwei gute Flügelspieler.
    Leider sind die Modeste Millionen schon verbraucht, für Talente und einen Stürmer, welcher
    viel zu teuer war. Unbegreiflich ist mir, weshalb sich Schmadtke schon so früh auf Cordoba
    festgelegt hat. Mainz konnte daher den Preis nach oben treiben.
    Bleibt zu hoffen, daß in der Winterpause noch einige Spieler geholt werden.
    Leider wurde der Kader nicht verstärkt, sondern geschwächt.

  2. OlliW says:

    Vielleicht war die Hoffnung, auf dem Niveau der Vorsaison weitermachen zu können, ausschlaggebend. Wäre ja nicht mal naiv gewesen. Spiel an der Leistungsgrenze, ja defintitiv! Und da kommen sie jetzt nicht ran. Die Stärke des FC war viel die Schwäche der anderen. Dazu eine günstige Gegner-Konstellation in den letzen Spielen.

    Cordoba war zu teuer, ganz klar. Wenn ich mir anschaue, was es für Flitzer und Techniker (zB Bruma) für 10 oder 12 gab….seltsam. Aber vielleicht wollten die alle wirklich nicht zum FC.
    Cordoba passt allerdings gut, er bemüht sich redlich, ist aber logischwerweise ganz allein da vorne. Denn der FC spielt wieder ähnlich wie zu mit Modeste. Und mit Ball immer in der Zange der IV des Gegners. Die Umstellung auf ein anderes System, etwa mit mehr Ballbesitz, klappt gar nicht. Desolate Defensive, durch Schnelligkeit und gutes Passspiel leicht zu knacken, ein eher marodes Mittelfeld, dazu Spieler unter Form, keine „Nachrücker“ wie Clemens oder Özcan, die den Unterschied machen könnten… Das ist die Situation.

    Aber Analyse und schlecht reden nutzen jetzt nicht viel. Unterstützung ist gefragt. Heute ein dummes, von mir aus unverdientes 1:0 daheim und schon sieht die Welt wieder etwas besser aus.

    Come on Effzeh!!!!

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