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Erste Risse: Fans schimpfen auf Spieler und Schmadtke


Der 1. FC Köln verliert erneut in der Europa League – und diesmal verliert der Effzeh auch seine Fans. Das erste Mal in dieser Saison wenden sich die Anhänger nach der 0:1-Niederlage bei BATE Borisov vom Team ab und beschimpfen die Spieler und Manager Jörg Schmadtke.

Borisov – Eine Viertelstunde vor Schluss, es steht 0:1, der Effzeh bekommt fast nichts mehr zusammen, ertönt erstmals „Wir wollen Euch kämpfen sehen“ aus der FC-Kurve. Eine konfuse Kölner Mannschaft wirkt nicht, als ob ihr noch etwas gelingen werde. Und so bleibt es nach 90 Minuten bei der zehnten Niederlage im zwölfen Pflichtspiel der Saison.

Die Stimmung kippt – ausgerechnet vor Bremen

Eine desaströse Bilanz, die die Fans erstmals in dieser Saison in Rage versetzt: Nach dem Spiel, als die Spieler in Richtung Gästekurve in der Borisov-Arena schleichen, gehen die Anhänger auf die Barrikaden. „Wir haben die Schnauze voll“ ertönt, und erstmals sind auch „Schmadtke raus“-Rufe deutlich zu vernehmen. Die Stimmung kippt, sind dies die ersten Risse zwischen Fans und Klub in dieser Saison ausgerechnet vor dem so wichtigen Spiel in der Bundesliga am Sonntag gegen Werder Bremen?

Die Spieler haben es zur Kenntnis genommen, zeigen Verständnis für die Anhänger. Marco Höger „kann den Unmut verstehen“, auch, wenn er die Aufforderung nach mehr Kampf „deplatziert“ findet. „Wenn wir eines machen, dann ist es kämpfen“, sagt Höger nach den enttäuschenden 90 Minuten von Borisov. Die Fans sollen sich sicher sein, dass hier niemand von uns mit einem Lächeln heimfährt.“ Dominic Maroh, der die Mannschaft am Donnerstagabend als Kapitän auf das Feld führt, redet nicht um den heißen Brei herum. „Das ist brutal hart. Die Fans reisen nach Weißrussland, wollen raus aus der Tristesse Bundesliga, verlieren dann hier auch. Das tut weh.“ Dann appelliert er: „Wir brauchen die Energie von den Rängen. So haben wir schon einige Spiele gewonnen. Wir brauchen die Fans in der Kurve, am Sonntag mehr denn je.“

Das ist mir nicht egal

Auch Jörg Schmadtke nimmt die Rufe zur Kenntnis, vor allem die gegen seine Person. „Das ist mir nicht egal, aber das macht nichts mit mir“, sagt der FC-Manager nach der Niederlage. Der Unmut sei „das gute Recht der Fans. Das ‚Wir wollen Euch kämpfen sehen‘ will ich auch nicht auf die Goldwaage legen. Das, was dahintersteckt, ist: ‚Wir wollen den Erfolg und dass Ihr besser spielt.'“ Doch der Erfolg bleibt weiter aus. Die 0:1-Niederlage wiegt schwer. Denn ausgerechnet vor der richtungsweisenden Partie am Sonntag im RheinEnergieStadion gegen Werder Bremen bröckelt nun auch das, was den FC in den letzten Jahren so stark gemacht hat.

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