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Lust auf mehr: Hat Guirassy den Schalter gefunden?

Eine perfekte Ballannahme, eine Drehung als fließende Bewegung um Gegenspieler Jonathan Tah, der sofortige Abschluss – Tor. Sehrou Guirassy erzielte am Samstag sein erstes Bundesliga-Tor für den 1. FC Köln. Der Franzose hat damit endlich angedeutet, warum er vor 15 Monaten zum Effzeh kam.

Leverkusen/Köln – Den Jubel hat er schon drauf. Mit der Hand vor dem Mund vor der Leverkusener Fankurve, damit hat sich der 21-Jährige auf der anderen Rheinseite keine Freunde gemacht. Doch das war auch nicht seine Intention. Guirassy freute sich über sein schönes Tor für die Geissböcke, doch weil es nicht zum Sieg und noch nicht einmal zum Punkt reichte, währte die Freude nicht lange.

Wir sind sehr zufrieden mit ihm

„Nach dem Tor war ich natürlich glücklich, aber nach dem Spiel ist mein Tor nicht das Wichtige, sondern dass wir die drei Punkte nicht geholt haben“, sagte der Franzose. Guirassy musste lange auf dieses Gefühl warten. Nach seinem Wechsel aus Lille verlor er verletzt ein Jahr. Erste Zweifel kamen auf, ob der junge Angreifer überhaupt dem FC noch helfen könnte. Nun ist er wieder fit, und nach Wochen der Probleme platzte gegen Werder Bremen in der Vorwoche der Knoten – zumindest in Sachen Leistung. Vor dem gegnerischen Tor gelang ihm erst in Leverkusen die Erlösung, doch dieses Tor hatte er sich in den zwei Spielen zuvor hart erarbeitet.

„Das Tor ist die Bestätigung für seine Leistungen“, lobte Peter Stöger seinen Stürmer. „Alle drei Spiele, die er jetzt gemacht hat, hat er sehr gut gespielt. Wir sind sehr zufrieden mit ihm.“ Dies war nach Guirassys desolatem Auftritt in der Europa League gegen Belgrad vor einem Monat noch nicht abzusehen. Doch irgendetwas oder irgendjemand hat beim jungen Angreifer offenbar einen Schalter umgelegt und freigelassen, was bis dato in ihm schlummerte. Erstmals in dieser Saison hat Köln wieder einen Stürmer, der mit hohen Bällen erreichbar ist, der seinen Körper mit dem Rücken zum Tor geschickt einsetzt und die Bälle verarbeiten kann.

Guirassy ähnelt Modeste mehr als Cordoba

Während der aktuell verletzte Jhon Cordoba ein anderer Spielertyp ist und vor allem mit hohen Anspielen in den ersten Partien nicht zurecht kam, übernahm Guirassy zuletzt in Teilen jene Arbeit, die Anthony Modeste in den vergangenen zwei Jahren auszeichnete. Mitunter trifft der 21-Jährige noch die falschen Entscheidungen, trennt sich zu spät vom Ball und lässt in den entscheidenden Situationen die schnellen ersten Schritte vermissen, die Modeste so stark machten. Doch wenn die letzten drei Spiele und vor allem die Fertigkeiten, die Guirassy bei seinem Tor in Leverkusen bewies, ein Versprechen für die restliche Saison waren, dann könnte der Stürmer ein Hoffnungsträger für die Geissböcke sein. Und solche kann der FC aktuell wahrlich gut gebrauchen.

6 Kommentare
  1. OlliW
    OlliW says:

    Schön, dass die Modeste-Ähnlichkeit im Spiel mal auffällt. Augenscheinliche Unterschiede: Modeste hatte fast immer nur einen Kontakt und passte sofort weiter. Als Dribbler ist Guirassy mitunter stärker, aber er verhaspelt sich noch oft. Auch weil er es immer gleich mit drei Gegenspielern zu tun bekommt. Umso wichtiger wäre ein schneller Pass.

    In der Tat sollte Stöger bei Cordobas Rückkehr die beiden mal als Sturm-Duo ausprobieren. Dabei Cordoba hinter Guirassy!

    • Flizzy
      Flizzy says:

      Sehe ich genauso, die Option Guirassy/Cordoba erscheint mir auch als die stärkste.
      Guirassy hat seit dem Spiel in Bremen konstant gute Leistung gebracht. Und den Patzer in Bremen habe ich ihn nicht übel genommen. Der Junge kann was, und man muss ihm jetzt die Chance geben sich kontinuierlich zu entwickeln und vor allem in Pflichtspielen seine Erfahrungen zu sammeln. Für mich ist er der „neue Modeste“.

  2. E Levve lang
    E Levve lang says:

    Der Junge ist wirklich gut, es ist nur schade das er sich in einer so schwierigen Situation entwickeln muss. Wäre die Saison positiver könnte er viel freier spielen. Ich glaube dann würde er uns richtig Freude machen.

    • Ali Perez
      Ali Perez says:

      Guirassy ist ein Gewinner dieser schwierigen Situation. Er ist zur Zeit alternativlos und stellt sich praktisch von selbst auf. Jetzt bekommt der Bursche umständehalber die Spiele, die er braucht. Seine Formkurve zeigt nach oben; er wird sich festspielen.

      • Geisbock514
        Geisbock514 says:

        Seine Formkurve zeigt nach oben, mh…klar weiter runter geht es ja kaum noch. Ich hoffe das sich bei ihm jetzt ein bisschen der Knoten gelöst hat. Wenn er jetzt noch bei einem Zuspiel nicht auf den Ball wartet, sondern ein, zwei Schritte entgegenkommt glaube ich auch das es noch was werden kann.

  3. TanteKaethe
    TanteKaethe says:

    Ganz ehrlich…Cordoba in allen Ehren…finde man sollte Zoller nicht vergessen der in der Spitze seine beste Leistung bisher gebracht hat und kämpft bis zum umfallen…allerdings war ich auch schon vor der Saison der Meinung Guirassy und Cordoba sollte man zusammen spielen lassen. Leider muß Zolli zu oft außen spielen da dort die Alternativen fehlen…

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