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Symbolfigur Guirassy: Das war gut, das war schlecht


Das Duell gegen Werder Bremen sollte für den 1. FC Köln zu einem Endspiel werden. Die Mannschaft zeigte eine ordentliche Leistung, verpasste durch zahlreiche liegen gelassene Torchancen dennoch den erhofften Befreiungsschlag. Als Sinnbild für die Tragik der Partie musste Sehrou Guirassy herhalten.

Köln – Eigentlich hätte Sehrou Guirassy überhaupt nicht in der Startelf stehen sollen. Doch der kurzfristige Ausfall von Claudio Pizarro zwang Peter Stöger nur Minuten vor Spielbeginn zum Wechsel. Guirassy, der zu seinem ersten Startelf-Einsatz in der Bundesliga kam, nahm die Situation an und wurde zu einem der besten Kölner an diesem Tag – und doch zur tragischen Figur. Trotz zahlreicher guter Gelegenheiten konnte er die Geissböcke nicht zum Sieg schießen.

Das war gut

Nach 17 Gegentoren in acht Partien blieb der Effzeh gegen Werder Bremen zum zweiten Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer. Die Defensive um Kapitän Dominic Maroh präsentierte sich weitestgehend stabil und ließ kaum eine Chance der Werderaner zu. Doch auch in der Offensive funktionierten einige Mechanismen besser als in den Spielen zuvor. Die gesamte Kölner Mannschaft bewies in diesem Abstiegskrimi, dass sie die Qualitäten mitbringt, die es braucht, um im Tabellenkeller zu bestehen und die Klasse doch noch zu halten.

Auch Sehrou Guirassy gehörte dazu, der Franzose bewies zum ersten Mal seit seinem Wechsel zum Effzeh so etwas wie Bundesligaformat. Obwohl der 21-Jährige sechs hochkarätige Torchancen nicht nutzen konnte, gehörte der junge Franzose zu den auffälligsten Akteuren auf dem Platz. In seinem zwölften Bundesligaspiel ackerte Guirassy unermüdlich, war beweglich, stets anspielbar für seine Mitspieler und gewann im Mittelfeld zahlreiche Kopfballduelle. Er behauptete den Ball gegen seine Gegenspieler besser als in den letzten Monaten, wirkte taktisch viel besser integriert und zeigte sich mannschaftsdienlich. Eine deutliche Steigerung und kein Vergleich beispielsweise zur schaurigen Leistung in der Europa League gegen Belgrad.

Das war schlecht

Zwar fehlte am Sonntag nicht viel, um sich am eigenen Schopf aus der Negativ-Misere zu ziehen, doch das Entscheidende ließen die Kölner einmal mehr vermissen: die Abgebrühtheit vor dem gegnerischen Kasten. Durch den Pizarro-Ausfall fehlte erneut ein kaltschnäuziger Knipser in den Reihen des Effzeh. In der ersten Halbzeit scheiterte alleine Guirassy zwei Mal per Kopf und einmal durch einen schwachen Schuss (6., 8., 13.). Im zweiten Durchgang hielt es dann niemanden mehr auf der Kölner Bank, als Tim Handwerker in der 86. Minute Guirassy mit einer strammen Hereingabe bediente. Der Franzose hätte nur noch in das leere Tor einschieben müssen, doch irgendwie schaffte er es, den Ball am Tor vorbei zu befördern.

Nur wenige Minuten zuvor hatte es der Stürmer verpasst, aus aussichtsreicher Position abzuziehen, nachdem Guirassy von Dominique Heintz freigespielt worden war. Umso dramatischer, dass Bremens Torhüter Jiri Pavlenka mit einer Wahnsinns-Parade die dritte Großchance innerhalb von fünf Minuten kurz vor dem Ende entschärfen konnte. Am Ende hatten sich die Kölner zwar gute Gelegenheiten erarbeitet, doch es mangelte an der Nervenstärke vor dem gegnerischen Tor.

So geht es weiter

Dem Effzeh bleibt nichts anderes übrig, als weiter für den wiederkehrenden Erfolg zu kämpfen. Die nächste Aufgabe steht bereits am Mittwoch im DFB-Pokal bei Hertha BSC an. Mit einem möglichen Weiterkommen im Pokal könnte sich die Mannschaft das lang ersehnte Selbstvertrauen zurückholen. Und auch für Sehrou Guirassy wird es wohl in der Startelf weitergehen. Claudio Pizarro wird mit einer Muskelverletzung wohl einige Spiele aussetzen müssen. Jhon Cordoba fehlt noch bis in den November hinein. Und nicht nur mangels weiterer Alternativen, sondern auch aufgrund seiner starken Leistung gegen Bremen, hat es Guirassy am Mittwoch gegen Hertha verdient, in der Startformation stehen.

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