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DFB degradiert Krug – Gräfe droht Rauswurf als Schiri

Der Deutsche Fußball-Bund hat wieder einmal um Verwirrung um den Videobeweis gesorgt. Ein Brief an die Bundesligisten scheint die Regeln für den Videoassistenten aufgeweicht zu haben. Dazu hat der DFB nun Stellung bezogen. Darüber hinaus zog er personelle Konsequenzen.

Frankfurt – Der DFB rühmt sich seiner unabhängigen Ethik-Kommission. Diese hat nun eingegriffen im Zoff um die Schiedsrichter-Gilde der Bundesliga. Vetternwirtschaft und die unprofessionelle Umsetzung des Videobeweises standen unter anderem als Vorwürfe im Raum, geäußert von Manuel Gräfe in einer Rede und einem Interview.

Konsequenzen für Gräfe, Krug und Fandel

In erster Konsequenz wird Gräfe künftig nicht mehr als Videoassistent in der Bundesliga eingesetzt. Darüber hinaus wird er künftig nur noch auf Bewährung in der Bundesliga pfeifen dürfen, da seine Äußerungen nicht mit dem DFB abgestimmt waren. „Manuel Gräfe wird sich über interne Sachverhalte und über Kollegen nicht mehr unabgestimmt in der Öffentlichkeit äußern. Andernfalls wird er nicht mehr als Schiedsrichter in der Bundesliga eingesetzt“, teilte der DFB mit und erklärte damit: Sollte Gräfe noch einmal öffentlich seine Meinung kundtun, war er längste Zeit Bundesliga-Schiedsrichter. „Außerdem wird er ab sofort nicht mehr als Video-Assistent in der Bundesliga eingesetzt.“

Es trifft aber nicht nur Gräfe. Vor allem Helmut Krug und Herbert Fandel standen zuletzt in der Kritik für ein intransparentes Bewertungssystem der Schiedsrichter. Schon länger hält sich der Vorwurf, dass einzelne Referees nicht objektiv bewertet, sondern bevorzugt oder benachteiligt wurden. Krug verliert nun seinen Posten in der Schiedsrichter-Kommission, darf aber der umstrittene Leiter des Projektes Videoassistent bleiben. Fandel wird künftig keine Lehrgänge der Elite-Schiedsrichter mehr besuchen, bleibt aber einer der Coaches.

Nicht mehr nur klare Fehlentscheidungen

Darüber hinaus teilte der DFB mit, dass der vom DFB an alle Bundesliga-Vereine verschickte Brief bezüglich des Videoassistenten „missverständliche Formulierungen“ enthalten habe. Die Regeln für den „VAR“ waren heimlich angepasst worden, nicht mehr nur bei „klaren Fehlentscheidungen“ darf sich der Videoassistent melden. Dies führte der DFB nun aus. Auf der nächsten Seiten findet Ihr die vollständige Pressemitteilung mit allen Erklärungen zur künftigen Verwendung des Videobeweises.

Weiterlesen: So erklärt der DFB die Videoassistent-Regeln

6 Kommentare
  1. mal im Ernst
    mal im Ernst says:

    Der DFB ist doch genauso korrupt wie die FIFA . Ich verstehe die Bundesliga -Vereine nicht. Wer hält denn den DFB am Leben ? Die Fussballvereine. Jeder , wenn er ehrlich ist fIndet den Videobeweis doch scheisse. Warum setzen sich die Vereine nicht zusammen und sagen dem DFB das er den Videobeweis einstellen soll. Wie geht das eigentlich wenn der 3. der 2. Liga gegen den 16. der 1.Liga spielt ? Zählt dann auf einmal der Videobeweis für diese Spiele? Denn vorher gibt es ja für die 2. Liga diesen nicht. Wie ist denn da der Auf und Abstieg geregelt ? Kommen die alten Säcke beim DFB erst kurz vor den Spielen um die Ecke. Genau wie im Pokal. Alle die Fußball -Wetten machen werden doch schon jetzt beschissen. Unser FC hat schon 6 Punkte dadurch verloren. Woher weis der DFB eigentlich für welches
    Fußball- Herz des Videoschiedsrichter schlägt ? Da pfeift einer Köln gegen Gladbach und wurde durch Schmäh beleidigt. Die Wochse später ist er Videoschiedsrichter Köln gegen Hamburg und er ist HSV -Fan. Na was wird da wohl passieren?

    • Dieter
      Dieter says:

      Was der DFB jetzt veranstaltet ist wie immer eine „Lachnummer“.
      Wir leben in Deutschland. Die freie Meinungsäußerung ist in unserer Verfassung fest verankert. Da kommt der DFB und will erwachsenen Menschen untersagen, sich öffentlich zu äußern.
      Wie kann etwas besser werden, wenn man Leuten verbietet sich kritisch zu äußern. Der DFB hat doch genug Scheiße (Entschuldigung) verzapft. Der Vorwurf die WM 2006 gekauft zu haben wurde ja nicht widerlegt. Da verschwinden mal eben etliche Millionen und keiner weiß wohin. Und diese Möchtegernfunktionäre wollen anderen den Mund verbieten? Wer Dreck am Stecken hat der gehört in den Knast und nicht in irgendwelche Gremien, weder im Sport noch in der Wirtschaft.

  2. LOCUTUS
    LOCUTUS says:

    Ich gebe zu, ich war im Vorfeld PRO Video-Schiedsrichter (nicht zuletzt weil unser FC so oft mit klaren Fehlentscheidungen benachteiligt wurde), aber nun bin ich einfach nur noch entsetzt über die Entwicklung. Keine klare Linie, unsägliche Entscheidungen, von der Kommunikationsleere im Stadion während und nach den Video-Prüfungen ganz zu schweigen.. Bitte diesen Video-Beweis UMGEHEND wieder abschaffen!

  3. Mike
    Mike says:

    Der Videobeweis hat einen Wert an sich und könnte für mehr Gerechtigkeit sorge. Nur weil die Verantwortlichen ihr eigenes Spielchen spielen – findet man leider auch in anderen Bereichen- , ändert das nichts daran. Die BL-Vereine sollten sich zusammen tun und hier Druck ausüben !

  4. ralf brostewitz
    ralf brostewitz says:

    ….es ist wie es ist – der videobeschiss gehört in die tonne ! es sind einfach nur immer wieder willkürliche entscheidungen – bestes beispiel gestern gladbach – mainz, ein klarer elfer mit roter karte wird einfach “ übersehen “ ??? noch ein wort zum dieter : mit deiner freien meinungsäußerung in diesem staat in dieser zeit, wäre ich etwas vorsichtiger !

  5. Dieter
    Dieter says:

    Das sehe ich etwas anders ralf. Die Verfassung ist das höchste Gut in jedem Staat. Da steht keine Wirtschaft und keine Funktionäre drüber, auch wenn die das manchmal glauben. Jeder Staat und alle Menschen leiden unter Korruption und Betrügereien. Der DFB ist mächtig und reich. Das berechtigt aber noch lange nicht Grundrechte eines Menschen zu beschneiden. Was hat ein Sportfunktionär eigentlich noch mit Sport zu tun? Aufgabe wäre es für den Sport zu arbeiten; was leider immer weniger geschieht. Wenn es um Gerechtigkeit, Chancengleichheit und fairen Wettbewerb gehen würde, dann müsste vom DFB andere Regularien eingeführt werden. Wie sieht es denn bei uns aus. Bayern wird auf absehbare Zeit ein Abo für den Meistertitel haben.
    Mit viel Glück wird vielleicht mal die eine oder andere Mannschaft eine gute Saison spielen. Anschließend wird diese Mannschaft dann durch Käufe des großen FC Bayern wieder an Substanz verlieren und sind plötzlich keine Konkurrenz mehr. Haben wir in der Vergangenheit wiederholt gesehen.
    Oder glaubst du, dass Freiburg, Köln, Frankfurt, Augsburg, HSV, Hannover oder sonst eine der Bundesligamannschaften in den nächsten 5-10 Jahren den Meistertitel erringen wird. ICH NICHT. Das wäre aber Aufgabe des DFB für Chancengleichheit zu sorgen. Am besten überreichen wir den Bayern die Meisterschalen bis einschließlich 2025 und bestreiten nur noch Freundschaftsspiele. Spannung ist doch in der Bundesliga schon längst nicht mehr. Dem DFB sei Dank.

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