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Torfestival: Das war gut, das war schlecht

Michael Wurzer und Thomas Lambertz hatten es vorhergesehen: „Wie siegen wieder im Europapokal“ standen auf den beiden T-Shirts, die die „Zwei Kölsch“ trugen. Die beiden Fans des 1. FC Köln sind für ihre kreativen Aufdrucke inzwischen Stadtbekannt. Und diesmal lagen sie goldrichtig.

Köln – Nach 25 Jahren hat der 1. FC Köln wieder ein Spiel im Europapokal gewonnen. Das 5:2 (1:2) gegen BATE Borisov war ein rauschendes Fußballfest – zumindest in der zweiten Halbzeit. Der Effzeh gewann am Ende auch in der Höhe verdient gegen die Weißrussen. Zwischenzeitlich hatte es aber einmal mehr nach einem Rückschlag ausgesehen.

Das war gut

Zuallererst ist das Angriffsspiel über 70 der 90 Minuten des FC zu nennen. Immer wieder spielte Köln aus der Abwehrreihe den Ball in die Halbpositionen zwischen den Ketten des Gegners. Die Laufwege stimmten, um die Räume überhaupt bespielen zu können. Vor allem aber stimmte dann meist die Bewegung nach der Ballannahme. Ob Leonardo Bittencourt, Salih Özcan, Sehrou Guirassy, Simon Zoller oder Yuya Osako, die FC-Profis drehten sich auf, öffneten so das Spielfeld vor sich und waren in der Lage, den Ball sofort weiterzuleiten, meist über die Flügel.

So entstanden immer wieder Überzahlsituationen, um sich durch Dreieckszuspiele weiter vorzuarbeiten und Pässe in den Strafraum anzubringen. Und dort, das unterschied von vielen Spielen zuvor, befanden sich nicht nur Stürmer, die an diesem Tag trafen und eine gute Chancenverwertung zeigten. Es waren auch mehrere Spieler in der Box, die als Anspielpartner dienten. Gegen Borisov kamen viele Geissböcke gefährlich zum Abschluss, selbst Özcan, Matthias Lehmann und Dominique Heintz, die selten in diese Bereiche vorstoßen. Doch Köln ging am Donnerstag gegen Borisov die nötigen Wege, um auch noch das vierte und fünfte Tor zu erzielen. Das zeichnete den Effzeh gegen die Weißrussen aus.

Das war schlecht

Zu reden ist wieder einmal über die Unkonzentriertheiten nach der frühen Führung. Das 1:1 entstand nicht nur wegen eines unnötigen Fouls am Strafraum. Es entstand vor allem, weil in der Raumdeckung niemand auf die Gegenspieler achtete. Ein Unding, wie schon gegen Leverkusen, so leichtfertig gleich zwei Weißrussen sträflich frei am Elfmeterpunkt stehen zu lassen, ohne rauszurücken. Das hatte nichts mit Raum- oder Manndeckung, sondern mit Wachsamkeit zu tun. Das 1:2 war zwar ein Kunstschuss, doch ebenfalls bereits in der Entstehung leicht zu verteidigen. Und wenn Timo Horn nur Minuten nach dem 3:2 durch Guirassy nicht zweimal in Weltklasse-Manier pariert hätte, wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre?

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