,

Die Königsfrage: Braucht es einen neuen Impuls?

Der 1. FC Köln im November 2017 gibt sportlich ein erbärmliches Bild ab. Zu einer anderen Feststellung kann man nicht kommen, wenn man auf die Bundesliga-Tabelle blickt. Für diesen Zustand gibt es, wie in jedem anderen Bundesliga-Verein auch, zwei Verantwortliche: den Manager und den Trainer.

Köln – Jörg Schmadtke hat bereits seine Konsequenzen gezogen und den Klub verlassen. Über die Art und Weise der Trennung, den Zeitpunkt, die Gründe, den vermeintlichen Egoismus Schmadtkes und die augenscheinliche Naivität des Vorstands, damit nicht gerechnet zu haben, kann reichlich diskutiert werden. Doch die Diskussionen bringen nichts mehr. Denn Schmadtke ist weg. Die Frage lautet nun: Wie geht es mit Peter Stöger weiter?

In der Liga keine Besserung in Sicht

Der Österreicher galt in den letzten Wochen seit Schmadtkes Abschied als der sportlich starke und einzig verbliebene Mann beim FC. Doch spätestens nach den letzten Auftritten gegen Hoffenheim und Mainz hat auch Stögers Standing Schaden genommen. Beim FC stellt man sich intern inzwischen die Frage: Ist der Trainer noch der richtige Mann für die so brisante Lage? Der 51-Jährige hatte selbst in den letzten Wochen immer wieder betont, es sei seine Aufgabe als Trainer, die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen, sie zu stabilisieren, die Spieler aufzurichten und ihnen Lösungen an die Hand zu geben, um wieder erfolgreich zu sein. In der Bundesliga fällt das Zwischenfazit nach zwölf Spieltagen allerdings ernüchternd aus.

Freilich hat sich Stöger in den letzten Wochen schon mehrfach die Frage selbst gestellt, ob er noch der Richtige ist. Er hat sie mit Ja beantwortet. Doch mit jeder weiteren Niederlage werden die Zweifel größer. Der 1. FC Köln ist an einem Punkt angekommen, an dem eine Entscheidung getroffen werden muss: Geht man mit Peter Stöger nicht nur in die Winterpause, sondern zieht die Saison gemeinsam durch? Toni Schumacher hat bereits angedeutet, dass das Freiburger Modell mit Christian Streich auch beim FC mit Peter Stöger möglich sei. Oder kommen die Bosse zu der Entscheidung, dass jetzt der letztmögliche Zeitpunkt in der Saison gekommen sein könnte, um auch auf der Trainerposition noch einmal einen Impuls zu setzen? Denn klar ist: So, wie es aktuell läuft, kann es für den FC am Ende der Saison nur ein Resultat geben, und das ist der Abstieg.

Es geht schon jetzt nicht mehr schlechter

Das klare Bekenntnis für einen gemeinsamen Weg auch über den möglichen Abstieg hinaus gibt es verständlicherweise weder vom Vorstand noch vom Trainer. Schließlich weiß niemand, was in den kommenden Monaten noch passiert. Andererseits kann es sportlich schon jetzt nicht mehr schlechter laufen. Stöger gestand selbst, dass jeder andere Profi- oder Hobby-Trainer mit dieser Kölner Mannschaft in zwölf Spielen zwei Punkte geholt hätte. Die traurige Wahrheit lautet: Unter Peter Stöger ist der 1. FC Köln in dieser Saison bislang maximal erfolglos.

Weiterlesen: Falsche Entwicklung und fehlender Impuls

44 Kommentare
  1. Michael H
    Michael H says:

    Hat es Stöger nicht selbst vor ein paar Wochen gesagt? Trainerqualität misst sich darin, aus Krisen wieder herauszukommen. Wenn man seine Zeit beim FC (und wohl auch bei Austria) Revue passieren lässt, ohne Sentimentalitäten, scheint er aber genau diese Qualität vermissen zu lassen. Als Schönwettertrainer hat er (relativ) große Erfolge mit geringen Mitteln beim FC feiern können. Das sollte man zu schätzen wissen und darf man auch gerne in Erinnerung behalten. Aber seine Durchhalteparolen und öffentliche Motivationsansprachen haben seit einigen Wochen keinerlei Effekt mehr. Wird sich dies wieder ändern? Ich befürchte nicht.

    Gleichzeitig wirkt er mehr als niedergeschlagen oder angeschlagen. Wenn man sich seine Mimik und Körpersprache genauer anschaut, leidet er sicherlich mehr unter der Situation als die meisten Spieler. Möglicherweise alle Spieler. Bleibt die Frage, ob ein mental mitgenommener und instabiler Trainer das richtige für den Abstiegskampf ist…

  2. prinzikai
    prinzikai says:

    Stöger muss endlich den Hut nehmen. Er hat es nicht geschafft und dies obwohl es möglich gewesen wäre. In dem Artikel wird von neuen Impulse geschrieben, dass kann auch ein aktuell erfolgloser Trainer machen, wenn er bereit ist zu lernen und sich immer zu hinterfragen – siehe Streich in Freiburg. Aber Stöger hat viele mögliche Impulse verpasst wie z.B. bei der Partie gg. Main – Ein ÖZCAN nimmt er regelmässig nach 60 min. raus, obwohl der Junge bewiesen hat, dass er am bissigsten ist auf dieser Position – ein Impuls wäre gewesen, wenn er Lehmann rausgenommen hätte. Ein Impuls wäre gewesen wenn J.Horn / T.Handwerker / J.Mere in der Anfangsformation gestanden hätten.

    Stöger hat viele derartige verpasste Impulse gehabt – es reicht jetzt er packt es nicht und es geht nicht um den Abstieg, der ist schon längst besiegelt, findet euch damit ab, es geht um die Zukunft – es ist jetzt die Chance sich einzuspielen, mit den jungen Spieler wie J.Horn, Mere, Klünter, Özcan, Handwerker, Nartey, Guirassy, Cordoba, Bittencourt, Heintz – sich neu aufzustellen bereits nach 1/3 der Saison – alles hinterfragen, alles neu anzupacken, es ist eine grosse Chance hier aus einer verkorksten Saison (was man jetzt ja schon sagen kann) noch was POSITVES rauszuholen und holt bitte keine Feuerwehrmänner – holt Querdenker wie Sammer und ein Trainer der neue, moderne Wege geht (z.B. ein Markus Anfang aus Kiel).
    JETZT oder NIE soll die Devise sein – vielleicht kommt da dann sogar noch der unmöglich Nichtabstieg heraus – aber der sollte nicht mehr das Ziel sein.

  3. mal im Ernst
    mal im Ernst says:

    Wenn ein Stöger sich schon selbst die Gretchenfrage stellt ,und dann immer wieder zurück – rudert kommen doch mehr als Zweifel auf wie er dann eine Mannschaft auf Kurs bringen will. Klar wollen die Spieler den ach so lieben Peter behalten. Wenn er den Bock umstoßen will sollte er gegen Arsenal mal voll auf Risiko gehen. So Pfeifen wie Lehmann, Rausch, Sörensen und Josic auf die Bank setzen. Was wollen wir noch in der Euroliga. Mal eine Überraschung muss auf den Platz. Ist nur ein Wunschgedanke . Der liebe Peter wird das doch seinen Lieblingsspieler nicht antun . Ist halt ein Weichei ,und das nutzen die Spieler doch aus. Nach dem Spiel in Mainz konnte der Lehmann an der Seitenlinie mit einem Mainzer Spieler schon locker Lächeln. Bekommen einen Sack voll Geld für ihr Hobby , und darum ist Ihnen der FC egal.

  4. Detlef Lodenkämper
    Detlef Lodenkämper says:

    Die Führungs- und Tatenlosigkeit des Vereins ist erschreckend. Warum wird nicht schleunigst ein Sportdirektor geholt, meinetwegen Klaus Allofs. Der könnte Herrn Stöger die Papiere überreichen, und der entscheidungsschwache Vorstand könnte sich dann hinter Allofs verstecken. Bei den anderen Klubs reibt man sich die Augen, ein Konkurrent weniger, hat es das schon mal gegeben, so früh in der Saison? Bei Bremen ist mit neuem Trainer schlagartig eine Verbesserung zu sehen. Könnte bei uns auch passieren. Wenn man die Mannschaft auf dem Platz sieht: Sie bettelt doch um eine neue Führung (klar sagt das öffentlich kein Spieler, wäre ein Abmahnungsgrund). Außerdem kann mir kein Mensch erzählen, dass es intern stimmt. Stöger hat seine Lieblinge, alle anderen dürfen sich nicht viele Fehler erlauben. Was sollen denn die Jungen denken, wenn sie auf der Bank schmoren, während Rausch, Lehmann Jojic & Co. Murks spielen? Vielleicht sind die jungen Neuen größtenteils Schmadtke-Einkäufe, die Stöger nicht wollte und die er jetzt abstraft.

  5. Elke L.
    Elke L. says:

    Bremen, nun ja, das war gestern eine Kruse Geschichte, die der alte Trainer nicht zur Verfügung hatte. Aber Kruse ist jetzt wieder fit und ist halt der Torjäger bei den Bremern, einer der uns fehlt.

    Ich denke aber auch, dass Stögers Vertrauen gegenüber Lehmann und Co ihm jetzt das Kreuz brechen wird – und ein anderer Trainer, der sich traut eher auf die jungen Spieler zu setzen, neue Impulse geben könnte – ob das reicht, wird man ja sehen.

    Was einige Spieler in unserem Kader angeht – diese müssen immer wieder gehätschelt werden und rufen zu oft nicht ihr Können ab + der langfristige Ausfall von guten Spielern….

  6. Ali Perez
    Ali Perez says:

    Ich sehe das mit der Körpersprache Peter Stögers ähnlich wie Michael H.. Direkt nach dem Abpfiff in Mainz, als PS sofort alle auf der Bank abklatschte, dachte ich, dass er zurücktritt. Ich habe es bei einer Niederlage in Mainz ohnehin erwartet, weil es nach zwei Wochen Länderspielpause keine Argumente mehr für Besserung gibt. Jetzt darf er wohl bis nächsten Sonntag bleiben.

    Ein Trainer, der die Körpersprache eines Verlierers hat, kann den Bock nicht umstoßen. Er sieht total hoffnungslos, desillusioniert aus. Gegen den Abstieg muss man jedes Spiel zur Schlacht erklären, um stärkere Gegner auf das eigene Niveau runter zu ziehen. CD hat mal gesagt: Wenn Du als Spieler aufläufst, ist das praktisch das Ticket fürs Krankenhaus. Und wenn du spielerisch nicht einschüchtern kannst, dann musst du eben zu anderen Mitteln greifen. Ich fordere hier jetzt keine Brutalität, aber man kann durchaus mehr machen als unsere Jungs. Bis auf ein paar wenige sind alle viel zu brav. Abstiegskampf sieht anders aus.

    Es reicht einfach nicht, dass sich alle lieb haben.
    Das sollten auch die Verantwortlichen erkennen.

  7. Horst Simon
    Horst Simon says:

    In den letzten Jahren haben wir Stürmer gehabt, die auch diesen Namen verdienten
    (Helmes, Ujah, Modeste). Die haben wir heute nicht. Das ist allerdings nicht die Schuld von
    Stöger. Ohne zumindest einen neuen Stürmer, am besten 2 Flügelspielern und einen fürs MV
    sowie für die IV wird es nicht besser werden, ob mit oder ohne Stöger.
    Allerdings könnte ein neuer Trainer Impulse setzen. Was für mich völlig unverständlich ist,
    daß einige Spieler völlig außer Form sind. Dafür ist der Trainer verantwortlich.
    Auch das festhalten an einigen Spielern, welche keine Leistung bringen, ist nicht zu
    verstehen. Von daher bin auch ich für einen Trainerwechsel. Man sollte in der Tat nicht
    solange warten, bis die Stöger raus Rufe kommen. Das hätte er nicht verdient.
    Leider haben wir einige verletzungsanfällige Spieler. Ob und wann diese wieder eingesetzt
    werden können weiß niemand. Von daher sollte man nicht von einem baldigen Einsatz
    ausgehen.

  8. Thomas Kluwig
    Thomas Kluwig says:

    Als Verein hat man es selbstverständlich sehr schwer im jetzigen Zustand die optimale Lösung im sportlichen Bereich zu finden.
    Dem Vorstand sollte bewusst sein das man einen Scherbenhaufen vor sich liegen sieht wenn bestimmte personelle Veränderungen nicht kurzfristig greifen.
    Geht man mit Stöger in Liga 2 würde man eine wichtige Säule beibehalten und mit einem neuen Manager, der dann zur neuen Saison installiert wird eine vielleicht im Gerüst gut aufgestellte Mannschaft weiter entwickeln und den direkten Wiederaufstieg schaffen.
    Alle Entscheidungen die jetzt bzw. in der Winterpause getroffen werden mittelfristig keine gute Struktur erkennen lassen.
    Haltet an Stöger und der Mannschaft fest und kommt nach einem Jahr in Liga 2 zurück in die Bundesliga.

    • prinzikai
      prinzikai says:

      Hätte ich kein Problem damit, aber nur wenn man dann auch NEUES wagt und auf die Jugend setzt und vor allem ein dynamischeres Spielsystem entwickelt – es wäre mal schön, wenn sich ein Gegner auf uns einstellen müsste und nicht immer anders herum – warum werden gute Spielkonzepte nicht kopiert wie Hoffenheim oder Leipzig. Aber man muss schon zugeben, der grösste Fehler ist im Scoutingbereich und in der verkorksten Einkaufspolitik gemacht worden – wie Schmadtke hier Manager des Jahres werden konnte, werde ich nie verstehen. Ein Mavraj, Voigt, Gerhardt, Modeste, Hartel (hab ich einen vergessen ?) abgeben ist schon wirklich fahrlässig, dann hätte man aber wenigsten ein Gregoritsch, Baumgartlinger, Uth, Bebou holen können, dass grenzt schon als Vorsatz, aber was dann geholt wird mit Rudnevs, Rausch, Subotic, Deyverson etc. das ist für mich schon Sabotage. Stöger hat das anfänglich gut gemacht, aber die Leistung der letzten Jahren mit diesen Saboteakte zu wiederholen zehrt auch an Einem – Stöger ist augelaugt, hat er auch selber nach der letzten Saison gesagt – kann gut verstehen, dass jetzt die zündenden Ideen fehlen, aber er sollte dies auch einsehen und das Handtuch werden – so schadet er dem Verein.

      • Detlef Lodenkämper
        Detlef Lodenkämper says:

        Weder Gerhardt noch Hartel waren Stammspieler, als sie gingen. Deyverson war hier, bevor Modeste kam. Jetzt bitte nicht alles auf Schmadtke schieben. Es ist noch nicht lange her, da hatten wir Angst, dass er vielleicht zu den Bayern geht. Und ich denke, dass die Ursache für Schmadtkes Abgang vor allem darin zu sehen ist, dass er den Trainerwechsel wollte, Spinner, Wehrle & Co. dagegen nicht. Sie halten ja sogar jetzt noch an ihm fest, obwohl wir einen Buli-Negativrekord nach dem anderen aufstellen. Und die dringend erforderliche Verpflichtung eines Schmadtke-Nachfolgers lässt endlos auf sich warten. So ist der Klub im sportlichen Bereich handlungsunfähig. Dafür ist das Wort „Dilettantismus“ eigentlich noch zu harmlos.

        • Michael H
          Michael H says:

          Richtig. Nach den Aussagen von Vorstand und Wehrle bezüglich Stöger in den letzten zwei Wochen habe ich auch den Eindruck, dass viele hier Schmadtke Unrecht getan haben. Klar, es gab fehler bei der Kaderzusammenstellung, aber kein Manager hat eine 100%-Trefferquote. Zudem wissen wir auch nicht, wieviel Einfluss Stöger tatsächlich gehabt hat.

          Allerdings wissen wir nun, dass der Vorstand unbedingt an Stöger festhalten wollte – trotz der bekannten und hier intensiv diskutierten Argumente für eine Entlassung. Vielleicht konnte Schmadtke das einfach nicht mit sich vereinbaren – an einem Trainer festzuhalten, dem er nicht mehr zutraut, das Ruder herumreißen zu können.

          Und wenn ich nun Wehrle mit diesem Nonsens-Slogan „spürbar anders“ höre… ja, sehenden Auges in den Abgrund.

      • Michael H
        Michael H says:

        * Mavraj hatte finanzielle Gründe und war möglicherweise ein Fehler.
        * Voigt spielte nicht sonderlich gut im defensiven Mittelfeld in Köln und viele konnten nicht verstehen, warum er überhaupt spielt. Dass er nicht als IV gebracht wurde, war Stöger anzukreiden – und sicherlich nicht Schmadtke.
        * Gerhardt war kein Stammspieler und wir kriegten gutes Geld für ihn. Hat sich in Wolfsburg ja nun auch nicht wirklich großartig durchgesetzt.
        * Modeste, nun, seine Effizienz ist mir egal, so einen Spieler möchte ich in meinem Verein nicht haben. Das mag man anders sehen.
        * Hartel war bestenfalls in der U21 zu gebrauchen und zudem mit starken Charakterdefiziten. Hat sich entwickelt. Aber vielleicht brauche er dafür genau das: eine neue Umgebung, um erwachsen zu werden.

        • prinzikai
          prinzikai says:

          Es geht doch nicht darum was das Spieler war, sondern was er sein kann – dies sollte in erster Linie ein Trainer erkennen, das stimmt, aber dies ist auch die Aufgabe eines Manager und seinem Scoutingteam und hier sollte man immer zuerst auch intern schauen, bevor man einen Rudnevs, Deyverson etc. holt.

          • Michael H
            Michael H says:

            Das stimmt schon, aber in der letzten Saison haben nicht nur Modeste oder Osako aufblitzen lassen, was sie können, sondern bspw. auch Jojic. Und diese Saison endlich auch Guirassy.

            Mein Punkt: Schmadtke hat ein gutes Händchen für Spieler mit Potential gehabt. Seit dem Sommer läuft es halt nicht mehr – woran es auch immer liegen mag – aber das heißt nicht, dass die meisten seiner Einkäufe nicht doch noch einschlagen können – bei uns oder woanders. Jojic braucht seine Wohlfühloase und, wer weiß, Cordoba könnte möglicherweise in einem funktionierenden Team mit viel Selbstbewußtsein auch seine 15 Tore machen. Ansätze hat er in ein paar Spielen vor seiner Verletzung gezeigt. Und auch hier wurde immer wieder kommentiert, dass man Spieler wie Mere oder Handwerker oder Nartey mehr spielen lassen sollte. Totale Nieten sind das nicht. Und wenn nur einer von ihnen einschlägt, waren auch die Transferpreise angemessen.

            „Sabotage“ waren die Einkäufe daher beim besten Willen nicht. Wenn man aber solch eine talentorientierte Strategie fährt (und diese ist Schmadtkes Markenzeichen), dann braucht man ein funktionierendes Umfeld mit einer motivierten Mannschaft. Dieses Umfeld ist abhanden gekommen. Nun haben wir den Salat. Und es sieht so aus, als ob der Vorstand dies noch immer nicht wirklich begriffen hat – sonst wäre Stöger kein Trainer mehr.

  9. mal im Ernst
    mal im Ernst says:

    Desaströse Punktausbeute.
    Nibelungentreue zu Lehmann & Co.
    Formkrise nahezu aller Leistungsträger.
    Keine Entwicklung bei den Standards.
    Spielerischer Stillstand seit Monaten.
    Kein Rezept gegen die Defensivkrise.
    Schwache Laufleistungen in nahezu allen Spielen.
    Wirkt ratlos und müde.
    Bekommt die Neuzugänge nicht ins Laufen.
    Verletzungsflut nährt Zweifel an der Trainingssteuerung.
    Hat sein glückliches Händchen verloren.
    Neue Besen kehren gut.
    – Quelle: https://www.express.de/28877130 ©2017

  10. Dieter
    Dieter says:

    Wenn man die Inhalte der Vorredner so liest, dann kommt einem das große Kotzen. Alles super Fachleute. Stöger raus brüllen können viele. Wahrscheinlich sind es die, die im Mai Stöger als Supergott beschrieben haben.
    Jetzt noch mal für alle, die es einfach nicht kapieren wollen. Aufgabe des Sportdirektors ist es, die Mannschaft durch Käufe und Verkäufe zu stärken und besser zu machen. Das ist nicht die Aufgabe eines Trainers.
    Welcher Trainer garantiert, dass der FC die nächsten 5 Spiele gewinnt, 15 Punkte holt und es dann steil bergauf geht?
    Wenn möchte ich von den Großkotzschreibern Namen hören!!!!
    Wer das nicht kann soll am Stammtisch mit 1,5 Promil seine Meinung äußern.
    Die meisten Schreiber sind Fähnchenschwenker, die nur alles kaputt schlagen können – aufbauen Fehlanzeige. Wenn diese Herrschaften FC Fans, Anhänger oder Mitglieder sein wollen, dann sollten sie sich mal hinterfragen, was diese Schreibereien für einen Nutzen für den Club haben sollen. Wann seit ihr zufrieden? Wenn so wie früher 3 Trainer innerhalb einer Saison den FC trainieren und am Ende des Tages ein Mittelfeldplatz in Liga 2 heraus kommt???????????????

    • mal im Ernst
      mal im Ernst says:

      Alle Achtung Herr Dieter, Sie sind nicht nur der Oberfachmann sondern auch noch Hellseher. Also bei Ihnen kauft und verkauft der Sportdirektor Spieler ohne Absprache mit dem Trainer. Ist ja dann kein Wunder das der FC im Keller der Liga steht. Alle andere Schreiber sind zum Kotzen und das im großen Stil. Nun noch so einen Kommentar und ich muss mich wirklich übergeben. Herr Dieter Oberfachmann wie kommen wir denn nach ihrem Fachwissen aus dieser Krise? Einen Sportdirektor verpflichten der direkt ohne Wissen des Trainers 5 neue Spieler mitbringt ? Da Sie auch Hellseher sind können sie den Kotzschreiber doch mal sagen wo denn unser FC am Ende der Sasion steht.

      • prinzikai
        prinzikai says:

        @Dieter: Der Stöger hat dies auch bis Mai 2017 gut gemacht, auch wenn ich nie zufrieden war mit der spielerischen Entwicklung der Mannschaft und ich öfters auch die Startformationen oder Auswechslungen nicht immer verstanden habe – dies hat vor allem in de Rückrunde 2016/2017 angefangen. Menschlich halte ich immer noch sehr viel von Herrn Stöger, aber die Mannschaft wird er nicht mehr weiterbringen – ich denke er ist ausgelaugt (was er ja auch selber gesagt hat), aber er merkt es noch nicht selber oder will es nicht eingestehen. Ich wiederhole mich gerne – auch ein Shakespeare (Leiceister) musste nach Erfolglsosigkeit gehen und er wurde Meister in England. Wenn man keine positive Entwicklung sieht muss man handeln. Nicht mehr und nicht weniger.

    • ralf brostewitz
      ralf brostewitz says:

      ….im großen und ganzen hast du recht dieter ! einige die sich hier auslassen sind wirklich nur fahnenschwenker und alles-und besserwisser ! kritik ist okay – sollte aber sachlich und ohne beleidigungen sein ! das der effzeh aber nochmal so abstürzt – wer hätte das ende letzter saison gedacht !? wobei es zu befürchten war nach der katastrophalen einkaufspolitik ! und der der’s zu verantworten hat macht sich vom acker noch dazu mit einer satten abfindung – aber das ist ja in diesem staat normal – siehe wirtschaft !

    • Michael H
      Michael H says:

      Okay, anscheinend ist es notwendig, etwas mehr ins Detail zu gehen. Hier meine Einschätzung:

      Das fußballerische Konzept des Vereins in den letzten Jahren basiert auf Schmadtke’s Fußball- bzw. Managementphilosophie die besagt, dass man auf ein paar erfahrene Spieler setzt, die junge Talente anleiten und zusammen mit dem Trainer entwickeln. Solch junge, talentierte und weitgehend unbekannte Spieler hat er in den letzten Jahren immer wieder aus dem Hut gezaubert und dies sollte für niemanden hier eine Überraschung sein. Das ist das Konzept, welches auch der Vorstand für sich entdeckt hat, sie seit Jahren leben (inklusive Wehrle) und welches auch wunderbar zum Image des Clubs passt. „Spürbar anders“ blah blah.

      In dieses Konzept passte dann auch Stöger sehr gut, da er vom Typ her kein Schleifer (Magath) oder „Stratege“ (Tuchel) ist, sondern eher „einfühlsam“ ist und dem Team eine positive Grundstimmung verpasst hat. Dies hilft so ziemlich jedem Typ von Spieler, aber insbesondere den mental weniger stabilen und/oder weniger erfahrenen Spielern. Und hier rede ich nicht nur von einem Jojic oder Osako, sondern auch ein Modeste und auch gerne Hector hat von der gefühlten Sicherheit und dem Rückenwind stark profitiert.

      Aber irgendwann im Laufe der vergangenen Saison (oder kurz davor, beim ersten Modeste-Gefeilsche) schien die Fassade etwas zu bröckeln. Ob es sich tatsächlich um verschiedene Vorstellungen zwischen Schmadtke und Stöger handelte, ob Jakobs dabei eine Rolle spielte oder ob es vom Team ausging, können wir von außen natürlich nicht wirklich beurteilen. Dennoch, es taten sich erste Risse auf und spätestens seit der vergangenen Winterpause sahen wir ein Team, dass zwar ihre guten Spiele hatte, aber eben auch ziemlich schlechte. Durch externe Umstände und das grenzenlose Selbstbewusstsein von Modeste schafften wir es auf Rang 5. Es hätte genausogut auch Rang 12 werden können.

      Und dann kam der Sommer 2017. Schmadtke tat was er immer tat: er holte Spieler mit Potential für verhältnismäßig kleines Geld abgesehen von Cordoba. Cordoba ist für mich ein Sonderfall, aber natürlich brauchten wir auch einen Modeste Ersatz. Möglicherweise zerbrach hier das Verhältnis zwischen Schmadtke und Stöger. Vielleicht auch nicht. Aber wir wissen, dass Cordoba nicht der gleiche Stürmertyp wie Modeste ist und damit Stöger sein System umstellen muss/müßte. Das ist aber bis heute nicht passiert. Vielleicht wollte Stöger daher Spieler haben, die Schmadtke entweder nicht wollte oder die er (für einen angemessen Preis) nicht bekam. Vermutlich beides. Ist nicht einfach zu verhandeln, wenn 30+ Modeste Millionen auf dem Konto liegen.

      …und dann ging der Beginn der Saison in die Hose. Stöger blieb beim gleichen Spielsystem, Tore waren daher Mangelware, und er schien auch von Anfang an nicht mehr wirklich bei der Sache zu sein. In den Medien gab es schnell Kommentare, die Stöger schon seit dem Ende der vergangenen Saison in solch einem emotionalen Tal sahen. Dazu kamen unglückliche Punktverluste.

      Schmadtke sah sich zunehmend in der Schusslinie, da seine Sommertransfers nicht einschlugen (allerdings wurden diese ja auch unter Wohlfühloasenprämissen geholt) und realisierte zudem, dass Stöger die Mannschaft nicht so führte, wie man sie in einer ernsthaften Krise führen muss. Pizarro war sein letzter verzweifelter Versuch, jemanden mit viel Erfahrung und einem gewissen Standing Stöger an die Seite zu stellen, um die weniger erfahrenen Spieler zu führen und dem gesamten Team Motivation zurückzugeben, wozu er anscheinend Stöger nicht mehr in der Lage sah (und möglichst noch ein paar Tore zu erzielen).

      Leider ging das schief und Schmadtke machte, was der Job eines jeden Managers ist: Alternativen zum bisherigen Trainer zu finden um einen neuen Impuls zu setzen und den Abstieg zu verhindern.

      Und hier kommt die große „Black Box“ namens Vorstand ins Spiel. Bis zum Anfang dieses Jahres gingen sie davon aus, dass sich so ein Verein wie von selbst führen läßt. Dann kamen die ersten Konfrontationen zwischen Spinner und Teilen der Mitgliedschaft auf. Zudem dann die sportliche Krise seit dem Sommer. Dennoch gab es die überwältigende Bestätigung bei der letzten Jahreshauptversammlung. Und, vielleicht vor allem basierend auf der JHV-Erfahrung, die praktisch völlig unkritische Unterstützung von Stöger. Damit eskalierte dann wohl der Dissens zwischen Schmadtke und Vorstand. Das Resultat kennen wir.

      Mit dem Rücktritt Schmadtkes stand der Vorstand dann plötzlich im Regen. Man kann ja nicht gleichzeitig den Trainer absägen, wenn man im Vorstand keine Fußballexpertise hat (nein, Schumacher zähle ich nicht dazu). Was also tun? Das tun, was man bisher getan hat: an Stöger festhalten und hoffen, dass alles besser wird. Aber natürlich sind auch Spinner oder Wehrle (oder Jakobs) nicht dumm und realisieren, dass man sich ab einem gewissen Zeitpunkt auch mit der Position des Trainers auseinandersetzen muss. Dies scheint gerade zu geschehen. Hätte man die Situation ein paar Wochen früher hinterfragt, wäre Schmadtke wohl noch mit dabei*.

      * Er hat sicherlich Fehler gemacht, aber ich sehe (und sah) die Hauptursache für die derzeitige Misere bei Stöger und nicht Schmadtke.

      Natürlich basiert auch dieser Erklärungsversuch auf vielen Spekulationen. Einige werden nicht wahr sein, andere vielleicht schon. Allerdings habe ich das Gefühl, dass er alles in allem die Situation in der Vereinsführung in den letzten Monaten wiedergibt.

      Das hat weder etwas mit „1,5 Promill“ (sic) noch mit „Fähnchenschwenker“ zutun. Ich bin sicherlich weniger Fußballfachmann als manch andere Kommentatoren hier, aber habe ein wenig Ahnung von Organisationspsychologie und Machtgefügen.

      Um die gestellte Frage zu beantworten: Ich bin zufrieden, wenn der FC diese Saison nicht absteigt und wenn man die bekannten strukturellen Probleme angeht, die Stöger direkt zu verantworten hat. Das kann theoretisch mit Stöger passieren, aber basierend auf meiner Einschätzung seiner Person und seines Gemütszustandes glaube ich nicht, dass er dazu Willens oder in der Lage ist.

      Wenn ich nach meinem professionellen Rat gefragt werden würde:
      – so schnell wie möglich Stöger entlassen und einen Interimstrainer einsetzen (noch vor dem Arsenal-Spiel wenn möglich, aber definitiv vor Sonntag)
      – externe Motivationshilfe besorgen (Sportpsychologen, Pfarrer, Wahrsager – was auch immer den individuellen Spielern hilft, plus wen, der sich ums gesamte Team kümmert)
      – kurzfristig einen Manager finden, der einen gewissen Abstand zum Verein hat und Dinge möglichst neutral bewerten kann. Jemand, der ein Standing hat, welches über das von Schmadtke hinaus geht (was die Optionen stark einschränkt. Sammer, Allofs…)
      – zusammen mit dem Manager einen geeigneten Trainer finden, der die Vision des Managers teilt und einen moderneren Spielstil einführen möchte (nach und nach, basierend auf den Kapazitäten der derzeitigen Mannschaft)a

      • Karl Heinz Lenz
        Karl Heinz Lenz says:

        Nur als Ergänzung zu dem, was Sie, lieber Michael, alles Richtige schon geschrieben haben: Bei der ganzen Geschichte spielt auch die Mentalität, wie die Menschen in meiner geliebten Heimatstadt Köln sie leben, eine große Rolle. Die Höhner haben es auf den Punkt gebracht, wenn sie singen: „Hey Kölle du bes e Jeföhl!“ Der Kölner beurteilt die Dinge in der Welt spontan vom Fühlen her, weniger von der Vernunft und vom Denken. Bei mir ist das auch nicht groß anders. Mittlerweile habe ich mir in meinem Leben – ich wohne berufsbedingt seit über 15 Jahren in einer anderen deutschen Großstadt – aber angewöhnen müssen, mir auch mehr Zeit zum Nachdenken zu nehmen. Dennoch: In Köln gilt „Hey Kölle du bes e jeföhl“. Und da passt der sympathische Peter Stöger wunderbar herein. Wie oft hat er in seinen Interviews erzählt, dass er Köln toll findet und von Herzen liebt? Sehr oft! Zuletzt hat er sogar in einem Interview gesagt, dass er in keiner anderen Stadt als Köln mehr leben will und dass diese Liebe auch ein Grund sei, unbedingt Trainer beim FC bleiben zu wollen, trotz der aktuell so schwierigen Lage. Meine Erfahrung nach kann man uns gefühligen Kölnern nichts Schöneres sagen, als das, dass man Köln liebt. Das tun wir Kölner nämlich alle. Es ist doch offensichtlich, dass gefühlige Kölner Menschen wie Toni Schumacher und die vielen Fans, die immer noch rufen „Wir stehen hinter Peter Stöger!“ ihn sozusagen als Kölner adoptiert haben und ihm ewiges Heimatrecht zubilligen. Der Toni bringt es auf den Punkt und will ihn deshalb sogar wie Arsene Wenger noch einige Jahrzehnte beim FC halten, wie er zuletzt im Fernsehen erzählte! Ja, der Kölner meint es wirklich so, wenn er fühlt. Der Psychologe würde wahrscheinlich sagen, dass es sehr gut ist zu fühlen, aber noch besser wäre es, zusätzlich auch zu denken. Und zum Denken gehört dann wohl auch die Bereitschaft, die Wirklichkeit wirklich an sich heranzulassen. Wie unwirklich aber im Augenblick beim FC diskutiert wird, merkt man an den kursierenden Überlegungen, man könnte die laufende Saison ja abschenken und in der nächsten Spielzeit nach dem „Modell Freiburg“, also mit Peter Stöger, wieder ernsthaft Hochleistungssport betreiben. Der gesunde Menschenverstand muss einem sagen, dass Köln nicht Freiburg ist und dass ein Abschenken der laufenden Saison und ein damit verbundener sechster Abstieg Trainer, Mannschaft, Verein, Anhängerschaft und Sponsoren aufs Schlimmste demoralisieren würde. Deshalb muss bis dahin alles versucht werden, den FC in der 1. Liga zu halten!

        • Michael H
          Michael H says:

          Da kann ich Ihnen nur zustimmen.

          Ich bin ein paar hundert Meter vom Geißbockheim aufgewachsen und bin seit Jahrezehnten Mitglied. Aber auch ich habe Köln vor einigen Jahren verlassen und sehe es mehr mit einem weinenden als lachenden Auge, dass die Stadt und viele ihrer Einwohner (und FC-Fans) sich vieles bis zur vollständigen Realitätsfremde schönreden.

          Wer an „Spürbar anders.“ (und „Ich liebe meine Stadt“) Slogans glauben möchte, soll dies tun. Letztlich ist der Verein aber ebenso wie jeder andere ein Unternehmen, welches überdies von einem Unternehmer geführt wird. Das ändert nichts daran, dass ich fast jedes Spiel schaue, mich aufrege wenn die Mannschaft verliert und hier in den Kommentaren manchmal meinen Frust rauslasse. Aber ein wenig Distanz würde nicht nur manchen Personen im Klub, sondern auch Außenstehenden, gut tun.

  11. Horst Simon
    Horst Simon says:

    Die Hauptursache für die derzeitige Misere sehe ich darin, daß weder im letzten Jahr noch
    in diesem Jahr der Kader verstärkt wurde. Für einen Modeste einen Spieler zu verpflichten,
    welcher in den letzten Jahren pro Saison nicht mehr als 5 Tore geschossen hat, war
    nicht nur naiv sondern grob fahrlässig. Als Modeste Ersatz hätten mindestens 2 Stürmer und
    mindestens 1 Flügelspieler geholt werden müssen. Ganz abgesehen von den anderen
    Baustellen im Kader. Es ist schon erstaunlich, daß das Versäumnis von Schmadtke
    von einigen lediglich als Bagatelle angesehen wird. Ich bin mir ziemlich sicher, daß
    wir mit einem anderen Manager nicht in diese Situation geraten wären.

  12. Ali Perez
    Ali Perez says:

    Hier verwechseln doch einige Stöger-Getreuen Ursache und Wirkung. Es sind doch nicht die Kommentatoren (FC-Fans), die hier etwas kaputtreden bzw. kaputtreden wollen, wie ein gewisser Dieter behauptet. Sondern wir stellen nur fest, dass schon vieles kaputt ist. Das Erfolgsduo Schmadtke/Stöger existiert nicht mehr. Warum und seit wann dieses Duo gesprengt ist, wissen wir nicht so genau. Michael H. hat das mal, wie ich finde, sehr gut versucht, zu skizzieren. So oder so ähnlich kann es meiner Meinung nach abgelaufen sein.
    Fakt ist, dass wir am 12. Spieltag auf dem 18. Platz mit 2 Punkten und 4:23 Toren stehen. Dafür tragen wir, die bösen kritischen Fans, soweit ich weiß, keine Verantwortung.
    Ich gebe zu, dass ich Stöger seit dieser Saison sehr kritisch beäuge und ich gehöre auch zu denen, die behaupten, dass wir letzte Saison mehr Glück als Können hatten. Und mit dieser Meinung war ich nicht alleine auf der Tribüne. Bis zu einem gewissen Punkt habe ich diesen Umstand an der schlechten Transferpolitik der letzten 1,5 Jahre fest gemacht. Aber man muss auch feststellen, dass Stöger diese Saison nicht in der Lage war, aus dem vorhandenem Spielermaterial eine schlagkräftige Truppe zu extrahieren. Mittlerweile ist das aufgrund der vielen Verletzten auch sehr schwierig; das gebe ich zu. Trotzdem ist Stöger für mich diese Saison bis jetzt gescheitert und ich weiß nicht, wie viele Spiele er noch verlieren dürfen soll. Seine Körpersprache ist zumindest beängstigend. Ich habe echt keine Ahnung, woher der Vorstand seine Zuversicht für die nächsten Spiele nimmt. Meiner Freude, Karten für’s Arsenal-Spiel bekommen zu haben, ist großer Tristesse gewichen. Für jeden Trainer ist irgendwann Schluss; das sollte man sich mal klar machen.

    Was mich hier übrigens total nervt, ist die Behauptung, dass die Kritiker von heute die Hochjubelnden von gestern gewesen sein sollen. Das ist Quatsch. Wir wissen alle, dass es diese Krakeeler-Fans gibt, aber die artikulieren sich etwas anders als die meisten derzeitigen kritischen Kommentatoren hier bei GBK. Was mich betrifft, lasse ich mich gerne begeistern, aber ich fand weder den Aufstieg, noch den Klassenerhalt und noch die Euroleaguequalifikation fußballerisch so beeindruckend, dass ich ins Schwärmen geraten wäre. Der Fußball war solide, den wir gespielt haben und ich habe mich für die Erfolge gefreut. Erwartungen, dass wir jetzt durchstarten, hatte ich diese Saison, wie viele andere auch, ganz sicher nicht. Dafür gab es keine Anzeichen; für den derzeitigen Misserfolg schon. Das letzte Mal, dass ich geschwärmt habe, war unter Lienen. Der Aufstieg und der Klassenerhalt waren fußballerisch eine ganz andere Hausnummer als Stögerfußball. Da haben wir Fußballfeste gefeiert. Und da ich seit fast 40 Jahren FC-Fan bin, muss sich Stöger an dem messen lassen, was ich schon gesehen habe. Ich frage mich gerade nur, ob ich diese oder die Saison 2001/2002 schlimmer fand.

    • Mike
      Mike says:

      Danke Ali, Du hast es auf den Punkt gebracht, genau so sehe ich das auch. Ergänzen möchte ich nur, dass natürlich klar ist, dass man nicht alles 1:1 mit der Vergangenheit vergleichen kann – andere handelnden Personen, Situation und Umstände. Deshalb wurde ja auch in den letzten 4 Jahren vieles wohlwollend kritisch begleitet und die beruhigende Art von Schmadtke war nach all den Jahren vor 2012 sinnvoll und hilfreich, um wieder eine realistische, konstrukrive Basis aufzubauen. Die ruhige, gleichmäßige und aufsteigende Art und Weise wie dieser Verein in den letzten Jahren geführt wurde, war mehr als wohltuend und gab Hoffnung auf bessere Zeiten.
      Aber diese Komfortzone existiert leider nicht mehr, egal ob wir das akzeptieren wollen oder nicht. Es nutzt auch nichts, immer wieder zu sagen, das hat doch bisher funktioniert. Ja, niemand kennt wirklich die Lösung, aber ein weiter so, ist es auf jeden Fall nicht. Wer glaubt, dass wenn man immer wieder dieselbe Entscheidung trifft, am Ende ein anderes Ergebnis herauskommt, macht sich selbst etwas vor. Zwischen Harakiri bzw. Aktionismus und auf den Positionen weiter beharren, gibt es schon noch etwas dazwischen. Die Kommentare hier im Forum haben, was die Mannschaft angeht, in vielerlei Hinsicht die Finger in die Wunden gelegt. Sicherlich, nicht alles ist sinnvoll und nachvollziehbar, aber es zeigt, dass, wenn man sich bewegen will und den Mut hat, Alternativen denkbar sind. Und daher ist mein einziger, wirklicher Vorwurf, dass der Absprung vom Immer-Weiter-So zu mutigen Änderungen bisher verpasst wurde.
      Als Kölner Fan bleibe ich dabei, dass ich – Stand 12. Spieltag – weder die 1.BL abschenke, noch über die 2.BL oder noch verrückter über den Trainer in der 2.BL nachdenke. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren.

      • Michael H
        Michael H says:

        Zwei weitere vernünftige Kommentare. Danke dafür.

        Nur kurz: Stillstand führt zu Rückschritt im Profifußball – vielleicht noch nie so sehr wie derzeit (siehe bspw. Leipzig).

        Falls jemand dieser Aussage zustimmt, muss er auch einsehen, dass ein „weiter so“ zwingend zu einem Rückschritt führt.

        Gute Trainer, oder zumindest großartige Trainer, entwickeln sich und ihr Team weiter und passen sich neuen Gegebenheiten an. Zumindest seit dem Modeste-Abgang ist dies schlicht nicht passiert. Und auch vorher waren die Entwicklungen überschaubar.

        Vielleicht war Stöger damit mal genau der richtige Trainer für uns. Vielleicht ist er es aber mittlerweile nicht mehr.

  13. mal im Ernst
    mal im Ernst says:

    Der Spielerrat ist noch pro Stöger, doch Timo Horn will mehr Zug im ganzen. Und Trainer Peter Stöger? Der parierte die Fragen mit seinem üblichen Wiener Schmäh: „Ein anderer Zug? Ich weiß nicht, welchen Zug Timo Horn meint. Da müssen Sie ihn schon selber fragen.“
    Wenn ein Spieler doch so eine Aussage macht muss doch etwas mit dem Training und der Spielweise nicht mehr stimmen. Ja Herr Stöger , es fährt ein Zug nach nirgendwo und hoffentlich sitzen Sie in diesem Habe meine Karte für morgen einem Zugschaffner geschenkt und ihn gebeten den Herrn Stöger nach dem Spiel gleich zum Zug zubringen.

    • Michael H
      Michael H says:

      Ich mag mit meiner Meinung ja alleine dastehen, aber für mich könnte in der jetzigen Situation Kritik kaum heftiger artikuliert werden, als es Horn getan hat.

      Nur komisch, dass das die Lokalmedien überhaupt nicht aufgegriffen haben.

    • Hermann
      Hermann says:

      Bitte nicht! Ist nicht Allofs einer der Kandidaten gewesen, die mit dafür gesorgt haben das ein VFL Wolfsburg trotz VW Millionen im Niemandsland der Liga gelandet ist? Das würde aber mal wieder zu uns passen, jemand der die Liga kennt, gut vernetzt ist und vor allem; der den FC kennt….blablabla
      Hatten wir nicht solch eine Wunschkonstellation mit Meier und Daum. Zahlen wir nicht immer noch die Schulden aus dieser Zeit ab?
      Und ich wünsche mir nach Stöger einen Trainer der mehr Lebendigkeit und vor allen Dingen mehr Feuer mit sich bringt. Nicht schon wieder so einen den man beim gehen am offenen Herzen operieren könnte. Ich möchte jemanden sehen der nicht wie eine Esel vor der Brücke schlichtweg unbeweglich ist.

      • Hermann
        Hermann says:

        So ist es Ali und ich hege die gleiche Hoffnung. Allerdings ist der Hoffnung Begleiter die Sorge und irgendwie habe ich gar kein gutes Gefühl, ob uns nicht der Allofs doch als Ideallösung präsentiert wird. Das kann ich garnicht plausibel argumentieren, aber mich treibt der Gedanke um: „das was mich schreckte widerfuhr mir“

        • Ali Perez
          Ali Perez says:

          Sollte es so kommen, müsste man Allofs erst mal machen lassen. Er könnte ja positiv überraschen.
          Allerdings missfällt mir schon die Ausschreibung von Seiten des Vorstands. Ein sehr erfahrener Manager, der die Liga sehr gut kennt und sehr gut vernetzt ist, schließt eine Menge Möglichkeiten aus. Eigentlich kommen da nur Namen in Frage, die allesamt schon negativ aufgefallen sind. Für mich wäre das Konzept und Menschenführung viel entscheidender. Der einzige Mann, der nachweislich Erfolg planen kann, ist ohnehin nicht verfügbar. …ich meine Rangnick. Und ob der Menschenführung kann; ich denke eher nicht. Mir ist der Name vollkommen egal, der da kommen wird, sofern er uns weiterbringt. Ich befürchte nur, dass der Vorstand einen „großen“ Namen möchte, damit man wieder aus der Schusslinie ist, anstatt ausgetretene Pfade erst gar nicht anzusteuern, um spürbar anders zu bleiben.

  14. mal im Ernst
    mal im Ernst says:

    Nun, es ist ja nur der Gedanke weil man von der Seite des FC von Erfahrung spricht. Daher A und Schaaf. Wie wäre es denn dann mit Bodo IIIgner. Zu unerfahren? Ist aber einer der es sogar mit Prüfung zum Manager gebracht hat , und nicht ein ehemaliger Torhüter der so ins Geschäft reingerutscht ist. Ist aber wohl zu ein großes Risiko für unseren lauen Vorstand.

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar