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Schon fünf Elfer: Der Videobeweis ist nicht das Problem!

Wieder einmal war der Tag nach einem Spiel für den 1. FC Köln kein Tag der Ruhe. Die Meldung, dass Simon Zoller bis Weihnachten ausfällt, passte ins Bild, das die Geissböcke abgeben. Genauso wie das 0:1 am Samstag in Mainz.

Mainz/Köln – Man darf sich wundern. So zum Beispiel über den Videobeweis, der zum Elfmeter für den 1. FSV geführt hatte. Aber auch über das Abwehrverhalten des Effzeh Sekunden zuvor. Oder über die ganze zweite Halbzeit. In jedem Fall lieferten die 90 Minuten in der Opel Arena wenig gutes, aber viel schlechtes Anschauungsmaterial aus Kölner Sicht.

Das war gut

Gut war sicherlich, dass der 1. FC Köln in Mainz anständig ins Spiel fand. Gegen die Rheinhessen zeigte das Team von Peter Stöger eine ordentliche erste Halbzeit. Freilich nicht so gut, wie einige FC-Verantwortliche und Spieler der Öffentlichkeit hinterher glauben machen wollten. In Wahrheit lag die Kölner Stabilität auch am ungefährlichen und biederen Auftritt der Gastgeber.

Doch immerhin machte es der FC phasenweise gut. Defensiv sicher, sodass sich Timo Horn eigentlich keine Gedanken machen musste, in Bedrängnis zu kommen. Und offensiv gelangen einige ansehnliche Vorstöße, insbesondere immer dann, wenn der FC schnell durch Pässe, Entgegenkommen, Prallen lassen und Verlagern das Mittelfeld schnell überbrückte. So kam Köln zu mehreren guten Torchancen.

Das war schlecht

Die Probleme der Geissböcke begannen aber einmal mehr genau mit diesen gut herausgespielten Torchancen. Sie wurden nicht genutzt. Sehrou Guirassy jagte einen Ball über das Tor, Leonardo Bittencourt ebenso. Und als Jhon Cordoba, Guirassy und Milos Jojic einen eigentlich gut gespielten Angriff vertändelten, weil keiner der drei sich traute auf das Mainzer Tor zu schießen, ließ sich erahnen, wohin dieser Tag führen würde.

Ein Befreiungsschlag der Mainzer sorgte dann für den K.o. – und nicht etwa das Schiedsrichtergespann. Natürlich hätte Pablo De Blasis der Schwalbe überführt werden müssen. Dass jedoch Frederik Sörensen einmal mehr in dieser Saison gänzlich neben sich stand, anstatt den Ball gegen Yoshinori Muto resolut zu klären, passte ins Bild. Der FC darf sich nicht in die Tasche lügen: Auch dieses Gegentor war wieder die Folge eines kapitalen Schnitzers in der Abwehr.

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9 Kommentare
  1. Robert H. says:

    Bei allem Respekt – das darf doch wohl nicht wahr sein. Der GBK kann doch nicht allen Ernstes die Schuld für diese Niederlage der Defensive auch nur andeutungsweise anlasten. Diese hat wenig zumindest in diesem Spiel bis gar nichts zugelassen. Was soll sie bitte schön machen, wenn eine eindeutige Schwalbe nicht mal vom VA erkannt wird?
    Die Defensive ist auch deswegen so belastet, weil die Misere des OM und des Angriffs inzwischen keinem einzigen Gegner auch nur den Hauch von Respekt abnötigt.
    Kann über diesen Artikel nur den Kopf schütteln.

    • Ali Perez says:

      Der GBK hat in seiner Analyse zur Elfmeterentscheidung absolut recht.
      Anstatt den Ball in dieser Spielsituation zu klären, hat Sörensen den Ball vertändelt. Klärt er zur Ecke, passiert nichts.

      Man muss jetzt deswegen nicht auf den Burschen eindreschen, denn als reiner Rechtsverteidiger, tut man sich auf der linken Seite schwer. Man ist da als Rechtsfuß praktisch immer im Nachteil. Aber dann fummelt man auch nicht mit der Pille rum und bemüht sich , für Klarheit zu sorgen.

      Die Elfmetersituation ist selbstverschuldet; das muss man akzeptieren. Auch wenn man noch so sehr die Schützende Hand über gut bezahlte Profis halten möchte. Dass der Videoschiri die Schwalbe nicht erkennt, ist ein Skandal. Der Blinde hätte wohl auch das Handtor von Andreasen durchgewunken. Aber ohne Videoschiri hätte es den Elfer auch gegeben.
      Und er ist bzw. war dämlichst selbstverschuldet!!!
      Das kann man sich nicht schönreden!!!

      • Robert H. says:

        Hey Ali, natürlich kann man diese Situation besser verteidigen, ich behaupte aber mal, dass ohne die Schwalbe final die Sache durch Maroh geklärt worden wäre.
        Durch die Schwalbe jedoch erhalten die Spieler wieder einmal eine krasse Ungerechtigkeit verpasst, die wie ein Keulenschlag wirken muss. Und da finde ich es vom GBK sinnfrei, ihnen jetzt noch wegen der einen Szene Versagen vorzuhalten.
        Zumal, ich wiederhole mich, die Defensive mMn in dem Spiel wenig bis gar nichts zugelassen hat.

        Es hat mich auch nach dem Verpfiff von Stuttgart richtig wütend gemacht, dass der Mannschaft (und dem Trainer) nach einer wirklich guten Leistung hier kollektiv Versagen angepöbelt wurde.

        • prinzikai says:

          Sehe ich auch so wie Robert – es mag sein, dass der Fehler von Sörensen dazu geführt hat, aber es ist nun mal so, dass Fehler bei Verteidiger oder Torhüter oft zu einem Gegentor führen, aber welche Fehler wurden im Mittelfeld oder im Sturm gemacht, die waren eindeutig mehr als die Verteidiger im Mainzspiel machten, also fair bleiben, ansonsten sind sie hinten gut gestanden.

        • Ali Perez says:

          Es geht aber nicht darum, was passiert wäre, wenn Brych nicht gepfiffen hätte. Es geht darum, dass man diese Kacksituation selbst herbeigeführt hat. Sörensen hat sich übrigens ähnlich geäußert. Man hat Brych in diese Situation gebracht und jetzt muss man mit der Fehlentscheidung leben. Und wenn ich daran denke, wie oft Jojic den jungen Klünter rechts in der 1. Halbzeit im Stich gelassen hat, dann kann ich nicht von einer guten Defensivleistung sprechen. Auch wenn z.B. Maroh tadelos gespielt hat. Mainz war nur nicht in der Lage, auf der rechten Seite Gefahr zu kreieren. Und natürlich kann man jetzt hingehen und sagen, dass der Murks in der kompletten 2. Halbzeit auf die Fehlentscheidung zurückzuführen ist. Aber das macht ja noch nicht mal die Mannschaft. Ich bin nun wirklich kein Freund von Pöbeleien, aber wir sollten uns auch nichts schönreden. Aus meiner Sicht versagt die Mannschaft nur in Teilen. Meine Kritik gilt daher PS, der es wiedermal nicht geschafft hat, die schlagkräftigste Truppe aufs Feld zu schicken und auch noch mies wechselte. Ich sag nur Özcan raus, Jojic in die Mitte usw..
          Mich hat es z. B. wütend gemacht, dass Mainz schlagbar war und unsere Offensive kaum ein gefährliches Zuspiel an den Mann gebracht hat. Aber wie auch, wenn ich die Schwächsten aus der 1. Halbzeit auf dem Platz lasse. Und richtig sauer werde ich, wenn ich lese, dass man im Vorstand über ein Freiburger Modell nachdenkt. Stöger mit Streich zu vergleichen, ist Blödsinn. Seine Körpersprache ist mittlerweile beängstigend; ich habe keine Ahnung, woher die Verantwortlichen ihre Zuversicht nehmen.

  2. Paul Paul says:

    Viele Baustellen!

    Der Skandal um den Elfmeter überdeckt, dass es einige Baustellen gibt, und im Mittelpunkt steht Peter Stöger, der viele Fehlentscheidungen trifft. So ist nicht nachvollziehbar, dass er Lehmann trotz einer katastrophalen Leistung auf dem Feld lässt und trotz numerischer Überlegenheit die Abwehr nicht umbaut, um mehr Druck nach vorne zu entwickeln. Klünter ist in einer Formkrise, Rausch ist des Flankens nicht mächtig und so weiter. Stöger macht immer mehr Fehler und hat die Kontrolle über die Krise schon länger verloren. Der Düsseldorfer hat sich aus dem Staub gemacht und eine fürstliche Abfindung mitgenommen, Präsident Spinner lässt die Dinge einfach treiben, der Kunstrasen ruiniert die Spieler und wir müssen in der Wochenmitte noch mal kurz gegen Arsenal spielen, damit sich noch ein paar Spieler verletzen. Da fällt einem wenig ein, das Hoffnung machen könnte.

  3. Cöln Christian says:

    Es ist schade, dass ein so hervorragender Torwart wie TS nicht die Reissleine zieht. Die anfängerhaften Fehler des PS sind nicht mehr zu toppen. Rausch, Lehmann, Cordoba haben kein Buliformat.
    Nehmt den Matthäus und lässt ihm die Zeit etwas neues zu entwickeln.
    Die Herrn Brych und Welt bitte sofort für 3 Monate aus dem Verkehr ziehen.

  4. Robert H. says:

    Offensichtlich erhalten die VAs für ihre Entscheidung nicht das ganze Bildmaterial, das wenig später dem genigten Fernsehpublikum vorgesetzt wird:
    http://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/videobeweis-hawk-eye-sd-hd-qualitaet-fc-koeln-mainz-de-blasis-brych-welz-100.html

    Wenn dem so ist, würde das Welz ja „entlasten“. Ich frage mich aber, welchen Sinn der VB dann noch macht. Denn die angestrebte „Entlastung der Schiedsrichter“ ist ja damit perdu, die ganzen Diskussionen sind nur auf eine andere Ebene verlagert.

    Dann lieber weg damit und lieber 2 Hauptschiris auf den Platz wie beim Handball.

  5. ralf brostewitz says:

    …wer hier noch für den videobeschiss ist, dem ist nicht mehr zu helfen ! es ist nur ein akt der willkür, des betruges und der manipulation ! schon die besetzung des assis war betrug ! dann noch der brych der uns als assi auch benachteiligt hat ! für mich ist es aber als gesamtgesellschaftliches problem zu sehen – wer in diesem staat gesetze, regeln und vorschriften umgehen, brechen oder gar ignorieren kann – wieso dann nicht auch bei so einer nebensächlichkeit wie dem “ volkssport “ fussball !?
    natürlich war es in allererster linie sörensens fehler, natürlich wäre es ohne videobeschiss ein elfer nach ansicht des schiris gewesen – er konnte es nicht besser sehen – nur dafür wurde aber doch der VB eingeführt bzw. wird getestet um solche fehler zu verhindern bzw. zu korrigieren !?
    wenn solche fehler also nicht erkannt werden (wollen) dann kann man den betrug einstampfen und last uns nach alter tradition den fussball leben ! es ist vor allem auch vollkommen verrückt diese sache in einem profigeschäft, wo es um millionen geht, zu testen !? gibt es irgendwo eine seite mit einer statistik wo aufgelistet ist wieviel punkte wir dadurch verloren haben ? was tun eigentlich die verantwortlichen des effzeh gegen diesen betrug …..schön wetter bei der DFB MAFIA machen …..und noch zum schluss – bei aller berechtigten kritik an der mannschaft – denkt ihr nicht das soviele fehlentscheide auch psychologische wirkungen auf die spieler haben können !? ich apelliere an die fans: protestiert sachlich,fachlich dagegen !

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