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Kölns wichtige Erkenntnis vor dem Winter-Schlussspurt


Der 1. FC Köln hat die peinliche Bundesliga-Realität hinter sich gelassen. Drei Punkte nach 16 Spielen? Schlechter als Tasmania Berlin? Das soll ab sofort keine Rolle mehr spielen. Das Spiel beim FC Bayern soll der Startschuss zu einem anderen Effzeh gewesen sein, einer Mannschaft ohne Druck und doch noch mit Zielen.

Köln – Die nackten Zahlen in München? 85 Prozent Ballbesitz für die Bayern, 813 zu 170 Pässe – und doch schaffte es der Effzeh, mehr Torschüsse auf den gegnerischen Kasten zu bringen (sieben) als im Spiel zuvor gegen den SC Freiburg (sechs). Es klingt seltsam, aber seit der neue Sportchef Armin Veh erklärt hat, dass der Abstieg wohl unausweichlich ist, hat er dem Team den Druck genommen.

Negativrekorde adé – zumindest gedanklich

„Das war eine klare Ansage“, sagte Timo Horn. „Für die Öffentlichkeit und für die Mannschaft.“ Die Folge: In der Allianz Arena spielte die körperliche Schwäche der letzten Wochen plötzlich keine Rolle mehr. Der FC ging über die Schmerzgrenze hinaus, kämpfte bis zum Schluss, hätte in den letzten Sekunden sogar noch den Ausgleich erzielt. Köln trotzte Bayern eine erste Halbzeit ohne Tor ab – das passierte dem Rekordmeister zuletzt im April 2016. Am Ende war es auch egal, dass mit Stefan Ruthenbeck der erste Kölner Trainer in der Vereinsgeschichte seine ersten drei Pflichtspiele alle verlor.

Negativrekorde adé! Zumindest gedanklich. Ab sofort zählt nur noch jedes Spiel für sich alleine, es zählt nur der Kampf um einen Sieg, nicht um den zwanghaften Versuch, endlich den ersten Bundesliga-Sieg der Saison einzufahren. Die Geissböcke sollen nicht mehr verzweifelt dem letzten Fünkchen Hoffnung hinterherrennen, doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. Veh und Ruthenbeck wollen ihnen vermitteln, dass es nur noch um jedes einzelne Fußballspiel geht. Egal, ob sich dahinter die Bundesliga verbirgt wie gegen den VfL Wolfsburg oder der DFB-Pokal gegen den FC Schalke 04. Letztere Partie hat tatsächlich noch eine übergeordnete Bedeutung. Doch die sportliche Leitung setzt auf eine Trotzreaktion der Profis.

Talente von der Last befreit

Und nicht nur bei den Profis. Gerade für die Talente, die U21- und U19-Spieler, könnte diese Weisung entscheidend sein. Sie müssen seit Wochen in die Bresche springen, um die vielen Verletzten zu kompensieren. Ihnen wird nun die Last von den Schultern genommen, den Klassenerhalt der Geissböcke unbedingt noch erreichen zu müssen. Eine Aufgabe, der sie in ihrem Alter noch nicht gewachsen sein können. Aber sehr wohl können sie in den kommenden Wochen und Monaten die restliche Bundesliga-Spielzeit nutzen, um wichtige Erfahrungen und Spielpraxis zu sammeln. Sie können wachsen, sich entwickeln und sich auf die nächste Saison vorbereiten. Die Zweite Liga könnte für sie ab der kommenden Saison zur Bühne für ihre Karriere werden. Diesem Ziel, der perfekten Vorbereitung auf den Sommer 2018, muss der Effzeh jetzt alles unterordnen.

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