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Pawlak kuriert die U21 nach der großen Tragödie

Nicht nur für die Profis des 1. FC Köln war es eine Hinrunde zum Vergessen: Die U21 erlebte einen katastrophalen Fehlstart in die Saison und musste dann das Drama um Co-Trainer Uwe Fecht miterleben. So wurde die sportliche Misere von einem schweren Schicksalsschlag überschattet. Umso beeindruckender, dass sich das Regionalliga-Team wieder fing.

Köln – Es war der 19. September, als Uwe Fecht, Co-Trainer der zweiten Mannschaft, im Trainerbüro zusammenbrach – im Beisein seines Chefs Patrick Helmes. Die Notärzte reanimierten den 58-Jährigen noch vor Ort und brachten ihn ins Krankenhaus. Dort lag Fecht auf der Intensivstation, wo in der Nacht zum 5. Oktober verstarb.

Ein Schicksalsschlag

Zu diesem Zeitpunkt war die U21 mit fünf Niederlagen und einem Unentschieden katastrophal in die Saison gekommen. Erst der sportliche Fehlstart, dann der plötzliche Tod des Co-Trainers: Der Schicksalsschlag erschütterte den ganzen Verein und lastete schwer auf der Mannschaft. Patrick Helmes sah sich nicht mehr in der Lage seine Arbeit als Chefcoach weiterzuführen. Unwirkliche Wochen, in denen die Mannschaft am Boden lag. An Fußballspielen war kaum zu denken.

Anfang Oktober übernahm dann André Pawlak die Mannschaft. Der 46-Jährige war im Sommer eigentlich für die U17 gekommen und hatte in der Vorsaison Uerdingen in die Regionalliga geführt. Sein Debüt gab er gegen Rot Weiß Oberhausen – nur wenige Stunden nach Fechts Beerdigung. Zweimal kämpfte sich sein Team nach den schweren Wochen zurück ins Spiel, glich zwei Rückstände aus und wurde mit einem Punkt belohnt. Ein erster Hoffnungsschimmer, dass die Mannschaft psychische Stärke zu zeigen im Stande war.

Der kurze Aufschwung sorgt für Hoffnung

Das folgende 1:3 bei der TuS Erndtebrück blieb nur ein kleiner Rückschritt. Es folgten zwei Heimspiele gegen Wuppertal und Düsseldorf. Ein famoses 6:3 gegen den WSV, ein 3:1 gegen die Fortuna: Balsam für die Seele, neun Tore für das Selbstvertrauen, sechs Punkte für die Tabelle und zwei Siege für eine Mannschaft, die ihrem neuen Trainer zu folgen bereit war. Der Höhepunkt des Aufschwungs gipfelte in einem 1:0-Sieg über Tabellenführer KFC Uerdingen – eine persönliche Genugtuung auch für Coach Pawlak.

Zum Abschluss der Hinrunde folgten zwar zwei Niederlagen, doch durch den kurzen Aufschwung ist der Mannschaft immerhin der Sprung auf Platz 16 gelungen. 15 Punkte stehen auf dem Konto, zwei Punkte fehlen bis zum rettenden Ufer. Die Mannschaft hat sich stabilisiert, hat den schweren Schicksalsschlag überwunden. Während Patrick Helmes in der Zwischenzeit eine Auszeit vom FC genommen hat und bei Rot-Weiß Erfurt in der Dritten Liga zurück in den Alltag findet, hat sein Nachfolger Pawlak mit einer sehr persönlichen Ansprache die junge Mannschaft wieder auf Kurs gebracht. Es besteht wieder eine berechtigte Hoffnung auf den Klassenerhalt – anders als bei den Profis.

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