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20-Minuten-Tiefschlaf: “Sind erst nach dem 1:1 wieder aufgewacht”


Dem 1. FC Köln ist es nicht gelungen, das vierte Bundesliga-Spiel in Folge zu gewinnen. Die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck machte gegen den FC Augsburg zwar ein anständiges Spiel, musste sich nach einer schwachen Phase im zweiten Durchgang aber mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Trotz des Unentschiedens sehen die Kölner die liegengelassenen Punkte nicht als Rückschlag. Die Stimmen zum Spiel.

Aus Müngersdorf berichten Jonas Klee und Marc L. Merten

Timo Horn: “Es ging für uns optimal los. Wir haben eine sehr gute Halbzeit gespielt, Augsburg stand tief. Trotzdem haben wir gute Chancen kreiert. In der zweiten Halbzeit haben wir gut begonnen, hatten wieder gute Gelegenheiten, aber ab der 55. Minute haben wir die Augsburger 20 Minuten kommen lassen. Wir haben nachgelassen und hatten schon vor dem Gegentor Glück. Beim 1:1 ist Caiuby eine Etage höher gesprungen. Ich weiß nicht, ob er sich da aufgestützt hat. Mit ein bisschen Glück pfeift der Schiedsrichter das ab. Aber im Endeffekt hatten wir kurz vor Schluss die große Chance zum 2:1 durch Sehrou (Guirassy). Der hätte vielleicht noch ein, zwei Meter gehen können. Aber das ist immer leicht gesagt. Man kann nicht jedes Spiel kurz vor Schluss entscheiden – so wie im Derby. Wir haben nicht verloren, das ist erst mal wichtig. Jeder Punkt zählt. Wir hoffen natürlich, dass die Konkurrenz nicht punktet. Das kommende Spiel gegen Dortmund wird dann sicherlich etwas besonderes. Wir treten gegen unseren Ex-Coach an. Es ist ein Flutlichtspiel mit einer besonderen Atmosphäre. Das ist ein Highlight für uns. Wir hoffen natürlich, dass wir dann gemeinsam mit den Fans das Wunder möglich machen können. Wir werden alles raushauen.“

Wir sind ein bisschen eingeschlafen

Frederik Sörensen: “Ich weiß nicht, ob sich Caiuby aufgestützt hat. Vielleicht war es auch ein Foul an Heintz. Ich habe versucht hochzukommen, er hat das gut gemacht. Aber ob es ein Foul war, muss ich mir am Monitor angucken. So ist das eben. Das muss der Schiedsrichter entscheiden. Es tut mir sehr leid, dass wir in die zweite Halbzeit so schlecht rausgekommen sind. Im ersten Durchgang waren wir sehr gut. Aber wir haben uns dann hinten nicht mehr gut angestellt und Augsburg hat zu viele Freistöße und Ecken bekommen. Ihre Stärke sind die Standards. Natürlich hätten wir lieber gewonnen. Und wir hatten auch eine große Chance kurz vor Schluss. Aber es hätte auch noch gegen uns laufen können. Deswegen ist ein Punkt in Ordnung. Vielleicht haben wir uns zu sehr auf der 1:0-Führung ausgeruht. Wir sind ein bisschen eingeschlafen und kamen nicht mehr richtig hinten raus. Erst nach dem 1:1 sind wir wieder aufgewacht. Dann haben wir alles versucht, aber es hat am Ende nicht gereicht.”

Es ist kein Rückschlag

Milos Jojic: “Es war ein schönes Freistoßtor. Es war genau meine Position: 25 Meter entfernt, halblinke Position. Den Ball hab ich dann einfach gut getroffen. Es ist bitter, dass wir nicht gewonnen haben. Aber wir nehmen den Punkt trotzdem gerne mit. Jetzt müssen wir weitermachen und kämpfen. Es ist kein Rückschlag. Wir müssen das Positive mitnehmen: Wir haben ein gutes Spiel gemacht, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit eine Phase hatten, in der wir 20 Minuten zu passiv waren. Deswegen haben wir das Gegentor kassiert. Aber insgesamt spielen wir viel besser als in der Hinrunde. Ich persönlich muss kein Tor schießen oder vorbereiten, wenn wir dafür in der Liga bleiben. Das würde ich jetzt unterschreiben. Die Mannschaft ist wichtiger als der Einzelspieler. Gegen Dortmund wird es ein ganz normales Spiel. Wir spielen zu Hause, Dortmund hat zur Zeit ein paar Probleme. Das wollen wir nutzen.”

Nur ein 1:1? Nee! Wir haben einen Punkt gewonnen!

Stefan Ruthenbeck: „Erst einmal ein Riesenkompliment an unsere Fans. Ich hatte heute 90 Minuten Gänsehaut. Das war der Wahnsinn. Die Fans haben ein Gespür dafür, dass die Mannschaft alles raushaut. Es entsteht da gerade eine Art Symbiose, das ist richtig geil. Zum Spiel ist zu sagen, dass wir es in der ersten Halbzeit richtig gut gemacht haben, auch unser Gegenpressing, wenn wir mal den Ball verloren haben. Wir waren dem 2:0 relativ nahe, auch noch zu Beginn der zweiten Halbzeit. Aber dann waren wir zu passiv. Das ist aber oft einem guten Gegner geschuldet. Augsburg hat Wechsel vorgenommen, die gegriffen haben. Da muss man in solchen Phasen auch mal Glück haben, kein Tor zu kassieren. Wir haben versucht, mit einem Wechsel gegenzuwirken, aber in dieser Phase ist dann das Gegentor durch einen Standard gefallen. Danach hat die Mannschaft aber null komma null den Kopf unten behalten, sondern hat auf das 2:1 gespielt. Mit der Großchance von Guirassy in der letzten Minute würde ich sagen, dass wir dem 2:1 ein Stückchen näher waren als der Gegner. Aber am Ende war das Unentschieden okay. Ich wurde schon gefragt: Nur ein 1:1? Nee! Wir haben einen Punkt gewonnen, haben wieder etwas verkürzt. Darauf lässt sich aufbauen.“

Wir sind dann ‚all in‘ gegangen

Manuel Baum: „Ich bin mit dem Punkt zufrieden. Wir wussten, was auf uns zukommt. Der FC ist eine Mannschaft mit großer Euphorie, die wieder fast alle Mann an Bord hat. Das hat man gesehen. Wir haben in der ersten Halbzeit gut verteidigt, aber nach vorne war das zu wenig. In der zweiten Hälfte waren wir besser im Spiel und hätten schon vor dem 1:1 das Tor machen können. Wir sind dann ‚all in‘ gegangen und haben ein sehr intensives Spiel gesehen, das am Ende in beide Richtung hätte ausgehen können.“

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