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Die harmlosen Sturmpartner für Simon Terodde

Ruthenbeck sieht Osako als beste Option

Fünf Spiele sind in der Rückrunde gespielt. Simon Terodde traf in diesen Spielen fünf Mal. Besser hätte der Winterneuzugang beim 1. FC Köln kaum einschlagen können. Doch seine Quote steht auch im Missverhältnis zu den Treffern seiner Sturmkollegen.

Köln – Mit 19 erzielten Toren in 22 Spielen hat der 1. FC Köln ohne Frage ein Offensivproblem in dieser Saison. Allerdings: Dieses Problem hat sich unter Stefan Ruthenbeck zumindest verringert. Seit der neue FC-Coach das Ruder führt, konnte der Effzeh 13 Mal in acht Spielen treffen. Eine anständige Quote, die in der Rückrunde dank Terodde mit neun Toren in fünf Spielen noch anstieg.

Die beste Konstellation war bislang Osako

Dass der Effzeh in den letzten beiden Spiele trotz vier erzielter Tore nicht punktete, lag an der ungenügenden Defensive mit sieben Gegentoren. Allerdings hätten die Geissböcke auch in diesen Partien noch mehr Treffer markieren können. Doch außer Terodde liegt die Torgefährlichkeit der meisten anderen FC-Profis bei knapp über null. Simon Zoller war der einzige Angreifer, der neben Terodde treffen konnte (das 1:1 gegen Dortmund). Dazu Frederik Sörensen (gegen Gladbach) und Jorge Meré (gegen Dortmund) nach ruhenden Bällen, Milos Jojic (gegen Augsburg) mit einem direkt verwandelten Freistoß.

Ruthenbeck rotierte und probierte. Gegen Gladbach bot er das Duo Terodde/Zoller auf. In den beiden folgenden Spielen stand Yuya Osako in der Startelf neben T-Rod. Gegen den BVB durfte sich Sehrou Guirassy versuchen, gegen Frankfurt Jhon Cordoba. Vor allem die Versuche mit Guirassy und Cordoba floppten kolossal. Am Tag nach der Pleite bei der Eintracht sagte Ruthenbeck: „Die beste Konstellation war bislang Osako, das kann man klar so sagen.“ Der Japaner war für Frankfurt aber nicht rechtzeitig fit geworden, fühlte sich nicht frisch. So bot Ruthenbeck Cordoba auf. „Das ist nicht aufgegangen.“ Ein Blick auf die Kandidaten.

Cordoba: Unsichtbare Fußfesseln

Marco Reich wechselte 2001 für sechs Millionen Deutsche Mark nach Köln, wurde zum neuen Rekordtransfer der Geissböcke, stieg ein Jahr später mit dem FC ab und wurde zum Sinnbild des Absturzes als einer der größten Transferflops in der FC-Historie. Dieses Schicksal droht 16 Jahre später Jhon Cordoba. Der Kolumbianer kann wahrlich nichts dafür, dass Jörg Schmadtke wahnwitzige 17 Millionen Euro nach Mainz überwies und dem Angreifer damit unsichtbare Fußfesseln anlegte. Doch für seine Auftritte im FC-Trikot kann der 24-Jährige sehr wohl was. „Die Abstimmung mit Jhon hat nicht gepasst“, bewertete Ruthenbeck das Spiel gegen Frankfurt. „Man hat gesehen, dass er Nachholbedarf hat nach seiner langen Verletzung.“ Der Nachholbedarf bezieht sich allerdings nicht nur auf das Körperliche und Fußballerische. Cordoba kann sich noch immer nur schwer mit seinem Teamkollegen verständigen. Obwohl der Stürmer inzwischen seit über zweieinhalb Jahren in Deutschland lebt, sind seine Sprachkenntnisse rudimentär. Das hat nichts mit dem Druck der Ablöse zu tun. Das hat mit dem Willen zu tun Teil einer Einheit zu sein.

9 Kommentare
  1. Peter Josef says:

    Wer nahgerechnet hat, wo der effzeh finanziell stand, als Schmadtke kam und wo er steht, als er geht, wer die Fisematenten von Beratern und geldhungrigen Spielern hasst, wer unsere leuchtenden Augen in Europa gesehen hat, kann diese Kommentare einfach nicht ernst nehmen.

  2. Boom77 says:

    Wer hier „Vorstand raus!“ ruft, den kann ich nicht gänzlich ernst nehmen. Wenn Herr Schmadtke oder sonst jemand Fehler gemacht hat, sind in erster Linie diese Personen dafür verantwortlich und müssen dafür gehen. Dies ist auch geschehen. Schmadtke und Stöger sind weg. Punkt.

    Nun zum Artikel:

    Ich finde, der GBK macht hier wieder ein Faß auf, welches in dieser Form gar nicht notwendig ist. Das Problem besteht derzeit nicht im Sturm. Klar treffen Osako, Cordoba & Co. für „Stürmer“ viel zu wenig. Aber eine alte Binsenweisheit sagt, dass es egal ist, wer die Tore schießt.

    Das Toreschießen war auch nicht das Problem der vergangenen Spiele. Zwei Tore gegen den BVB und zwei in Frankfurt sollten eigentlich reichen, um gegen diese Mannschaften etwas zählbares mitzunehmen.

    Das Problem liegt eindeutig in der Defensive.

    • ralf brostewitz says:

      …und wieder auf dem punkt ! schwachstelle ist die abwehr inklusive das mittelfeld, dort kann ich halt keine zwei laufschwachen sechser aufstellen, auch wenn marco das mit gutem stellungsspiel wieder gut macht, aber zwei sind halt zuviel ! und die rechte seite ist das größte problem !
      ….ich muss heute mal wieder an den videobeschiss erinnern der meines erachtens in vergessenheit geraten ist, nachwievor wird er willkürlich eingesetzt ! auch wir waren in letzter zeit einmal betroffen, allerdings mal positiv für uns, ich meine beim abseits – wieso meldet der assi das abseits vom bvb gegen uns ? wobei richtig , aber der hsv schiesst zwei abseitstore (RB, 96 ) und keinen juckts !? manchmal glaube ich das der DFB und die DFL diesen verein als vorzeigeobjekt unbedingt in der liga halten wollen !

      • OlliW says:

        Das ist in der Tat sehr seltsam. Beim FC ist das Glück ja ein wenig zurückgekehrt (Gegner trifft Aluminium, Torhüter patzen und lassen Bälle rein kullern…). Auf ein gefühltes Normalmaß. Mal abwarten, ob es so weitergeht. Zum Nichtabstieg braucht man dieses Glück aber auch. Siehe HSV. Ohne deren Dusel wären sie längst abgestiegen.

  3. DRDIETERR says:

    Vielleicht sollte dem Trainer mal jemand flüstern mal den Jannis Horn auf rechts auszuprobieren.
    Wer sagt denn, das auf rechts nur ein Rechtsfuß spielen kann? Vorne wird alles mögliche ausprobiert, nur da ist man anscheinend nicht kreativ genug. (siehe Gnabry – Hoffenheim)
    Es kann ganz einfach nicht sein das es niemand anderes gibt als Sörensen. Wobei Sörensen ganz klar nicht alleine Schuld hat. Die ganze Abstimmung stimmt einfach nicht. Die Gegner freuen sich
    jedesmal wenn sie die Aufstellung von FC sehen und bespielen hauptsächlich unsere rechte Abwehrseite. Ich war Samstag in Frankfurt, als ich die Aufstellung gesehen habe wäre ich am liebsten wieder umgedreht. Sowas geht gar nicht.
    Leider wurde es dann ja auch bestätigt. Da hat jegliche Aggresivität und Kreativität im Spiel gefehlt und das gegen Frankfurt wo man genau weiß das man voll dagegen halten muss. So wird das nix, sorry. Trotzdem will auch ich noch Hoffnungsvoll bleiben und hoffe das es noch irgendwie gelingt. Die Chancen werden halt von Spiel zu Spiel weniger. Sorry wenn ich etwas abgeschweift bin aber manche Sachen kann man einfach nicht verstehen.

  4. OlliW says:

    Yo. Ich sehe die Offensive nicht mehr so schwach wie in der Hinrunde. T-Rod hat logisch seinen großen Anteil daran. Ein Volltreffer. Die Abwehr hingegen agiert diffus, vor allem seit Dortmund. Timo kann nicht immer alles rausholen, wobei der oft der Punkteretter war. Aber ein starker Törhüter gehört eben mit dazu. Wie ich drüben schon bemerkte, lief das mit der Defensive seit Ruthenbeck im Grunde recht gut: Nur drei Tore kassiert in den fünf Spielen gegen FCB, WOB, BMG, HSV und FCA, und sechs geschossen. Auch im Test beim Bielefeld Turnier ließen die hinten nichts zu. Das reicht dann unterm Strich.

    Ich sehe definitiv auch Zoller als guten Sturmpartner für Terrodde! Vor allem, wenn Yuya nicht fit ist. Zolli läuft, kämpft immer. Und er hat Abschlüsse, trifft zuweilen und war auch am Samstag da (wenn auch im Abseits, aber er kam in die entscheidende Situation rein).
    Cordoba – ich will ihn mögen, habe aber die Hoffnung langsam aufgegeben, dass bei ihm der Knoten noch platzt. Und, wenn ich höre, dass er sich noch nicht verständigen kann – Na und? Modeste kann immer noch kein deutsch. Und? Batshuayi auch nicht. Der kommt rein und macht Tore. Bumm! Diese Stürmer schnuppern, riechen den Ball und hauen den rein! Was soll das immer? Ein Fußballspiel ist kein Rhetorikseminar, sondern ein Mannschaftsballsport. Intuition, gutes Auge, Fitness, ein gewisses Spielertalent, Technik etc., das sind doch die entscheidenden Faktoren. Bei Frankfurt spielen zig Ethnien und Nationen. Sind die so erfolgreich, weil die alle perfektes Englisch oder Deutsch sprechen? Sorry, lass ich nicht wirklich gelten! Hand hoch, Hier! rufen, zeigen, deuten, Spitznamen des Teampartners, nonverbale Kommunikation – braucht es mehr im Spiel? Denke nicht.
    Cordoba ist wuchtig, auch willig, ja. Aber auch behäbig, im fehlt der schnelle Antritt, er ist oft zu langsam, vertändelt Bälle, bleibt am Gegner hängen und trifft regelmäßig die falschen Entscheidungen, ob beim Abspielen oder drauf schießen. Es kommt nie was bei rum. Das ist zuweilen bei Guirassy ähnlich. Bloß, dass der Franzose schon gezeigt hat, dass er es kann (gefährlich und gut spielen, nicht tolles deutsch sprechen!)
    Also: Immerhin haben wir nun wieder einen richtigen Stürmer, der auch trifft. Tore dürfen auch die anderen machen. Die Standards sind wieder gefährlich, Risse ist wieder da. Wenn die 4er Kette wieder funktioniert, die Selbstverständlichkeit zurückkehrt und damit die Sicherheit, dann gewinnen wir auch wieder die kommenden Spiele.
    Es wäre sehr tragisch, wenn nicht. Denn der Klassenerhalt ist aus eigener Kraft immer noch locker drin. Die Relegation zumal. Und diese Tatsache sollte doch alles am Motivation und Energie freisetzen!

  5. Karl Heinz Lenz says:

    Ich bin auch der Meinung: Die Abwehr muss wieder sicher stehen. Die Außenverteidiger müssen bei ihrer Defensivarbeit durch die Mittelfeldspieler besser unterstützt werden als bisher. Das Zentrum vor dem Strafraum darf nicht nicht so viel wie bisher zulassen. Das Abwehrverhalten des ganzen Teams muss viel besser organisiert sein. Da haben wir im Moment Riesenprobleme und fangen uns in den letzten Spielen unnötige Tore ein, auch ohne überschäumende Euphorie (wie in Frankfurt).

    Wir haben im Sturm wohl ein Überangebot an Spielern. Aber ich würde nicht aus jedem formschwachen oder ungeeigneten Spieler jetzt ein Riesenproblem machen. Stattdessen lieber auf die gucken, die im Moment können. Das ist natürlich Simon Terodde, aber auch Simon Zoller. Der Junge ist kein Fußballgott, hat aber Herz. Damit hätten wir vorne zumindest zwei Jungs, denen man vertrauen kann. Ob ein gesunder Handwerker die Offensivbahn auf der linken Seite spielen kann? Er müsste doch eigentlich mit Jonas Hector hinten links gut zusammenarbeiten können. Und auf der rechten Seite offensiv Marcel Risse. Die anderen müssen sich durch Leistung, nicht durch schlechte Laune, rankämpfen. Und wenn Pizarro wirklich für das Innenleben der Mannschaft zur Belastung wird, dann muss man ihn freistellen. Ich mag das bei solch einem Spieler eigentlich gar nicht glauben! Wenn das wahr sein sollte, wie schrecklich!

    Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich noch einmal etwas schreibe, was ich schon am Abend nach dem Eintracht-Spiel schrieb: Als beide Mannschaften ca. 45 Minunten vor dem Anpfiff auf den Platz kamen, konnte man bereits deutlich sehen, wie die Rollen verteilt sein würden. Die Frankfurter Mannschaft nutzte gemeinsam die Zeit und wurde von den Trainern beim Warmmachen und bei den Übungen an der kurzen Leine streng geführt. Man sah, dass da eine Mannschaft steht, bei der die Körpersprache stimmt, die will und die eine Führung hat, die selbst Biss besitzt. Ganz anders unsere Jungs. Ich fand die Vorbereitung im Vergleich äußerst lachs. Keine Körperspannung. Die Spieler machten den Eindruck, dass jeder für sie selbst da rummacht, ohne richtige Bindung an die anderen. Selbst die Torwartvorbereitung von Timo Horn war an diesem Nachmittag merkwürdig lässig. Die Ersatzspieler spielten nur Ball-hoch-halten. Meine Frau, die diesmal mit ihm Stadion war und nicht so oft unsere Jungs live sieht, war ganz begeistert von der guten Vorbereitung unserer Mannschaft. Bis ich ihr dann sagte, dass das nicht unsere Jungs sind, sondern die von der Eintracht …
    Was immer diese Beobachtung zu bedeuten hat, ich wollte einfach noch einmal darauf hinweisen. Der „Kicker“ schrieb in der heutigen Ausgabe zum FC treffend: „Jetzt sind die Spieler in der Verantwortung“. Es ist ja tatsächlich so, dass wir alle in der Vergangenheit in Jörg Schmadtke, Peter Stöger und dem Vorstand die Schuldigen gesucht haben. Die Mannschaft selbst blieb dabei aber weitgehend außen vor, denn es gab ja neben den genannten Bösewichten auch noch das verdammte Pech mit den vielen Verletzten, dem fehlenden Anthony, den schlechten Schiedsrichtern und Videoassistenten usw. usf. Jetzt, wo das Stoßstürmer-Problem gelöst erscheint, die Jungs wieder gesund werden und auch die Schiedsrichter und Videaassistenten uns nichts mehr tun, da haben wir in Frankfurt wieder so ein Spiel wie zuletzt unter Peter Stöger gesehen. Stefan Ruthenbeck hat daraufhin viel „Schuld“ auf sich selbst genommen. Das erinnert ein bisschen an den alten Cheftrainer, der ja auch dauernd den Jungs das Köpfchen gestreichelt hat. Elke hat in einem ihrer Kommentare das als „Wohlfühloase“ bezeichnet. Viel spricht dafür, dass es auch so war. Aber jetzt sollte wirklich damit Schluss sein, finde ich.

  6. Peter Josef says:

    Auch ich habe beobachtet, dass insbesondere Guirassy und Cordoba vor allem dann unter ihren Leistungen bleiben, wenn sie Angst haben, ausgewechselt zu werden. Als Alternativlose oder als Joker waren sie nicht schlecht. Daher beginnt man mit Terodde und Zoller, Osaka auf rechts und wechselt nach 60 Minuten Guirassy für Zoller oder Cordoba für Osako. Oder beide. Oder lässt es. Aber beginnen mit Zoller und Osako erscheint mir sinnvoll.

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